Schüler nach "Spice-Joint" im Krankenhaus

Miesbach - Vier 15-jährige Schüler haben aus dem Internet bestellte Kräutermischungen geraucht. Wegen massiver Nebenwirkungen wurden die Jungen ins Krankenhaus eingeliefert.

Drei Miesbacher Schüler erlitten am Donnerstag, den 9. Juni, nach dem Konsum eines „Spice Joint“ massive Kreislaufstörungen und mussten deshalb zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden.

Vier 15-Jährige, drei Buben und ein Mädchen, trafen sich am frühen Nachmittag zwischen zwei Schulstunden im Stadtgebiet und rauchten dort die gefährliche „Kräutermischung“. Einer der Jungen hatte sich diese über das Internet bestellt und zusenden lassen. Als die Vier kurze Zeit später wieder im Unterricht waren, erlitten die drei Jungen zum Teil schwere Kreislaufzusammenbrüche und mussten sich übergeben. Noch in der Schule wurden erste Behandlungsmaßnahmen von den eingesetzten Rettungskräften durchgeführt. Während das Mädchen, das nur einmal am „Spice-Joint“ gezogen hatte, keine Beschwerden hatte und nur vorsorglich im Krankenhaus untersucht wurde, mussten die drei anderen über Nacht zur weiteren Beobachtung stationär verbleiben. Die Miesbacher Kriminalpolizei ermittelt nun in dieser Sache.

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd warnt eindringlich vor den Gefahren beim Konsum sogenannter „Legal High“-Produkte, deren Angebot stetig steigt. „Legal Highs“ werden unter anderem als Kräutermischungen, Badesalze oder Legal Ecstasies angeboten und meist über das Internet vertrieben. Sie vermitteln dem Konsumenten den Eindruck der Legalität, doch es handelt es sich dabei um chemische Abänderungen bekannter Drogen. Besonders problematisch ist, dass die aufgeführten Bestandteile häufig nicht, beziehungsweise falsch, deklariert sind. Die Wirkung der Drogen sowie die Folgen für die Gesundheit des Konsumenten sind dadurch nicht kalkulierbar.

Die genauen Wirkungen der synthetischen Zusätze und der beim Rauchen entstehenden toxischen beziehungsweise krebsfördernden Zersetzungsprodukte können derzeit wissenschaftlich noch nicht eingeschätzt werden. Konsumenten berichteten von erheblichen Wirkungen auf das Herz-, Kreislauf- und Nervensystem bis hin zur Bewusstlosigkeit. Auch birgt der Konsum ein nicht zu unterschätzendes Risiko bei der Teilnahme im Straßenverkehr, insbesondere beim Führen von Fahrzeugen.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Rubriklistenbild: © dpa

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