Kaprun: Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein

Wien/Amberg - Die Staatsanwaltschaft Amberg hat ihre Ermittlungen in Zusammenhang mit der Brandkatastrophe von Kaprun eingestellt.

Dies sagte der leitende Staatsanwalts Joachim Diesch am Freitag der Nachrichtenagentur dpa in Wien. Der Wiener Opferanwalt Gerhard Podovsovnik hatte Klage wegen “schweren gewerbsmäßigen Leistungsbetruges mittels Kartellbildung“ gegen zwölf Prozessbeteiligte eingereicht. Die Staatsanwaltschaft Amberg war zuständig, da die größte Gruppe der Angehörigen jener deutschen Opfer, die Podovsovnik vertritt, aus dem Raum kommt.

Der Jurist vermutet, dass es beim Prozess um das Seilbahnunglück am österreichischen Kitzsteinhorn vom 11. November 2000, bei dem 115 Menschen ums Leben kamen, eine “Kartellbildung“ gegeben hat. Involviert sind seiner Überzeugung nach österreichische Justizangehörige, Techniker und Unternehmensvertreter, die am Prozess beteiligt waren. Zudem wirft er mehreren Gutachtern Befangenheit vor und vermutet Absprachen bezüglich der Entschädigungszahlungen.

Mit seiner Klage wollte er den Prozess neu aufrollen, der 2004 mit dem Freispruch aller 16 Angeklagten endete. Dazu reichte Podovsovnik eine weitere Anzeige bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien ein. Die österreichische Behörde hat die Überprüfung der Vorwürfe nach Angaben der Nachrichtenagentur APA in Wien jedoch noch nicht abgeschlossen.

lby

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