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Irre Forderungen aus Norddeutschland

„Logische Konsequenz von Irrweg“: Bayern soll deutlich mehr für Strom blechen

Strompreis Söder
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Bayerns Ministerpräsident Söder sieht sich mit krassen Forderungen aus Norddeutschland in Sachen Strompreis konfrontiert.

Hannover/Schwerin/München – Diese Forderung ist heftig: Drei norddeutsche Flächenländer sprechen sich für eine Aufteilung Deutschlands in unterschiedliche Preiszonen beim Strom aus. Bedeutet im Klartext: Bayerische Bürger sollen zukünftig noch mehr für ihren Strom blechen!

Nach einem Bericht der Zeitung Welt am Sonntag wollen die Länder Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen so für mehr Gerechtigkeit bei den Strompreisen sorgen. „Wenn ich da lebe oder produziere, wo auch die Energie produziert oder angelandet wird, muss diese Energie dort auch günstiger sein“, wird etwa Niedersachsens Energieminister Olaf Lies (SPD) zitiert. Der Norden trage seit Jahren die Hauptlast der Energiewende.

Dem Bericht zufolge kritisierte Mecklenburg-Vorpommerns Energieminister Reinhard Meyer (SPD): „Die Höhe der Stromnetzentgelte belastet die Letztverbraucher und benachteiligt den norddeutschen Wirtschaftsstandort.“ Es könne nicht sein, dass Länder, die einen hohen Anteil am Ausbau der erneuerbaren Energien schultern, die höchsten Strompreise verkraften müssten.

Schwere Vorwürfe gegen CSU und Söder

Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Tobias Goldschmidt (Grüne) griff den Freistaat Bayern direkt an. Er nannte dem Bericht zufolge eine Aufteilung in Preiszonen „die logische Konsequenz des energiepolitischen Irrweges bayerischer Landesregierungen“. Mehr als 15 Jahre lang hätten diese den Ausbau von Stromnetzen und Windkraft sabotiert. Es sei „den Menschen im Norden schlicht nicht mehr zu vermitteln, warum sie die Zeche dafür zahlen müssen“.

Aus dem Norden kam früher auch immer wieder die Forderung nach einer Neuregelung der sogenannten Verteilnetzentgelte. Kritiker haben wiederholt darauf hingewiesen, dass Regionen mit viel erneuerbarer Energie etwa aus Windkraft durch höhere Entgelte belastet werden. „Wenn nach der EU nun auch die norddeutschen Bundesländer darüber diskutieren, ob es zwei Strompreiszonen in Deutschland braucht, zeigt das, wie sehr die CSU energiepolitisch versagt hat“, sagte die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katharina Dröge, zu der Forderung aus dem Norden.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) müsse „endlich einen Sofort-Plan zum Ausbau der Windenergie vorlegen.“ Die 10H-Abstandsregel für Wind in Bayern müsse fallen. Die Regel gibt vor, dass Windräder einen Abstand vom mindestens Zehnfachen ihrer Höhe zur Wohnbebauung haben sollen.

2023 könnte Strompreis auf Rekordhoch steigen

Dazu „passt“ die Meldung, dass Strom im nächsten Jahr ohnehin noch viel teurer werden könnte. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw). Danach könnte eine Megawattstunde (MWh) im Großhandel im kommenden Jahr im Jahresschnitt über 500 Euro kosten, hat das Schweizer Prognoseinstitut Prognos errechnet. Damit müssen Unternehmen und private Haushalte den Gürtel künftig wohl noch enger schnallen. Aktuell zahlen etwa Verbraucher im Schnitt umgerechnet rund 30 Cent je Kilowattstunde. Bei einem Großhandelspreis von 500 Euro je MWh müssten sich private Haushalte dann auf ein Niveau von 50 Cent je Kilowattstunde einstellen und damit rund zwei Drittel mehr als derzeit üblich.

mw (mit Material von dpa)

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