Ehemann von vermisster Frau aus Kochel am See

"Komme erst zur Ruhe, wenn ich weiß, was ihr passiert ist!"

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Eva-Maria Disch wird seit dem 13. Oktober 2016 vermisst.
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Kochel am See - An manchen Tagen ist Armin Disch völlig verzweifelt. An manchen hofft er wieder und glaubt fest daran, dass seine seit 13. Oktober 2016 plötzlich spurlos verschwundene Ehefrau Eva-Maria wieder auftaucht.

Der 54-Jährige erinnert sich im Gespräch mit der Bild-Zeitung noch genau, was vor knapp einem Jahr am idyllischen Kochelsee passiert ist. Ein "stinknormaler Donnerstag" sei es gewesen, beide seien sie früh aufgestanden, da sie jeweils zur Arbeit mussten. "Evi wirkte unruhig an diesem Morgen, aber wir umarmten uns zum Abschied, ich machte mir nicht weiter Gedanken", erzählt Disch.

Am Abend änderte sich dies jedoch, als er gegen 17.30 Uhr nach Hause kam. Kein Zettel wie sonst von seiner Frau, die manchmal nach der Arbeit noch zu einer Freundin oder zum Walken am See ging. Anrufe bei Nachbarn und Freunden brachten nichts, so dass Armin Disch gegen 20.30 Uhr schließlich die Polizei einschaltete. Doch erst auf sein massives Drängen hin lief schließlich am folgenden Morgen ein großer Sucheinsatz an, der tagelang dauerte - und ergebnislos endete.

Besonders die Ungewissheit, was denn mit seiner Frau passiert ist, machten dem Systemadministrator die letzten Monate "zur Hölle". Er ist seither aus psychischen Gründen krank geschrieben. Bis heute weiß niemand, ob Eva-Maria noch lebt oder tot ist. "Vor ein paar Jahren ging es Evi nicht so gut, sie war in psychologischer Behandlung, weil sie mehrere Fehlgeburten hatte", erzählte der Bruder der Vermissten der Bild. Aber das Thema sei erledigt gewesen, Eva-Maria ging es inzwischen wieder gut, hieß es weiter.

Ehemann setzt sogar Belohnung aus

Für andere Menschen rund um Kochel scheint wiederum ein möglicher Suizid eine logische Erklärung für das Verschwinden der 45-Jährigen zu sein. Disch sieht dies anders, sagt, dass dieses Thema für "uns beide immer komplett abwegig" gewesen sei, und fragt berechtigterweise: "Wieso haben wir sie dann nicht gefunden?"

Der 54-Jährige, der absolut nichts unversucht lassen will, suchte nach seiner Frau sogar in Obdachlosenheimen, fragte in Frauenhäusern. Er richtete eine Seite im Internet (www.soko-evi.jimdo.com) ein und lobte 3.000 Euro Belohnung aus. Trotz auch aller bürokratischer Hürden - viele Versicherungen z.B. kennen den Status "vermisst" überhaupt nicht - will Disch weiterkämpfen: "Ich komme erst zur Ruhe, wenn ich weiß, was ihr passiert ist. Für mich lebt sie im Geiste - und zwar so lange, bis ich das Gegenteil erfahre."

>>> Die Beschreibung von Eva Maria Disch auf der Seite der bayerischen Polizei <<<

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