Herrmann: "Jedes Opfer ist eines zuviel"

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Pressekonferenz im Innenministerium mit MdL Roland Richter und Innenminister Joachim Herrmann (v.l.),

Garmisch - Das Bayerische Kuratorium für Alpine Sicherheit nimmt seine Arbeit auf. Innenminister Joachim Herrmann begrüßte am Dienstag die Gründung.

Innenminister Joachim Herrmann und MdL Roland Richter stellten am Dienstag, 6. März, die Ziele und das Wirken des neu gegründeten Bayerischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit im Bayerischen Innenministerium vor. Damit Freizeitsportler, Wanderer und Profis besser informiert und ausgerüstet sind, soll die Prävention und Unfallforschung verstärkt werden. Dazu schafft der Verein ein bayernweites Netzwerk. In ihm werden Expertenwissen gebündelt und eine effektive Unfallverhütung gefördert. Beteiligt sind insgesamt 14 Verbände und Organisationen.

Joachim Herrmann, der Bayerische Staatsminister des Innern, begrüßte und unterstützte am gestrigen Dienstag, 06. März, in München die Gründung des Bayerischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit. „Das Kuratorium ist eine wichtige Plattform für alle Fragen rund um die alpine Sicherheit“, betonte der Minister anlässlich einer Pressekonferenz im Innenministerium. Die Aktivitäten der Menschen in den bayerischen Bergen steigen seit Jahren deutlich an – ob es der Volkssport Wandern ist oder stark wachsende Trendthemen wie Klettern, Radfahren oder Skitouren.

Es sei wichtig, Wanderer, die in Sandalen unterwegs seien, genauso anzusprechen wie Profibergsportler. Die Gefahr einer Fehleinschätzung der Situation könne immer bestehen. Im bayerischen Alpenraum passieren Jahr für Jahr rund 50 bis 70 tödliche Unfälle. Etwa 100 bayerische Bürger kommen bei Unfällen in den benachbarten österreichischen Bergen jährlich ums Leben. „Dagegen müssen wir etwas tun. Denn jeder Tote ist einer zu viel“, so Minister Herrmann.

Bayernweit aktiv für effektive Unfallverhütung

Der 1. Vorsitzende des Kuratoriums, der Landtagsabgeordnete Roland Richter, sieht als wichtigste Ziele zum einen die Förderung der Unfallverhütung und zum anderen die ideelle und materielle Förderung der alpinen Sicherheit für das Gemeinwohl der berg- und skisporttreibenden Gesellschaft.

„Darüber hinaus ist der Meinungsaustausch zu alpinen Fachfragen und die Entwicklung von Standards im Sinne der Unfallprävention, ebenso wie die Datenerfassung für die Erarbeitung statistischer Grundlagen zu alpinen Unfällen, ein wichtiges Thema“, unterstrich Richter. Das Kuratorium will hier Verbindungen schaffen, den Informationsfluss verbessern und damit auch die Voraussetzungen für weitreichende präventive Maßnahmen schaffen. Das Kuratorium versteht sich als Netzwerk, welches mit einer entsprechenden Struktur das gesamte Unfallgeschehen in den bayerischen Bergen erfassen wird. Hierdurch werden entsprechende professionelle Analysen ermöglicht. Finanzieren soll sich das Kuratorium durch Spenden, Beihilfen, sonstige Zuwendungen und Einnahmen aus Publikationserlösen.

Kooperation mit dem österreichischen Kuratorium

Die quantitative Zunahme sowie die qualitative Veränderung des Freizeitverhaltens in den Bergen zeigen, dass Handlungsbedarf besteht. Orientieren will sich das neue Kuratorium auch an den Kollegen in Österreich. Dort gibt es seit über 40 Jahren das Österreichische Kuratorium für Alpine Sicherheit, mit dessen Präsident Dr. Karl Gabl bereits ein Erfahrungsaustausch stattgefunden hat. Diese Kooperation wurde auch von Staatsminister Joachim Herrmann sehr gelobt. Die beteiligten Ministerien, Fachverbände und Organisationen – alle zusammen wollen ihre Kräfte und Erfahrungen bündeln, um die Sicherheit in den bayerischen Bergen zu erhöhen.

Pressemitteilung Bayerisches Kuratorium für Alpine Sicherheit

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