Brandkatastrophe durch Lagerfeuer entstanden

Jochberg: Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung!

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Die letzten Glutnester am Jochberg/Graseck sind am Montagmorgen von der Webcam am Herzogstand aus zu sehen (rechts im Bild).
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Jochberg/Kochel am See - Katastrophenfall am Jochberg bei Kochel am See: Wanderer hatten beim Jahreswechsel einen Waldbrand ausgelöst, die Löscharbeiten dauern am Montag an - rund 100 Feuerwehrler bekämpfen die Flammen.

Update 12.20 Uhr: Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung

Gegen die beiden Männer im Alter von 32 und 36 Jahren ermittelt das zuständige Fachkommissariat der Kripo Weilheim in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft München II nun wegen fahrlässiger Brandstiftung. 

Das zunächst genannte, angebliche Notsignal hat sich in den Ermittlungen nicht bestätigt. Man geht davon aus, dass die beiden Männer ein Lagerfeuer entzündet haben, welches außer Kontrolle geraten ist. Beim Versuch die Flammen zu löschen, ist der jüngere Mann abgestürzt und hat sich verletzt.

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Vorbericht

In der Silvesternacht ist am Jochberg/Graseck ein Waldbrand ausgebrochen. Die Löscharbeiten dauern in dem steilen, unwegsamen Gelände seit dem Morgen des Neujahrtags an. Bis zu sieben Hubschrauber waren seit 9 Uhr gleichzeitig im Einsatz, um den Brand auf einer etwa 100 Hektar großen Wald- und Wiesenfläche zu löschen.

Ca. 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Wasserwacht, Bergwacht und der Örtlichen Einsatzleitung bekämpften den Brand. Auch die Polizei ist vor Ort. Die Hubschrauber der Bayerischen Landespolizei, der Bundespolizei sowie einer privaten österreichischen Firma entnahmen dafür Wasser aus dem Walchensee und dem Kochelsee und warfen dieses über der betroffenen Bergflanke ab. Dazu flogen sie in zwei Flugrouten über dem betroffenen Gebiet; die kleineren Maschinen warfen das Wasser im unteren, die größeren Maschinen im oberen Gebiet ab. Mit einer Wärmebildkamera wurden die Brandnester genau lokalisiert, um die Hubschrauber gezielt steuern zu können. 

Waldbrand: Katastrophenalarm am Jochberg

B11 zwischen Kochel und Walchensee komplett gesperrt

Wegen des dauerhaften Überflugs durch die Hubschrauber wurde die B11 zwischen Kochel am See und Walchensee (Kesselbergstraße) vollständig gesperrt. Zeitgleich zu den laufenden Löscharbeiten aus der Luft wurde am Nachmittag das Material für einen Einsatz von Löschtruppen am Boden organisiert. Aufgrund des teils steilen Geländes sind vor allem Absturzsicherungen durch die Bergwacht für die Feuerwehreinsatzkräfte nötig. Die Löschhubschrauber bleiben die Nacht über in der Region und werden wegen der unsicheren Witterungslage nahe der Brandörtlichkeit postiert.

Lagerfeuer wohl Brandursache

Wie der Brand entstehen konnte, ermittelt nun die Kripo Weilheim. Nach bisherigen Erkenntnissen befanden sich zwei Männer aus dem Raum München in der Silvesternacht am Jochberg, Bereich Kochel am See. Gegen 0:15 Uhr stürzte einer der Bergsteiger ca. 100 Meter ab und verletzte sich schwer. Die Bergwacht Kochel am See konnte den Verunglückten noch in der Nacht bergen. Der 32-jährige Mann befindet sich aktuell im Krankenhaus. Inzwischen ist offenbar klar, dass die beiden Männer tatsächlich ein Lagerfeuer entzündet haben. Wie die dpa meldet, ermittelt die Polizei nun, ob das Lagerfeuer als Signalfeuer gedacht war, um auf den Verletzten aufmerksam zu machen - oder ob es bereits vorher entzündet worden war.

Wanderer sollen Raum Walchensee weiterhin meiden

Die Löscharbeiten endeten am Sonntag gegen 17 Uhr und gingen am Montag ab 9 Uhr weiter. Insgesamt wird damit gerechnet, dass sie noch bis Mitte der Woche andauern werden. Auch am Montag wird die B11 zwischen Kochel am See und Walchensee wieder ab 7.30 Uhr bis ca. 17 Uhr gesperrt sein.

Wanderer sowie Bergsteiger werden gebeten, aufgrund der Löscharbeiten den gesamten Raum Walchensee zu meiden. Weiter wurde in einem Radius von fünf Kilometern eine Flugverbotszone rund um den Kesselberg eingerichtet.

Aktuelle Informationen und weitere Bilder der Löscharbeiten finden Sie auf unserem Partnerportal merkur.de.

mh/Pressemitteilung Landratsamt Bad Tölz

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