Bauarbeiten in Kirchham/Pocking

Ausweich-Lebensraum für Kiebitz und andere Vögel - Kiesmaterial wird für Bau der A94 verwendet

Kirchham/Pocking - Ab Anfang nächster Woche beginnen die Hauptarbeiten des Lebensraums für geschützte Vogelarten. Das dabei gewonnen Kiesmaterial wird für den Bau der A94 wiederverwendet.

Pressemeldung im Wortlaut:

Ab Anfang nächster Woche beginnen die Hauptarbeiten zur Schaffung eines neuen Ausweich-Lebensraums für den Kiebitz und weiterer geschützter Vogelarten auf einer Teilfläche des ehemaligen Standortübungsplatzes Kirchham/Pocking. Das dabei gewonnen Kiesmaterial wird auf drei größeren Deponieflächen in unmittelbarer Nähe zur Abbaustelle zwischengelagert und später als Dammschüttmaterial für den Bau der A94 wiederverwendet. Mit den sich anschließenden Straßenbaumaßnahmen wer-den die Deponiekörper wieder vollständig zurückgebaut.

Für besonders gefährdete und daher streng geschützte Arten, wie den Kiebitz, verlangt das Bundesnaturschutzgesetz, dass vor einem Eingriff in das Brutgebiet zu-nächst ein geeigneter Lebensraum neu geschaffen werden muss. Daher wird diese Ausgleichsmaßnahme vor den eigentlichen Straßen- und Brückenbauarbeiten im Rahmen einer sog. CEF-Maßnahme umgesetzt. Damit soll für den Kiebitz ein ökologisch-wirksames Habitat ohne zeitliche Lücke gewährleistet werden.

Insgesamt werden aus dem circa 42 Hektar großem Areal rund 2,5 Millionen Kubikmeter Kiesmaterial entnommen und seitlich zwischengelagert. Die so entstehende Geländeabsenkung wird dem Abbaufortschritt folgend unmittelbar anschließend renaturiert und entsprechend den Vorgaben aus dem Planfeststellungsbeschluss „kiebitzoptimiert“ gestaltet. Dazu erhält die Abgrabungssohle ein großflächiges Geländerelief mit feuchten Mulden/Seigen, damit zur Brutzeit des Kiebitzes Vernässungsbereiche mit unterschiedlichen Niveaus vorhanden sind sowie Bereiche von flachen, stets wasserführenden Tümpeln.

Zur Minimierung der Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes werden die Böschungen am äußeren Rand der Ausgleichsfläche sehr flach ausgebildet. Auf diesen optimierten Standorten sollen trotz kleinerer Lebensraumfläche eine höhere Bestandsdichte und ein besserer Bruterfolg erzielt werden, als dies auf den derzeit als Brutbiotope genutzten Ackerflächen der Fall ist. Im Idealfall sollen auf der Ausgleichs-fläche jährlich mindestens 32 Kiebitzpaare brüten.

Die Autobahndirektion Südbayern, Dienststelle Deggendorf weist darauf hin, dass die bestehenden Wegeverbindungen innerhalb des Standortübungsplatzes, die durch des Abbaugebiet führen, weiterhin gesperrt bleiben und bittet die benachbarten Anlieger und alle Naherholungssuchenden um Verständnis für die Arbeiten und die auftreten-den Behinderungen.

Pressemitteilung Autobahndirektion Südbayern A 94 München

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa (Symbolbild)

Kommentare