In Kastl heißt es weiter warten

Noch immer keine Freigabe: Warum die PFOA-Filteranlage nicht ans Netz darf

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Irgendwo zwischen Wassereingang und UV-Filter hat es sich ein Keimherd offenbar gemütlich gemacht.
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Kastl – Noch immer gibt es keine Freigabe für die temporäre PFOA-Filteranlage. Dabei hatte das Landratsamt den 31. August als Frist gesetzt. Ab dann muss Kastl einwandfreies Trinkwasser mit einem PFOA-Gehalt innerhalb der Leitwertgrenze liefern.

Das mit dem PFOA im Trinkwasser ist offenbar kein Problem. Die temporäre Aktivkohlefilteranlage liefere Wasser mit einem PFOA-Gehalt unter der Nachweisgrenze, heißt es. Das Problem sei eine mikrobiologische Verunreinigung. Wegen ihr darf die Anlage noch nicht in Betrieb gehen. Zumindest konnte der Grund für diese Verunreinigung deutlich eingegrenzt werden.

So viel steht laut Michael Prestel von der Verwaltungsgemeinschaft Unterneukirchen fest: Der Keimherd liegt innerhalb der Anlage. Noch bevor Wasser in die Anlage läuft, werde es beprobt. „Diese Proben sind mikrobiologisch einwandfrei“. Folgerichtig heißt das, dass es eine Verunreinigung innerhalb der Anlage gibt. „So groß ist die Anlage doch nicht“, könnte man jetzt sagen. Ist sie aber doch, wenn man einen Keimherd sucht.

"Nicht zufriedenstellend": PFOA-Filteranlage geht noch nicht an den Start

Der Keim steckt im Detail

Jeder Anschluss, jede Rohrverbindung und die Aktivkohle selbst – Vor der Anlage ist das Wasser keimfrei vor dem UV-Filter nicht mehr. Irgendwo dazwischen liegt der Keimherd. Der UV-Filter arbeite einwandfrei, so Prestel auf Nachfrage von innsalzach24.de. Man wolle aber auf Nummer Sicher gehen. Der UV-Filter sei in Sachen mikrobiologisch einwandfreiem Wasser nur eine Sicherheitsmaßnahme, ein Backup quasi. Bereits vor dem UV-Filter und damit kurz vor dem Ausgang dürfe Trinkwasser keine Verkeimung aufweisen.

Ein Haarfärbemittel als Lösung?

Es geht darum, die Anlage keimfrei zu bekommen. Um Wasser keimfrei zu kriegen, wird gerne Chlor genommen, siehe Freibad, siehe die Verkeimung im Wasser aus der Anlage in Alzgern (innsalzach24.de berichtete). Liegt der Keimherd in der Aktivkohle, fällt Chlor als Desinfektionsmittel aus.

Chlor greift die Kohle an. So setzt man in Kastl auf Wasserstoffperoxid. Richtig: Es geht um das Bleichmittel, das die Haare blond macht. Die Vorteile von Wasserstoffperoxid: Es tötet die Keime, greift die Aktivkohle nicht an und es zerfällt schließlich in Wasser und Sauerstoff.

Inbetriebnahme steht noch nicht fest

Laut Michael Prestel wird die Filteranlage in Kastl ab etwa Dienstagmittag mit Wasserstoffperoxid in beide Richtungen gespült in der Hoffnung, damit den Keimherd aus der Anlage zu bekommen, ihn abzutöten. Dieser Vorgang werde rund zwei Tage Zeit in Anspruch nehmen. Sind die Wasserproben vor dem UV-Filter dann mikrobiologisch einwandfrei, müsse Dr. Franz Schuheck, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Altötting, entscheiden, ob und wann die Anlage in Betrieb gehen darf.

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Quelle: innsalzach24.de

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