Seniorenheim "Bergblick" in Inzell geschlossen

Landratsamt: "Nicht als Pflegeheim geeignet"

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Die 28 Bewohner sollen in den kommenden Wochen in andere Heime verlegt werden.
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Inzell – Das Senioren- und Pflegeheim "Bergblick" wird schließen, 28 Bewohner sind betroffen. Laut Betreiber wegen "neuen Bauvorschriften" - nun hat auch das Landratsamt Stellung bezogen.

Update 16.30 Uhr: Pressemitteilung des Landratsamtes

"Das Haus in Inzell ist auch aus unserer Sicht baulich nicht als Pflegeheim geeignet. Es wird ständig von unserer Heimaufsicht sowie dem MDK unangekündigt kontrolliert. Wichtig ist für uns, dass Menschen in Pflegeeinrichtungen optimal versorgt sind. Dazu müssen natürlich auch die baulichen Voraussetzungen passen – zum Beispiel die Barrierefreiheit. Das liegt ja auch im Interesse der Angehörigen. Mängel jeder Art sind konsequent und gründlich zu beheben. Um welche es sich dabei handelt, dürfen wir aus rechtlichen Gründen nur mit Zustimmung des Betreibers sagen.

Wir wissen, dass der Umzug von einem Heim in ein anderes für die alten und pflegebedürftigen Menschen belastend ist. Wir wünschen ihnen und den Angehörigen, dass sie schnell und unkompliziert ein neues schönes Zuhause finden. Die DPUW will ihnen ja dabei helfen. Auch wir werden das aufmerksam beobachten."

Unser Artikel vom Donnerstagmittag

Schon im Oktober gab es nach Beschwerden unangekündigte Kontrollen des Landratsamtes im Inzeller Seniorenheim "Bergblick". Es war die Rede von fehlerhafter Medikamentenabgabe, keinem ordentlichen Waschen oder einem Katheter für Patienten, die mit Hilfe des Personals eigentlich selbst auf die Toilette gehen könnten. Der Betreiber, die "Deutsche Pflege und Wohnen GmbH" bestritt die Vorwürfe, die Heimleitung wollte sich aber nicht genauer äußern.

Landratsamt nimmt noch heute Stellung

Nun verkündet der Betreiber plötzlich: Das Heim wird geschlossen. In einer Pressemitteilung heißt es zu den Gründen, das Gebäude entspreche den neuen Bauvorschriften nicht mehr, die dafür notwendigen Arbeiten seien sehr tiefgreifend. Das Landratsamt Traunstein wird noch am Donnerstagnachmittag zur Schließung des Heims Stellung beziehen. Dies lässt vermuten, dass auch festgestellte Mängel für die Schließung mitverantwortlich sein könnten.

Erst am gestrigen Mittwoch wurde den betroffenen 28 Bewohnern, ihren Familien und den Mitarbeitern mitgeteilt, dass das Heim geschlossen wird. Für die Bewohner und Angestellten sollen andere Wohnzentren gesucht werden. "Alle können in ein anderes Seniorenheim der DPUW oder in ein anderes Wohnpflegezentrum ihrer Wahl umziehen", teilt der Betreiber mit: "Wir verstehen, dass dies für die Bewohner ein sehr emotionaler Moment werden wird, aber dieser Umzug wird vom vollständigen Team des Pflege- und Wohnzentrum Bergblick hervorragend begleitet werden."

Heim wurde 2011 zwangsgeschlossen

Die "Deutsche Pflege und Wohnen GmbH" betreibt deutschlandweit 17 Heime und hat ihren Hauptsitz in Berlin. 2400 Bewohner stehen in ihrer Obhut, 1250 Angestellte sind beschäftigt. Die DPUW gehört wiederum zum belgischen Armonea-Konzern, der europaweit Pflegeheime und Kindertagesstätten betreibt. 2015 wurde der Betrieb des Seniorenheims "Bergblick" in Inzell übernommen. 

Erst 2011 musste das Seniorenheim in Inzell schließen, nachdem immer wieder Mängel in der Pflege festgestellt wurden. Das letzte Wort hatte hier der Bayerische Verwaltungsgerichtshof. Auch damals war es das Landratsamt, das zuerst Mängel in der Pflege feststellte.

xe

Quelle: chiemgau24.de

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