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Interview mit der Schauspielerin Katharina Leonore Goebel

Prienerin neue Kommissarin bei „Watzmann ermittelt“

Katharina Leonore Goebel mit den Schauspielern Peter Marton (l.) und Andreas Giebel bei den Dreharbeiten zu „Watzmann ermittelt“.
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Katharina Leonore Goebel mit den Schauspielern Peter Marton (l.) und Andreas Giebel bei den Dreharbeiten zu „Watzmann ermittelt“.

Von der „Kathi from Bavaria“ zur Hauptrolle: Die in Rosenheim geborene und in Prien aufgewachsene Schauspielerin Katharina Leonore Goebel ist die neue Kommissarin der ARD-Vorabendserie „Watzmann ermittelt“. Entdeckt wurde sie über ihr satirisches Video im Internet. Wir haben uns mit der 32-Jährigen kurz nach den Dreharbeiten unterhalten: über Gerhard Polt, Heimat und Hollywood.

von Isabella Fiala

„I want to be international. Hollywood would mean a lot to me, I’m waiting for your call!“ ruft „Kathi from Bavaria“, Dirndl und Zopffrisur, in schönstem Bairisch-Denglish in die Kamera. Neben ihr Kuh Rosi und Rind Peter, ebenfalls Schauspieler auf der Suche nach der großen Hauptrolle und bereit für die internationale Filmkarriere. Humorvoll präsentiert sich die in Rosenheim geborene und in Prien aufgewachsene Schauspielerin Katharina Leonore Goebel in dem About-Me-Video im Internet. Jetzt wurde „Kathi from Bavarias“ Ruf nach der großen Filmrolle erhört. Es rief zwar nicht Hollywood an, aber die Produzenten der ARD-Vorabendserie „Watzmann ermittelt“. Sie haben die 32-Jährige über das amüsante Video entdeckt, gecastet und engagiert. Katharina Leonore Goebel spielt die neue Hauptrolle Sophia Strasser in der Vorabendserie mit Peter Marton und Andreas Giebel. Ausgestrahlt werden die Folgen ab September. Millionen Zuschauer werden dann Katharina Leonore Goebel alias Sophia Strasser beim Ermitteln zusehen.

Die Figur der „Kathi from Bavaria“ hat dir die Hauptrolle in „Watzmann ermittelt“ gebracht. Wieviel Kathi steckt in dir?

Schon ein großer Teil. Dass wir beide aus Bayern kommen und in der Filmbranche landen wollen, das haben wir gemeinsam. Und den Wunsch, dort auch wahrgenommen zu werden. Bei „Kathi from Bavaria“ ist es natürlich überspitzt dargestellt, sie will direkt nach Hollywood. Das ist jetzt nicht mein primäres Ziel, aber gute Filme zu machen, interessante künstlerische Projekte umzusetzen, tolle Rollen zu spielen – das ist schon ein Traum von mir.

Der Caster von „Watzmann ermittelt“ hat dich über dein Video im Internet entdeckt. Hättest du mit so einem Angebot gerechnet? 

Dass ich durch mein Video zum Casting für eine Hauptrolle eingeladen wurde, das war schon ein großes Glück. Eine so große Rolle wie die der Sophia Strasser in „Watzmann ermittelt“ hatte ich bisher auch noch nicht. Ich habe zwar während des Studiums schon eine Hauptrolle in dem ARD-Film „Das Leben ist ein Bauernhof“ gespielt und wurde auch schon für andere größere Filmrollen besetzt, aber eine Rolle über mehrere Folgen und Staffeln einer Serie hinweg zu spielen, das ist schon eine neue schauspielerische Herausforderung für mich. Vor allem aber ist es eine Chance, für die ich sehr dankbar bin. Die Serie hat außerdem ein sehr großes Publikum, was für mich eine gute Möglichkeit ist, in der Branche und in der Öffentlichkeit besser wahrgenommen zu werden.

