Maibaumklau in Jechling sorgt für Streit

"So etwas unterstütze ich nicht auch noch"

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Jechling - An einem Wochenende Ende April kam eine Gruppe junger Burschen auf die spontane Idee, die Tradition des "Maibaumklaus" fortzuführen. Als Reaktion erhielten sie die Drohung einer Anzeige wegen Holzdiebstahls.

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Eine Truppe junger Burschen sei eines Samstagnachts auf die spontane Idee gekommen, die sogenannte "M aibaumwache" der Gemeinde Jechling auf die Probe zu stellen. "Eigentlich wollten wir nur auf ein Bierchen vorbeischauen", meint einer der "Maibaumdiebe" gegenüber BGLand24.de. Traditionell muss ein Maibaum bei der sogenannten "Maibaumwache" jede Nacht vor dem Aufstellen beschützt werden, da sonst mit einem Diebstahl gerechnet werden muss. 

Die Gruppe habe jedoch niemanden bei der "Maibaumwache" angetroffen und die Gelegenheit genutzt. Sie hätten kurzerhand ein paar Freunde zusammengetrommelt und die 31 Meter lange Fichte in Richtung Heimatort Anger abtransportiert. 

"Geht eana wos ob?"

Am nächsten Morgen erhielten die Bestohlenen dann einen Anruf: "Geht eana wos ob?" Die Verantwortlichen des Maibaums hätten die Aktion aber überhaupt nicht lustig gefunden und die Forderung der 150 Liter Bier und einer Brotzeit für 30 Leute völlig überzogen und unverschämt befunden.

Auf Nachfrage bei den Bestohlenen begründete dieser seine Reaktion: Der Baum habe ungeschält im Wald gelegen, es hätte sich auch um eine ganz gewöhnliche Forstwirtschaft handeln können. Rein juristisch gesehen habe der Verantwortliche recht, der geklaute Baum müsse eindeutig als Maibaum identifizierbar sein und auch laut einem "Brauchtums-Regelwerk" sei das Stehlen aus dem Wald ein Tabu. 

Die Burschen allerdings sehen sich im Recht: "Das war doch offensichtlich, dass das der Maibaum ist!" Sie könnten nicht nachvollziehen, warum die Verantwortlichen so "zwider" reagierten, schraubten allerdings ihre Forderung auf 100 Liter Bier und eine Brotzeit herunter. 

"So etwas unterstütze ich nicht auch noch"

"Wir sind eine kleine Dorfgemeinde und haben kein Geld für eine solche Forderung", entgegnet der Verantwortliche auf Nachfrage von Bgland24. Die Gruppe sei außerdem in der Gemeinde bekannt für diverse Partys, bei denen es schon öfter zu Ruhestörungen gekommen sei. 

"So etwas unterstütze ich nicht auch noch, das hat für mich nichts mit Tradition zu tun", meint der Bestohlen.  Er habe beschlossen, einen neuen Baum zu fällen anstatt die Auslöse zu bezahlen. 
Er erwäge sogar eine Anzeige wegen Holzdiebstahl und fordert, den geklauten Baum an den Sponsor zurückzugeben. 

Joanna Thurow

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / Peter Kneffel

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