Lawinenabgang am Großglockner: Suche vorerst eingestellt

Stephanskirchener (26) vermisst - Aschauer (25) tot geborgen

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Kals/Tirol - Eine erneute Lawine hat ein weiteres Todesopfer in Tirol gefordert. Der 25-Jährige soll aus dem Chiemgau stammen.

Update, 21.20 Uhr: Pressemeldung der Polizei

Drei deutsche Skifahrer - 27, 26 und 25 Jahre alt - hielten sich am 5. Januar im Bereich des Großglockner-Resorts auf. Gegen 10.30 Uhr verließen sie den gesicherten Skiraum und fuhren oberhalb des Kals-Matreier-Törls auf etwa 2.300 Metern Höhe in Richtung Matrei ab und auf Höhe der Talstation Happeck wieder in das Skigebiet ein. Die Skifahrer waren mit Lawinenairbags und Lawinenverschüttetensuchgeräten ausgestattet.

Gegen 12.30 Uhr wiederholten der 26-Jährige und der 25-Jährige die Fahrt, während der 27-Jährige an der Talstation Happeck wartete. Gegen 15 Uhr stellten zwei einheimische Skifahrer im Bereich der sogenannten Ladstatt auf einer Höhe von rund 1.800 Metern ein zirka 400 Meter langes und 100 Meter breites Schneebrett fest.

Da in den Lawinenkegel zwei Skispuren hinein-, jedoch keine herausführten, setzten sie einen Notruf ab und begannen mit der Suche nach den vermeintlich Verschütteten. Der dritte Skifahrer hatte in der Zwischenzeit die Bergbahnen über die Abgängigkeit seiner Kollegen informiert.

Beim folgenden Einsatz durch die Bergrettung und die Alpinpolizei konnte der 25-Jährige aus einer Tiefe von etwa zwei Metern geborgen werden. Wiederbelebungsmaßnahmen verliefen jedoch erfolglos.

Die Suche nach dem zweiten Skifahrer musste um 18 Uhr aufgrund der hohen Lawinengefahr unterbrochen werden.

Presseaussendung der Landespolizeidirektion Tirol

Vorbericht

Am 5. Januar gegen 12.30 Uhr sind zwei junge deutsche Skifahrer im Bereich des Kals-Matreier-Törls in etwa 2.300 Metern Höhe im freien Skiraum in Richtung Matrei in Ostirol unterwegs gewesen, wie die Landespolizeidirektion Tirol mitteilt. Zirka 13 Uhr ist zumindest einer der Skifahrer im Bereich der sogenannten Ladstatt in rund 1.800 Metern Höhe von einem Schneebrett erfasst und verschüttet worden.

Nachdem die Leitstelle Tirol informiert worden ist, ist etwa 15 Uhr ein organisierter Lawineneinsatz der örtlich zuständigen Bergrettungsortsstelle Matrei in Osttirol, unterstützt von der Bergrettung Kals am Großglockner, in Gang gekommen.

Mann aus dem Chiemgau verschüttet

Bei dem 25-Jährigen soll es sich um einen Mann aus dem Chiemgau handeln, berichtet heimatzeitung.de. Er und sein 26 Jahre alter Freund sind demnach von der Lawine verschüttet worden. Nach einer Suchaktion konnte der 25-Jährige, der laut br.de aus Aschau im Chiemgau stammen soll, zunächst geborgen werden, musste dann aber für tot erklärt werden.

Sein Freund, der aus Stephanskirchen stammen soll, liegt tiefer unter den Schneemassen. Einsatzkräfte suchten zunächst nach ihm. Am Abend musste die Rettung aus Sicherheitsgründen jedoch unterbrochen werden. Hubschrauber konnten die Unfallstelle in Kals nicht erreichen. Dichter Nebel erschwerte die Suche. Es besteht weiterhin Lawinengefahr.

Spätestens bei Tagesanbruch soll die Suche nach Angaben eines Sprechers fortgesetzt werden, berichtet heimatzeitung.de. Ein gemeinsamer Bekannter hatte die Vermissten gemeldet, als sie am Nachmittag nicht im Tal ankamen.

Weitere Lawine in Kühtai

Eine weitere Lawine ist am Freitagmittag im Skigebiet Kühtai, Bereich Kaisergondelbahn, abgegangen, teilt die Landespolizeidirektion Tirol mit. Zirka 150 Personen - Bergrettung, Skilehrer und Freiwillige - und mehrere Lawinenhunde sind mit der Sondierung und Suche am Lawinenkegel beschäftigt gewesen.

Zwei teilverschüttete Personen konnte unverletzt geborgen werden. Ob noch weitere Personen verschüttet sind, ist noch unklar.

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance/Zeitungsfoto.

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