Zur Person

Katharina Leonore Goebel, geboren in Rosenheim und aufgewachsen in Prien, stand mit 19 Jahren zum ersten Mal in dem Kurzfilm  „Daniels Asche“ von Boris Kunz vor der Kamera. Ihre Ausbildung machte sie an der staatlichen Schauspielschule HMT Rostock. Nach zwei Jahren Engagement am Stadttheater Heilbronn arbeitet sie freiberuflich und war an verschiedenen Theatern engagiert. In Film und Fernsehen war Katharina Leonore Goebel unter anderem in der Filmkomödie „Drei Stunden“ von Boris Kunz, in dem Kino-Roadmovie  „Transbavaria“ von Konstantin Ferstl, dem ZDF Zweiteiler „Bier Royal“ von Christiane Balthasar und dem Kinofilm  „Frau Stern“ von Anatol Schuster zu sehen. Die Hauptrolle der Sophie Strasser in der ARD- Vorabendserie „Watzmann ermittelt“ ist ihre bisher größte Rolle. Katharina Leonore Goebel lebt in Berlin. 

Infos unter www.katharinaleonoregoebel.de

Was für eine Person ist Sophie Strasser?

Sie ist Polizeiobermeisterin und kommt eigentlich aus Garmisch, lustigerweise auch vom Bauernhof wie „Kathi from Bavaria“. Sie fängt eine neue Stelle auf dem Polizeirevier in Berchtesgaden an, weil ihr Mann dort eine Anstellung als Krankenpfleger bekommen hat. Sie ist eine bodenständige Person und eine Macherin, das haben wir auf jeden Fall gemeinsam. Sie sprüht vor Energie und bringt neuen Wind ins Kommissariat. Bei den Ermittlungen ist sie ziemlich schnell vorne mit dabei und unterstützt die beiden Kommissare, obwohl sie in den ersten Folgen selbst noch gar keine Kommissarin ist, sondern noch Polizistin. Dabei schießt sie auch mal übers Ziel hinaus, was mitunter für sehr komische Momente sorgt.

Katharina Goebel in ihrer Rolle als „Sophie Strasser“.

Was reizt dich an der Figur?

Es ist toll, diese Rolle zu spielen, weil es sich um eine starke Frauenfigur handelt. Sie hat Humor und einen bayerischen Bodensatz, ist sehr emphatisch und verfügt über einen intuitiven Zugang zu Menschen – da haben wir vielleicht ebenfalls einiges gemeinsam. Gleichzeitig hat sie aber auch diese bairische Schnauze und kann als Polizisten ziemlich taff und direkt sein. Das ergibt insgesamt eine interessante Mischung und macht großen Spaß zu spielen.

Worin unterscheidet ihr euch?

Ich könnte, glaube ich, niemals Polizistin sein und habe großen Respekt vor Frauen in diesem Beruf. Bei meiner Recherche habe ich im Gespräch mit Polizistinnen erfahren, dass sie sich als Frau in diesem Bereich ein gewisses Standing besonders hart erarbeiten mussten. Außerdem braucht man ein dickes Fell und viele körperliche und mentale Skills, da man oft mit komplexen Situationen konfrontiert wird, die sofort gelöst werden müssen. Ich persönlich bin dafür vermutlich zu weich und sensibel. Sophie Strasser hingegen schafft das ohne Probleme, durch ihre zupackende und pragmatische Art. 

Wie hast du dich auf die Rolle vorbereitet?

Ich habe mich sehr akribisch vorbereitet, weil ich bei dieser großen Rolle schon Sorge hatte, den Anforderungen am Set sonst vielleicht nicht gewachsen zu sein. Aber auch, weil ich eine hoffnungslose Perfektionistin bin (lacht). Ich habe eine umfangreiche Rollen- und Szenenanalyse gemacht, gemeinsam mit einem Coach über die Rolle gesprochen, mich der Figur gemeinsam durch Improvisationsübungen genähert und den Text auf so viele verschiedene Arten wie möglich gelernt. Außerdem habe ich mit Polizistinnen telefoniert und ihnen sehr viele Fragen zu ihrem Alltag gestellt. Als die Dreharbeiten schon begonnen hatten, habe ich mir noch einen Schnuppertag bei der Polizei organisiert, das war natürlich besonders spannend und aufschlussreich. 

