Münchner Comedian Simon Pearce 

Das "putzige Negerkind" wurde gar nicht adoptiert 

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München - Comedian und Schauspieler Simon Pearce veröffentlicht am 2. Oktober sein neues Taschenbuch. Die tz führte mit ihm ein Interview. 

Rassismus in der S-Bahn, unbegründete Polizeikontrollen und warum er die Wiesn noch immer mag: Simon Pearce gab der tz.de für ein ausführliches Interview. 

Anfang Oktober erscheint sein neues Buch "So viel Weißbier kannst gar ned trinken. Wie ich als Schwarzer in Bayern groß geworden bin". Wieso er diesen Titel wählte, wird gleich zu Beginn des Interviews mit tz.de-Redakteurin Miriam Sahli-Fülbeck klar. 

tz: Simon, es ist wahrscheinlich das bedrückendste Buch, das je ein Comedian geschrieben hat.

Simon Pearce: Wirklich? 

tz: Mir ist das Lachen im Hals stecken geblieben. Du hast die krassen Geschichten noch mal durchlebt. Zum Beispiel das Erlebnis in der S-Bahn: Deine Mutter, Christiane Blumhoff, war mit euch drei kleinen Kindern unterwegs. Eine Frau spricht deine Mutter an und setzt einfach mal voraus, dass ihr „putzigen Negerkinder“ adoptiert seid.

Simon Pearce: Für die war das klar: Die bayerische Volksschauspielerin hat diese „Negerkinder“ adoptiert. Alles Andere hat nicht in ihr Weltbild gepasst. Und das Krasse war dann die Reaktion, als die Mama gesagt hat: „Das sind meine Kinder, ich habe sie gemacht.“ Ich war ja damals sehr klein, aber die Mama hat's erzählt: Da hat man richtig gesehen, was in dem Kopf der Frau passiert ist: „Oh Gott, die hat... Das heißt ja, die muss mit dem Schwarzen...“ Und dann war die komplett empört, hat auch gesagt, dass die Mama sich schämen sollte, das noch so stolz herauszuposaunen. Das ist so typisch: Wir Kinder sind schon ganz niedlich anzuschauen, aber quasi die „Rassenschande“ zu begehen, das war dann irgendwie doch zu viel für die Frau.

Das ganze Interview und Videos vom Gespräch finden Sie hier auf tz.de.

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