Landkreis Mühldorf

Kein Pardon für Verkehrssünder

Nur mal schnell um die Ecke. Wer mit diesen Worten aus dem Haus geht, fühlt sich meistens sicher, oft so sicher, dass im Auto nicht mal der Gurt angelegt wird. Doch die Unfallstatistik zeigt deutlich, dass auch innerorts Gefahr droht: Insgesamt hat es auf den Straßen im Landkreis Mühldorf nach Angaben der Polizei im vergangenen Jahr 558- mal gekracht.

Traurige Bilanz: 616 Männer, Frauen und Kinder wurden bei diesen Unfällen verletzt, 11 davon sogar tödlich. Diese Zahlen hat jetzt das Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung veröffentlicht. Unter diesen 616 Verunglückten waren außerdem 147 Schwerverletzte, 458 kamen mit leichten Verletzungen davon. An den Unfällen waren zumeist Autos beteiligt, aber auch Fahrräder, Omnibusse, Lastwagen und Fußgänger.

Die meisten Unfälle ereignen sich innerorts. Von 67993 schweren Unfällen wurden im vergangenen Jahr 40998 innerorts verursacht, 21072 außerorts auf Bundes- und Landstraßen und 5923 auf Autobahnen. Innerorts wurden dabei 40599 Menschen verletzt, davon 184 getötet. Auf Bundes- und Landstraßen wurden 25102 Menschen verletzt. Die Zahl der Getöteten lag hier mit 498 am höchsten. Auf Autobahnen wurden 6186 Menschen verletzt, davon 106 tödlich.

Im Landkreis Mühldorf ereigneten sich im vergangenen Jahr innerorts 227 schwere Unfälle. Dabei wurden 220 Menschen verletzt, darunter drei tödlich (die Polizei unterscheidet hier innerorts und außerorts anhand der gelben Ortsschilder, wobei der Standort der Schilder und die Gemarkungsgrenze voneinander abweichen können, so dass es dadurch auch bei kreisfreien Städten außerorts geben kann). Auf Bundes- und Landstraßen außerorts krachte es 316-mal, dabei wurden 380 Menschen verletzt, acht starben. Auf Autobahnen gab es 15 schwere Unfälle. Hierbei wurden 16 Verkehrsteilnehmer verletzt, keiner davon tödlich.

Insgesamt verunglückten auf Bayerns Straßen im vergangenen Jahr 71887 Menschen. Gegenüber 2007 waren das knapp fünf Prozent weniger. 788 Menschen wurden 2008 getötet. Das waren mehr als 20 Prozent weniger als im Vorjahr. "Mit 788 Verkehrstoten - von denen jeder einer zu viel ist - registrierten wir den niedrigsten Wert seit Einführung der bayernweiten Verkehrsunfallstatistik im Jahr 1953", sagte Innenminister Joachim Herrmann anlässlich der Vorstellung der Verkehrsunfallbilanz. Im Landkreis Mühldorf verlief die Entwicklung in den vergangenen Jahren so: Im Jahr 2007 verunglückten auf hiesigen Straßen 653 Männer, Frauen und Kinder, 17 starben dabei. Im Jahr 2006 wurden 729 Menschen verletzt, davon elf tödlich.

Minister Herrmann kündigte weitere intensive Präventions- und Überwachungsmaßnahmen der Polizei an. Die Aktion "Sicher und Fair im Straßenverkehr" werde auch im Jahr 2009 mit folgenden Schwerpunkten fortgesetzt: kein Pardon bei Alkohol und Drogen im Straßenverkehr, konsequentes Vorgehen gegen unvernünftige Raser, nachhaltige Präventionsarbeit zur Verbesserung der Verkehrssicherheit mit dem besonderen Fokus auf schwächere und besonders gefährdete Verkehrsteilnehmer, anschnallen hilft Unfallfolgen zu mildern, Aktion sicherer Schwerverkehr, Optimierung der Schulwegsicherheit und Programm "Sichere Landstraße" mit baulichen Verbesserungen im Straßennetz. zs

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