Zwischen Ost- und Hauptbahnhof in München

Lebensgefährlich: Jugendliche balancieren auf Gleisen und legen Bahnverkehr lahm

Jugendliche balancieren auf Bahngleisen in München
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Lebensgefahr: Die Bundespolizei warnt ausdrücklich davor, den Gleisbereich zu betreten.

München - Ein Railjet musste am Montagabend in München eine Schnellbremsung einleiten, nachdem vier Jugendliche auf den Gleisen balancierten. Die 15- und 16-Jährigen legten den Bahnverkehr kurzzeitig lahm, insgesamt entstanden 732 Verspätungsminuten.

Am Montagabend, den 31. August, wurde der Bundespolizei München gegen 18.30 Uhr mitgeteilt, dass sich vier Jugendliche zwischen Ostbahnhof und Hauptbahnhof im Gleisbereich befinden. Der Lokführer eines Railjets aus Bologna hatte die Teenager erkannt und sofort einen Achtungspfiff abgegeben sowie eine Schnellbremsung eingeleitet, als er die Personen auf dem Nachbargleis erkannte. Erst rund 800 Meter nach der Stelle, an welcher sich die Jugendlichen befanden, kam der Zug letztlich zum Stillstand.

Da der Zugführer nicht wusste, ob einer der Jugendlichen vom Zug erfasst wurde, wurde ein Großaufgebot an Einsatzkräften an die Einsatzstelle beordert. Mehrere Streifen der Landes- und Bundespolizei waren ebenso vor Ort, wie die Berufsfeuerwehr München.

Jugendliche jeweils 15- und 16 Jahre alt

Beamte der Landespolizei konnten wenig später eine 15-Jährige und eine 16-Jährige aus der Au beziehungsweise aus Ramersdorf aufgreifen. Die beiden anderen Jugendlichen waren beim Eintreffen der Sicherheitskräfte geflüchtet, konnten allerdings dann über Handy erreicht und zurück zur Einsatzstelle beordert werden. Bei den beiden Teenagern handelt es sich um einen 15- und einen 16-Jährigen aus Au und Ramersdorf.

Gegenüber den Beamten schilderten die Jugendlichen, dass sie „nur“ eine Abkürzung vom Ostfriedhof zum Tassiloplatz über die Gleise nehmen wollten. Da nicht gesichert war, ob sich noch weitere Personen im Gleisbereich aufhalten, wurde die Strecke auf rund 800 Metern durch die Berufsfeuerwehr abgesucht.

Insgesamt 732 Verspätungsminuten

Im Railjet waren knapp 300 Passagiere, welche allesamt die manuell eingeleitete Schnellbremsung unverletzt überstanden. Erst gegen 19.45 Uhr konnte die Bahnstrecke wieder freigegeben werden. Während der Sperre kam es zu erheblichen Beeinträchtigungen im Bahnverkehr von und nach Rosenheim. Ein Zug musste umgeleitet werden, insgesamt erhielten 21 Züge und S-Bahnen zusammengerechnet 732 Verspätungsminuten.

Teenager wurden den Erziehungsberechtigten übergeben

Die Jugendlichen wurden zum Revier der Bundespolizei am Ostbahnhof verbracht, von wo aus die Erziehungsberechtigten kontaktiert wurden. Da sich der Anfangsverdacht des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr durch die Schnellbremsung erhärtet hatte, wurden alle Jugendlichen, zugleich Beschuldigte im Strafverfahren, im Beisein der Erziehungsberechtigten belehrt. Sie werden von Beamten der Kriminalprävention eigens noch zu Gesprächen über Gefahren im Bahnverkehr zur Bundespolizei eingeladen.

Neben den strafrechtlichen Ermittlungen können auf die vier beziehungsweise auf deren Erziehungsberechtigte auch Kosten für den Einsatz der Bundespolizei sowie privatrechtliche Forderungen der Deutschen Bahn AG zukommen. Die Teenager kooperierten mit den Sicherheitskräften und haben den polizeilichen Maßnahmen Folge geleistet, sie wirkten von der Situation eingeschüchtert.

Die Münchner Bundespolizei warnt vor dem lebensgefährlichen Betreten von Bahnanlagen, insbesondere auch der Gleise. „Kurz ein Selfie“ oder „schnell abkürzen“ oder einfach - wie im aktuellen Fall - „mal so auf den Schienen balancieren“, kann Dein Leben oder auch das Leben Deiner Freunde kosten! Von den Folgen für Freunde, Bekannte und Verwandte, wie Eltern oder Großeltern ganz zu schweigen.

Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion München/aic

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