Der bairische Dialekt war für dich wahrscheinlich kein Problem.

Ich spreche privat vor allem Hochdeutsch. Darum war ich vor und während der Dreharbeiten oft in Biergärten oder anderen öffentlichen Orten in Berchtesgaden und München, um mich in den Dialekt einzuhören und spezielle bairische Formulierungen aufzuschnappen. Die habe ich dann tatsächlich hin und wieder auch für meine Rolle verwendet. 

Woher kommt deine Liebe zur Schauspielerei?

Ich wollte das schon immer machen und habe bereits als Kind mit meinen Geschwistern Theateraufführungen improvisiert und damit die Familie unterhalten. Wir haben einen Vorhang im Wohnzimmer aufgespannt und uns Stücke ausgedacht oder stundenlang am Küchentisch improvisiert. So ging’s los.

Was habt ihr da gespielt?

Viele Kabarett- und Unterhaltungs-Nummern. Wir waren stark geprägt von Gerhard Polt und Karl Valentin, die haben wir als Kinder viel gehört und waren auch manchmal bei Gerhard-Polt-Abenden

Katharina Goebel

Kommst du aus einer Künstlerfamilie? 

Meine Eltern sind beide Ärzte, meine beiden Schwestern haben auch Medizin studiert. Mein Bruder und ich sind in die künstlerische Schiene gegangen. Mein Bruder hat Design studiert und ich Schauspielerei. Die Eltern eines Klassenkameraden, das Schauspielerpaar Katalin und August Zirner, waren für mich frühe Vorbilder. 

Kurz nach dem Abitur hast du in dem Kurzfilm „Daniels Asche“ mitgespielt. Stand da dein Berufswunsch fest?

Ja, ich stand das erste Mal vor der Kamera und habe gemerkt, dass ich damit kaum Berührungsängste hatte. Bis heute erlebe ich die Kamera immer als etwas Positives, wie einen dunklen, wohlwollenden Freund, der mir beim Spielen zusieht. Außerdem liebe ich die Zusammenarbeit mit dem Filmteam, den Umstand, dass man Teil einer großen Gemeinschaft ist, die gemeinsam auf ein Ziel hinarbeitet. Das hat mich damals schon sehr begeistert. An der Schauspielerei fasziniert mich, dass sich dort Welten eröffnen, die ich mir im Alltag und in meinem gewohnten sozialen Umfeld nicht erschließen kann. 

Du hast in vielen bayerischen Filmen und Hörbuch-Produktionen mitgewirkt. Sophia Strasser in „Watzmann ermittelt“ ist auch eine waschechte Bayerin. Ist die Rolle der Bayerin eine, in der du dich wohl fühlst?

Absolut. Schauspielerinnen wie Marianne Sägebrecht, Birgit Minichmayr, Brigitte Hobmeier oder auch Josef Bierbichler sind Vorbilder für mich. Sie fügen sich nie in das Heimatklischee und treffen trotzdem einen sehr typisch bayerischen beziehungsweise österreichisch-ursprünglichen Ton. Sie sind als Schauspieler sehr facettenreich und lassen mich oft auch in menschliche Abgründe blicken. Unter der bayerischen Gemütlichkeit liegt meiner Meinung nach oft sehr viel im Argen. Das zu beleuchten, finde ich sehr reizvoll.

Falls sich doch noch Hollywood bei der „Kathi from Bavaria“ meldet – was wäre deine Traumrolle? 

Das hört sich vielleicht seltsam an, aber mich würde eine Rolle interessieren, die so gut wie nie spricht. Die ihr Gefühlsleben nicht verbal nach außen trägt, sondern im Dialog mit anderen Menschen maximal zurückhaltend ist. Für mich liegt in Filmen, in denen der Text beziehungsweise die Dialoge sehr reduziert sind, oft ein besonderes Geheimnis. Sie bieten mir als Zuschauerin einen großen Interpretationsspielraum. Eine Figur zu spielen, die sich nicht durch das gesprochene Wort erklärt, das wäre für mich eine spannende Herausforderung.

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