Auf das Bauchgefühl gehört

Schüler (16) aus München rettet Jugendlichen vor Suizid

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Über den 16-jährigen Felix aus München berichten alle Münchner Medien. Er hat einem anderen Jugendlichen in einer Notlage geholfen.
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München - Felix aus München hatte das richtige Gespür und hat so einem Jugendlichen aus Koblenz möglicherweise das Leben gerettet.

Die Geschichte beginnt vor etwa zwei Monaten auf Instagram. Am Montag dann hört Felix auf sein Bauchgefühl und er rettet so vielleicht ein Leben. Alle Münchner Medien, die tz, die Abendzeitung und der Bayerische Rundfunk berichten nun am Mittwoch über den jugendlichen Helden von der Isar.

Die beiden Schüler lernen sich über das Soziale Netzwerk kennen, weil sie eine gemeinsame Leidenschaft teilen: Züge. Die Eisenbahnfans, sogenannte Trainspotter, tauschen sich im Netz aus. 

Felix hat auf Instagram eine Gruppe gegründet, sie nennt sich Trainspotter gegen Mobbing, weil Menschen mit diesem Hobby oft verspottet werden. Dann erfährt er, dass sein Gleichgesinnter aus Koblenz in der Schule gemobbt und verprügelt wird. Auch in der Familie findet der 15-Jährige keinen Rückhalt. Der Jugendliche leidet, denkt an Suizid. Er schickt Felix auch Fotos von den Narben an seinen Unterarmen, wo er sich selbst mit scharfen Gegenständen geritzt hat. 

Felix erkennt den Hilferuf 

Am Montagabend haben die beiden wieder Kontakt im Chat, telefonieren möchte der Koblenzer wie immer nicht. Felix bemerkt, dass Kumpel an dem Tag besonders niedergeschlagen wirkt. Dieser schreibt: "Ich will einfach nur sterben." Dann verabschiedet er sich abrupt von Felix, postet noch ein Winkewinke-Smiley und ist dann nicht mehr erreichbar. Das Handy hat er ausgeschaltet.

Ein Hilferuf, den der Münchner wohl richtig deutet. Er alarmiert die Polizei, die das Handy des Jugendlichen aus Koblenz ausfindig macht. Der Jugendliche wird in eine Psychiatrie eingeliefert, befindet sich nun in medizinischer Betreuung und hat Medienverbot. Seit Montag gab es somit auch keinen Kontakt mehr zu Felix. 

"Hatte das richtige Gefühl"

Im Gespräch mit der tz fragt sich Felix: "Wie kann es sein, dass es niemanden gibt, der ihn besser kennt als ich?" Im Interview mit Bayern 3 sagt er noch: "Ich bin kein Held, nur ein normaler Mensch, der halt das richtige Gefühl hatte."

Möglicherweise hat genau dieses Bauchgefühl einem anderen Jugendlichen das Leben gerettet. 

mg

Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111 oder 0800-1110222. Die Telefonseelsorge bietet auch anonyme Beratung über Chat und E-Mail an.

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