Täter soll in eine geschlossene Nervenklinik

Ein Jahr nach Amoklauf in Grafing: Prozess nicht in Sicht!

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Einen Blumenmeer erinnerte an die schreckliche Bluttat im Mai 2016.
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Grafing - Fast auf den Tag genau vor einem Jahr sorgte die schreckliche Bluttat am Grafinger Bahnhof für Entsetzen. Der psychisch kranke Paul H. erstach dabei einen 56-jährigen Wasserburger und verletzte drei weitere Menschen schwer. Ein Gerichtsprozess ist aber immer noch nicht in Sicht:

Einen Termin für einen Prozess vor dem Landgericht München II gäbe es noch keinen, berichtet unser Partnerportal tz.de am Montagmorgen. Der zur Tatzeit 27-jährige mutmaßliche Täter, ein arbeitsloser Schreiner aus Hessen, gilt jedoch als schuldunfähig. Er sei zwei Tage vor der brutalen Attacke, die er damals offenbar barfuß ausgeführt hatte, noch in psychiatrischer Behandlung gewesen und hätte bei seinen Vernehmungen nach der Tat "wirre Aussagen" gemacht, hieß es weiter.

Deswegen hat die Staatsanwaltschaft auch keine Anklage erhoben, sondern stattdessen eine Antragsschrift verfasst, wonach Paul H. im Zuge eines sogenannten Sicherungsverfahrens dauerhaft in eine geschlossene Abteilung einer Nervenklinik eingewiesen werden soll.

Fotos vom Tatort im Mai 2016

Messer-Attacke am Grafinger Bahnhof

Bei der Tat am 10. Mai 2016 starb ein 56 Jahre alter Fahrgast aus Wasserburg. Drei weitere Männer im Alter zwischen 43 und 58 Jahren erlitten bei der Attacke schwere Stichverletzungen. Der Täter war kurz nach dem Amoklauf von einer Polizeistreife verhaftet worden. Er soll bei dem Angriff unter anderem "Allahu-Akbar" (Allah ist groß) gerufen haben. 

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und sein bayerischer Kollege Joachim Herrmann (CSU) sprachen damals von einer abscheulichen Tat. Die Mutter von Paul H. ließ damals via Medien verlauten: "Wir können das nicht fassen, möchten uns bei den Angehörigen entschuldigen."

mw

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