Chemiefirmen finanzieren Alz-Renaturierung

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Baumaßnahmen im Flussbereich zur Förderung der Fischbestände
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Emmerting - Nach dem Chemieunfall im März 2012 unterstützen die ortsansässigen Firmen den Wiederaufbau der Flora und Fauna an der Alz. *NEU: Video*

Die Revitalisierung und Renaturierung der Alz beschleunigen, das war das erklärte Ziel des Wasserwirtschaftsamts, der Regierung von Oberbayern, des Landratsamts Altötting sowie der InfraServ Gendorf als Antwort auf die Folgen eines Stoffaustritts im März 2012 im Industriepark Werk GENDORF. 80% der Fischbestände fielen dem Unglück damals zum Opfer.

Auf Basis eines gemeinsam verabschiedeten Konzepts werden nun unter der Aufsicht des Wasserwirtschaftsamts Traunstein Maßnahmen umgesetzt, um die Lebensräume der Fische und Kleintiere im Bereich der Alz in der Nähe von Emmerting weiter zu verbessern. Erste Erfolge könnten schon bei einigen Fischen zu beobachten sein, bis jedoch alle der ehemals ansässigen Fischarten wieder in ihrer ursprünglichen Anzahl vorhanden seien, müsse noch einiges an Zeit vergehen. Ein Monitoring für die Bestände finde dabei ständig unter Aufsicht von Dr. Kurt Seifert, dem Büroleiter für Naturschutz-, Gewässer- und Fischereifragen statt. 

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Bilanz des Chemieunfalls in Gendorf

Neben der Schadensersatzleistung hatte hierfür der Verursacher InfraServ Gendorf eine Million Euro als freiwillige Leistung zugesagt. Nun hat ein weiteres Standortunternehmen des Chemieparks seine Unterstützung zur Renaturierung zugesagt: Clariant wird bis zu 300.000 EUR bereitstellen. „Wir unterstützen diese Maßnahme zur Renaturierung der Alz finanziell. Damit wollen wir zu einer nachhaltigen Entwicklung in unserem Umfeld beitragen," so Peter Blickle, Standortleiter bei Clariant. "Dies ist ein erster Schritt. Wir suchen derzeit gemeinsam mit anderen Unternehmen und den Behörden sowie der Politik nach Wegen dieses Engagement zu verstetigen.“

Neben den bereits Ende des letzten Jahres umgesetzten Strukturmaßnahmen, sieht die Planung des Wasserwirtschaftsamts jetzt mehrere größere Einzelmaßnahmen an der Alz zwischen Hirten und der Mündung in den Inn vor. So entstehen auf künstlichem Weg sogenannte Altarme, die mit Wurzeln und Schilf bestückt, besonders den Jungfischen Rückzugsmöglichkeiten bieten sollen. Dabei schlägt die Natur den Planern jedoch immer wieder ein Schnippchen. So veränderte die Hochwasserlage im vergangenen Sommer die Linienführung des Gewässers komplett und erschwert nun die Integration der geplanten Maßnahmen.  

Impressionen von der Alz im Bereich Emmerting

Renaturierung der Alz

Einen Antrag für den Umbau des Wehres bei Burgkirchen in eine für wandernde Fische gut überwindbare und optisch ansprechende Rampe konnte das Unternehmen heute den Behörden übergeben. „Wir hoffen auf eine schnelle Genehmigung unseres Bauvorhabens, um mit der Fischtreppe die Verbesserung der Fischfauna weiter beschleunigen zu können“, so Dr. Bernhard Langhammer, Geschäftsleiter der InfraServ Gendorf. Mit der Fertigstellung aller Maßnahmen könne im Herbst 2014 gerechnet werden.

Quelle: Pressemitteilung Wasserwirtschaftsamt Traunstein

Quelle: innsalzach24.de

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