Der nächste Kirchen-Skandal?

Verdächtiges Material auf dem Rechner: Priester suspendiert

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Gegen einen Priester aus Kempten wird wegen verdächtigem Material auf seinem Rechner ermittelt.
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Die Polizei ermittelt gegen einen katholischen Priester aus dem Allgäu. Er hatte verdächtiges Material auf dem Computer. Der Priester wurde suspendiert.

Kempten/Augsburg - Gegen einen katholischen Priester aus Schwaben wird wegen des Besitzes verdächtiger Pornos ermittelt. Wie die Staatsanwaltschaft Kempten bekanntgab, sei gegen den Geistlichen eine Anzeige eingegangen, in deren Folge die Pornos auf seinem Computer gefunden wurden. Inwiefern es sich dabei um strafrechtlich relevantes Material handle, müsse aber noch geprüft werden. „Die Ermittlungen stehen noch ganz am Anfang“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Mittwoch. 

Nach Angaben des Bischöflichen Ordinariats in Augsburg wurde der Priester inzwischen freigestellt. Die Staatsanwaltschaft hatte die Diözese über die Ermittlungen informiert. So sehe es die entsprechende Leitlinie der Deutschen Bischofskonferenz vor, teilte das Ordinariat mit. Dennoch gelte die Unschuldsvermutung.

Priester wegen Pornos suspendiert: Nicht der erste Sex-Skandal der Kirche

Für die katholische Kirche ist es nicht der erste Zwischenfall im Zusammenhang mit Sex. Im September sprach eine Studie des Professors Harald Dreßing von tausendfachem Missbrauch. „Das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs im Verantwortungsbereich der deutschen katholischen Kirche und auch der Umgang der Verantwortlichen damit haben mich erschüttert“, sagte der forensische Psychiater damals Merkur.de*. Die in der Studie genannten 3677 betroffenen Kinder seien nur die Spitze des Eisbergs. 

Opfer-Verbände fordern vom Vatikan daher die Öffnung der Archive. Angeblich seien der Kirche 5000 Täter namentlich bekannt, würden aber unter Verschluss gehalten, wie Merkur.de* berichtet. Papst Franziskus äußerte wiederholt Verständnis für die Empörung vor allem junger Katholiken über die weltweiten Missbrauchsvorwürfe gegen Geistliche. Auch Kardinal Marx bat bereits um Entschuldigung fürs Wegschauen und VertuschenBisher tut sich die Kirche mit Reformen allerdings schwer.*

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Redaktionsnetzwerkes der Ippen-Digital-Zentralredaktion.

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