Grausamer Fund in Oberbayern

Sie galten 18 Jahre lang vermisst: Polizei ordnet sterbliche Überreste jungem Paar zu

Mann findet Leichenteile eines vermissten Paares
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Säcke und Tonnen mit sichergestellter Erde hat die Polizei in einem abgesperrten Waldstück aufgestapelt; dahinter stehen Ermittler der Kriminalpolizei. Ein Spaziergänger hatte in dem Wald die sterblichen Überreste eines seit 18 Jahren vermissten Paares gefunden. Nach Angaben der Polizei vom 08.06.2020 haben Rechtsmediziner die Leichenteile inzwischen einem Mann und einer Frau zugeordnet, die im Jahr 2002 als vermisst gemeldet worden waren.

Kipfenberg - Ein Mann hat in Oberbayern Leichenteile eines seit fast zwei Jahrzehnten verschwundenen Paares gefunden. Nun wollen Polizei und Staatsanwaltschaft den Fall neu aufrollen. 

Am 2. Mai machte ein Wanderer bei einem Spaziergang in einem Waldstück im Birktal bei Kipfenberg einen grausamen Fund. Er entdeckte menschliche Überreste - unter anderem einen skelettierten Schädel. Wenig später übernahm die Polizei die Ausgrabungen und Ermittlungen. 

Die Einsatzkräfte gruben weitere Knochenteile und einen zweiten Schädel aus. „Im Rahmen der durch Beamte der KPI Ingolstadt in Handarbeit durchgeführten Grabungen konnten ein zweiter Schädel und weitere Knochen gesichert werden", teilte die Polizei mit. 

Mehrere Kubikmeter Erde seien ausgehoben, zerkleinert und gesiebt worden, um sie auf weitere Leichenteile zu untersuchen. Rund ein Dutzend Kriminalbeamte seien an der Grabung und Dokumentation der Funde beteiligt gewesen.

Menschliche Überreste von Hand ausgegraben

„Nach ersten polizeilichen Sicherungsmaßnahmen folgte für die Kripo Ingolstadt ein mehrere Wochen andauernder Prozess zur Ausgrabung, Bergung und rechtsmedizinischen Untersuchung der menschlichen Überreste“, sagte die Polizei am Montag, 8. Juni. 

Rechtsmediziner stellten anschließend fest, dass es sich um die Skelette eines Mannes und einer Frau handelt. Durch DNA-Material an den Knochen konnten die Experten schließlich die sterblichen Überreste einem seit 2002 vermissten jungen Paar zuordnen.

Ermittlungsgruppe "Briktal" eingerichtet

Nach Angaben des Polizeisprechers waren die Frau und der Mann zum Zeitpunkt ihres Verschwindens 21 und 23 Jahre alt. Die rund zehnköpfige eingerichtete Ermittlungsgruppe "Birktal" geht nun mit Staatsanwaltschaft und Rechtsmedizin fast 18 Jahre nach dem Verschwinden der Beiden der Frage nach, ob das Paar einem Tötungsdelikt zum Opfer fiel.

Zwischenzeitlich waren die Ermittler dem Verdacht nachgegangen, das Pärchen sei von Rauschgifthändlern umgebracht worden. Diese Ermittlungen verliefen sich jedoch im Sand. 

mz

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