"Erlebnis-Radweg" in Freising

Bayerns buckligster Radweg: So verteidigt sich das Landratsamt

Fünf Hügel auf 500 Metern: Verwunderung wegen "Erlebnis-Radweg"
+
Eine Familie mit zwei Kindern fährt einen als Buckelpiste angelegten Radweg entlang.

Kirchdorf/Freising - Für viel Wirbel sorgte in den vergangenen Wochen Geh- und Radweg im Süden von Kirchdorf (Kreis Freising). Fünf Hügelchen auf 500 Metern Länge wurden asphaltiert. In einer schriftlichen Stellungnahme hat sich das Landratsamt jetzt für den Bau verteidigt.

Viel Spott musste das Landratsamt Freising in den vergangenen Wochen einstecken. Grund ist der Geh- und Radweg am südlichen Ortsrand von Kirchdorf, der inzwischen über die Grenzen des Freistaats bekannt ist. Auf einer Strecke von 500 Metern enthält er fünf künstliche Hügel und gleicht hier einer "Buckelpiste". "Das sieht natürlich kurios aus, und schön ist es nicht", sagte eine Sprecherin des Landratsamts Freising. "Aber das ist kein Planungsfehler, das ist schon so gewollt."

Landratsamt verteidigt erneut Bayerns buckligsten Radweg

Aufgrund der hohen medialen Präsenz und der erneuten Kritik sah sich das Freisinger Landratsamt nun offenbar dazu gezwungen, den Bau nochmals zu verteidigen. "Aufgrund des derzeitigen Bauzustandes wirkt die Ausführung vielleicht befremdlich und in manchen Augen auch nicht schön. Dieser Eindruck wird sich aber nach der Fertigstellung und dem Andecken des Oberbodens relativieren, wenn die Grünflächen wieder bewachsen sind", schreibt das Landratsamt in seiner Stellungnahme.

Fünf Hügel auf 500 Metern: In Deutschland herrscht Verwunderung wegen "Erlebnis-Radweg"

Ein Teilstück weise „Hügel“ auf, die "kurios aussehen mögen. Doch die Ausführung hat ihre Gründe". So wie der Radweg ursprünglich geplant war, wären die Zufahrten von der Kreisstraße zu den angrenzenden Feldern sehr steil ausgefallen – zu steil für Traktoren. "Dass dieser Punkt sehr spät aufgefallen ist, hat das Landratsamt Freising in diversen Stellungnahmen in Presse und Fernsehen deutlich kommuniziert. Ebenso klar formuliert wurden die ausschlaggebenden Argumente", schreibt das Landratsamt weiter. Von Anfang an seien alle Infos auf den Tisch gelegt worden. 

Weg liegt im Überschwemmungsgebiet der Amper

Das Landratsamt Freising hat entschieden, die Wegtrasse an den Stellen der Zufahrten höher aufzuschütten, damit Landwirte mit ihren Gefährten ihre Felder von der Kreisstraße aus anfahren können. Außerdem liege der Radweg im Überschwemmungsgebiet der Amper. Das hätte zur Folge, dass alle Anschüttungen in dem Bereich an anderer Stelle ausgeglichen werden müssen. Hätte man den gesamten Geh- und Radweg auf das Niveau der nun vorliegenden „Kuppen“ angehoben, hätte das neben Mehrkosten auch zur Folge gehabt, dass noch mehr Retentionsraum hätte geschaffen werden müssen.

Auch habe der Radweg nur eine Million Euro gekostet - nicht 3,3 Millionen, wie manche Medien berichtet hatten. Das seien die Kosten für das Gesamtprojekt, inklusive Straßen- und Brückensanierung.

mh

Kommentare