Wiesn-Wirt Schottenhamel verklagt Versicherung

Katastrophe für Nockherberg: „Allein 36.000 Liter Bier mussten wir vernichten!“

Nockherberg-Besitzer Christian Schottenhamel und das Logo der Versicherung Allianz.
+
Rechtsstreit zwischen Christian Schottenhamel und der Allianz.

München - Nockherberg-Besitzer und Wiesn-Wirt Christian Schottenhamel schloss bei der Allianz einen Vertrag ab, um im Falle einer Schließung seines Betriebes abgesichert zu sein. Da sich die Versicherung dagegen sträubte, für den coronabedingten Schaden aufzukommen, wird der Konflikt nun vor Gericht ausgetragen.

Das Coronavirus traf den Gastronomiesektor besonders schwer: Zwei Monate blieben die Türen der Betriebe für Gäste geschlossen. In diesem Zeitraum hätte normalerweise das beliebte Starkbierfest am Nockherberg mit rund 70.000 Feiernden stattfinden sollen. „Allein 36.000 Liter Bier mussten wir vernichten“, äußerte sich der bestürzte Nockherberg-Besitzer gegenüber der tz.

Um sich vor den finanziellen Verlusten einer Schließung des Betriebes aufgrund einer Krankheit oder Erregern beispielsweise zu schützen, hatte der Wirt eine zusätzliche Versicherung bei der Allianz abgeschlossen. Als er jetzt von seinem Versicherungsschutz Gebrauch machen wollte, weigerte sich die Allianz ihrer Pflicht nachzukommen, da das neuartige Coronavirus nicht zu den vertraglich festgelegten Krankheiten zählt.

Des Weiteren zweifelt die Versicherung an der tatsächlichen Schließung des Betriebes. Christian Schottenhamel zeigte sich gegenüber der tz empört: „Ich kann belegen, dass alle rund 100 Mitarbeiter, inklusive der Köche, in Kurzarbeit waren!“
Bei der gerichtlichen Auseinandersetzung fordert der Wirt 1,1 Millionen Euro von der Versicherung. Ob diese Forderung erfüllt werden muss, entscheidet sich am 20. Oktober in München. Laut tz gab es seitens des Gerichts bereits Andeutungen, dass dem Anspruch des Wirtes wohl „nichts entgegensteht“.

as

Kommentare