Kuriose Forderung in Franken

Kampf gegen Hundekacke: CSU will DNA-Test für Vierbeiner 

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Oberasbach/Fürth - Es ist wohl das meistdiskutierte Problem auf Bürgerversammlungen: Die Hinterlassenschaft der geliebten Hunde und was damit geschehen soll. Die CSU in Oberasbach hat jetzt einen innovativen Vorschlag gemacht. Doch ist dieser überhaupt umzusetzen?

Wie kann man Hundebesitzer dazu zwingen, die Hinterlassenschaft ihres Vierbeiners aufzusammeln und den Kotbeutel in den nächsten Mülleimer zu verwerfen? Dieses deutschlandweite Top-Thema hat die CSU im Landkreis Fürth nun zu einer innovativen Idee inspiriert. Dortiges Problem: Oft wird der Kot in Oberasbach zwar in den Beutel gepackt, dieser dann allerdings in den nächsten Busch oder Vorgarten geschmissen.

Spezial-Firmen verschicken Teststäbchen

Darum hat die CSU nun vorgeschlagen, DNA-Proben von allen Hunden in der 18.000-Einwohner-Stadt zu nehmen, um die Hinterlassenschaften mit kriminaltechnischen Methoden ihren Urhebern zuordnen zu können. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung aus Oberasbach. Es gibt inzwischen sogar Firmen, die sich auf solche Geschichten spezialisiert haben. Sie verschicken die Teststäbchen, bauen aus den analysierten Speichelproben eine DNA-Datenbank auf und untersuchen später die eingeschickten Exkrement-Proben - Kosten zwischen 70 und 80 Euro. Landen sie einen Treffer, kann die Kommune den Verstoß als Ordnungswidrigkeit belangen und zumindest einen Teil der Kosten wieder hereinholen.

DNA-Datenbank wirklich umsetzbar?

Doch was in der Theorie noch machbar klingt, ist praktisch kaum umzusetzen. Ein Grund wäre beispielsweise: Geht Herrchen oder Frauchen lediglich in Oberasbach Gassi und der Hund ist dort nicht gemeldet, wäre die DNA nicht erfasst worden. Denn in der Datenbank wären nur Vierbeiner erfasst, die auch in der Stadt gemeldet sind. Ein weiterer Grund ist im Gesetz zu finden: So sah die Stadtverwaltung gar nicht erst eine Rechtsgrundlage, um die DNA-Daten ihrer Bürger verlangen zu können. Um dieses Problem zu lösen, schlug die CSU vor, die Besitzer bei der Hundesteuer finanziell zu entlasten. Wer mitmacht und eine Speichelprobe des Lieblings einreicht, muss weniger zahlen - wer sich weigert, zahlt mehr. Auch die Zuständigkeit ist laut Süddeutscher Zeitung ein Problem: Kann jeder Hundehalter einfach eine Kotprobe einschicken oder muss die Stadtverwaltung dafür eigens Mitarbeiter abstellen? Diese Frage bleibt offen.

mh

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