Drohen Erdbeben in Kirchweidach?

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Kirchweidach - Nach einem Erdbeben in St. Gallen im Rahmen einer Geothermiebohrung hat sich Geo-Energie Bayern zu möglichen Gefahren in der Region geäußert.

Es ist eine der größten Befürchtungen der Geothermie-Gegner in Kirchweidach und Garching: Erdbeben. Im schweizerischen St. Gallen kam es vor wenigen Tagen zu einem solchen Zwischenfall.

Wie die Neue Züricher Zeitung erläutert, war offenbar nicht die Geothermiebohrung selbst, sondern ein Gasaustritt ursächlich für das Beben. Als man das Gas mit Wasser in das Gestein zurückgedrängt habe, hätten sich bereits bestehende Mikrobeben verstärkt. Am Morgen des 20. Juli hat der Schweizer Erdbebendienst schließlich eine Magnitude von 3.6 auf der Richterskala verzeichnet.

Experten von Stärke des Bebens überrascht

Wie die schweizer Zeitung weiter berichtet, seien die Experten überrascht gewesen, dass eine relativ kleine Wassermenge ein vergleichsweise großes Beben verursacht hat.

In der Debatte um die beiden Geothermievorhaben in Kirchweidach und Garching geht es auch immer wieder um eine mögliche Gefahr durch Mikroerdbeben (bis Stärke 2 auf der Richterskala). Das Beben in St. Gallen war per Definition gar ein "sehr leichtes" Beben (Magnitude zwischen 3,0 und 4,0).

Kirchweidach in keiner Gefährdungszone

Die Geothermie-Debatte:

Für Geo-Energie Bayern, das die beiden Geothermievorhaben in Kirchweidach und Garching betreut, ist die Situation in Kirchweidach eine gänzlich andere als in St. Gallen. Während sich St. Gallen in unmittelbarer Nähe zur Gefährdungszone 2 befinde, liege Kirchweidach in keiner Gefährdungszone. Der sogenannte "Erschütterungskatalog für die Bundesrepublik Deutschland" verzeichnet zudem für die Jahre 800 bis 2003 nicht ein einziges Erdbeben in der Region um den Landkreis Altötting - in der Region um St. Gallen hingegen zählt die Statistik eine Vielzahl an Beben.

Außerdem rechnet Geo-Energie Bayern nicht damit, dass es in Kirchweidach zu einem ähnlichen Gasaustritt kommt wie in der Schweiz. In Kirchweidach seien keinerlei Überdruckzonen registriert worden. Dies lasse sich durch die größere Entfernung zur alpinen Gebirgsfront erklären.

Keine Mikrobeben in Kirchweidach gemessen

Seit Beginn der Bohrarbeiten im November 2010 wird ein seismisches Monitoring-Netzwerk betrieben, aufgebaut von der Sektion Geowissenschaften der LMU München. Bis heute wurde in Kirchweidach keine seismische Aktivität registriert, obwohl nach Angaben von Geo-Energie Bayern bereits über 25.000 Kubikmeter Wasser zirkuliert worden seien.

Schon auf einer Informationsveranstaltung zur Geothermie im Februar in Garching warnte der Physiker Dr. Erwin Knapek vor Panikmache. Für den Experten sind viele der Studien, die den Zusammenhang zwischen Mikroerdbeben und Geothermiebohrungen analysieren, unseriös. "Da macht man der Bevölkerung Angst", schimpfte Knappek damals.

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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