Großeinsatz auf dem Hochstaufen

Irre Tour zu geschlossener Berghütte: 22 Bergwachtler müssen Wanderer retten

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Die Bergwacht am Sonntag im Einsatz am Hochstaufen

Diese Bergtour war keine gute Idee: Trotz miesen Wetters wanderte ein Duo bei Reichenhall auf eine Berghütte. Die war geschlossen - der Rückweg war selbst für die Bergwacht schwierig.

Bad Reichenhall/München - Leichtsinn tut in den Bergen selten gut. Ein Wanderer-Duo hat am Ostersonntag am Hochstaufen so ziemlich alles falsch gemacht, was falsch zu machen war: Was ein harmloser Osterausflug werden sollte, endete so schließlich in einem stundenlangen gefährlichen Großeinsatz der Bergwacht, wie das Rote Kreuz Berchtesgadener Land am Montag mitteilte.

In leichten Bergschuhen und Baumwollhosen hatten sich eine 35 Jahre alte Münchnerin und ein 41-Jähriger Australier zum auf 1.750 Metern gelegenen Reichenhaller Haus aufgemacht. Trotz Regen, Sturmböen, Neuschnee, Lawinengefahr und Schneeverwehungen schafften es die beiden bis zu ihrem Ziel, obwohl sie wegen der Schneemengen mehrmals die Orientierung verloren - mussten dort aber feststellen, dass die Hütte geschlossen ist.

Völlig durchnässt und entkräftet riefen die beiden Ausflügler schließlich die Bergwacht - da war es allerdings bereits 16.30 Uhr.

Sturm am Berg - Rettungshubschrauber kann nicht landen

Und auch für die Retter war der Weg zur Hütte alles andere als leicht: Ein Rettungshubschrauber konnte wegen Windgeschwindigkeiten von mehr als 90 Studenkilometer zwei Reichenhaller Bergretter nur am Gipfel oberhalb des Hauses absetzen. Gleichzeitig stiegen 15 Einsatzkräfte zu Fuß auf, um die beiden erschöpften Touristen ins Tal zu bringen.

Wie gefährlich die Situation war, verdeutlich auch, dass die Retter sicherheitshalber auch gleich einen Plan B verfolgten: Für den Fall, dass der Abstieg misslingen sollte, warfen sie aus dem Hubschrauber am Grat zwischen Hoch- und Mittelstaufen den eigens abgeholten Schlüssel für die Hütte und einen Rucksack mit trockener Kleidung ab.

22 Bergwachtler fünf Stunden im Einsatz

Die Geschichte endete schließlich aber glücklich: Den Angaben zufolge erholten sich die Wanderer schnell und konnten aus eigener Kraft zurück gen Tal gehen - Drei Stunden nach dem Notruf trafen sich die beiden Rettermannschaften samt der Geretteten und seilten die Ausflügler über eine schwierige Stelle ab. Erst im Dunklen kamen alle an der sicheren Padinger Alm an.

Zwischenzeitlich sah es dennoch so aus, als würde die Aktion eine tragische Konsequenz haben: Beim Abstieg war ein Lawinenhund verlorengegangen. Auch Enzo, so der Name des Tieres, tauchte aber wieder auf. Am frühen Morgen erwartete er sein Herrchen dort, wo die Einsatzkräfte am Vortag losgegangen waren. Insgesamt waren für die Rettungsaktion 22 Bergwacht-Leute fünf Stunden im Einsatz.

Erst vergangenes Wochenende war die Bergwacht am Hochstaufen im Großeinsatz. Damals war ein Gleitschirmflieger auf einem Schneefeld notgelandet.

fn

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