Bayern kämpft gegen Missbrauch an Privatschulen

München - Im Kampf gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern stellt die Staatsregierung jetzt kirchliche und andere Privatschulen unter verschärfte Aufsicht.

 Künftig sollen diese Schulen verpflichtet werden, die Jugendämter über einschlägige Vorfälle zu informieren. Außerdem müssen Lehrer bei der Bewerbungen an Privatschulen zwingend ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Das sieht der Gesetzentwurf vor, den das Kabinett am Mittwoch beschloss. Damit soll sichergestellt werden, dass keine Lehrer mehr an Privatschulen unterrichten, die wegen Missbrauchs oder Misshandlung von Kindern vorbestraft sind.

Im diplomatisch formulierten Kabinettsbulletin ist lediglich von “Privatschulen“ die Rede, die kirchlichen Schulen werden nicht ausdrücklich genannt, sind rechtlich aber auch Privatschulen. Anlass der Gesetzesänderung sind vor allem die in den vergangenen Jahren aufgedeckten Missbrauchsfälle, von denen sich viele an katholischen Schulen ereigneten.

So waren auch immer wieder Vorwürfe laut geworden, dass die betroffenen kirchlichen Schulen im Kloster Ettal und anderswo Verdachtsfälle vertuschten, statt zur Aufklärung beizutragen. Die schärferen Vorschriften gelten künftig aber auch an nichtkirchlichen Privatschulen sowie Waldorf-, Montessori- und weiteren reformpädagogischen Schulen. Bisher stehen private Schulen unter weniger strenger Aufsicht als staatliche Schulen, an denen diese Regeln schon lange gelten.

Außerdem werden die Vorschriften für private Schulen auch in sonstiger Hinsicht an die staatlichen Schulen angeglichen: Nicht nur Lehrer, sondern auch sonstige pädagogische Mitarbeiter müssen die erweiterten Führungszeugnisse vorlegen. Außerdem erhält die Schulaufsicht mehr Möglichkeiten, Direktoren, Lehrern und sonstigen Mitarbeitern nach Übergriffen auf die ihnen anvertrauten Kinder den Unterricht zu verbieten.

dpa

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