Keine Hygienemängel bei Kliniken Südostbayern

Anonymer Brief gegen Kliniken sollte bewusst täuschen

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Kontrollen gab es nach dem Brief nicht nur in Traunstein, sondern auch in Bad Reichenhall und Trostberg. Hygienemängel, wie behauptet, wurden nicht festgestellt. 
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Landkreise Traunstein/BGL - Ein anonymer Brief aus der Belegschaft machte den Kliniken Südostbayern heftige Vorwürfe - jetzt meldet sich der Autor wieder und gibt zu, bewusst übertrieben zu haben.

Die Vorwürfe eines anonymen, offenen Briefes waren heftig: Unter anderem behaupteten Mitarbeiter der Kliniken Südostbayern, dass sich in den Krankenhäusern Keime auf die Patienten übertragen würden. Die Kliniken selbst waren über den anonymen Angriff enttäuscht, doch trotzdem ließ man sich kürzlich von Gesundheitsämtern und Gewerbeaufsichtsamt erneut kontrollieren. Das Ergebnis: Die Vorwürfe hinsichtlich der hygienischen Situation sind haltlos.

"Es musste dramatisch verfasst werden..."

Jetzt hat sich der anonyme Verfasser gegenüber dem Reichenhaller Tagblatt wieder zu Wort gemeldet - und gibt, kurz gesagt, zu, gelogen zu haben: "Das anonyme Schreiben musste dramatisch verfasst werden, um die ungeteilte Aufmerksamkeit zu erreichen. Hätte man die Gefahr im Konjunktiv formuliert, wäre, wie immer, nichts passiert." Die Vorwürfe werden zurückgenommen. 

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Als "niederträchtig und feige" bezeichnete es Aufsichtsratsvorsitzender und BGL-Landrat Georg Grabner das Vorgehen von Anfang an - schließlich habe sich der Verfasser anonym an die Öffentlichkeit gewandt und nicht an den Betriebsrat oder den Aufsichtsrat. "Der Brief ist polemisierend und erweckt den Eindruck, unsere Institutionen und Mitarbeiter öffentlich in Misskredit bringen zu wollen", hieß es dazu auch von Ralf Reuter, Sprecher der Kliniken - die Behauptungen seien unwahr, verunsichernd und unangemessen.

Bei den jüngsten Kontrollen durch Gesundheits- und Gewerbeaufsichtsamt wurden lediglich geringfügige Mängel, beispielsweise bei der Lagerung von täglich verwendeten Endoskopen, festgestellt. In dem anonymen Brief, der an die Medien und Bürgermeister des Berchtesgadener Landes ging, wurden außerdem kritisiert, dass die Angestellten bloß ein Kostenfaktor seien und das Personal überlastet und unterbesetzt sei.

xe

Quelle: BGland24.de

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