Nach brutaler Bluttat in Königsdorf

Kripo erhält neue Hinweise und Hilfe durch BKA-Experten

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Ein Polizist betritt das Grundstück des Hauses in Höfen bei Königsdorf im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

Königsdorf - Am Mittwochabend war der grausame Doppelmord in Höfen Thema in der bekannten TV-Sendung "Aktenzeichen XY". Die Kripo erhoffte sich neue Erkenntnisse - und einige neue Hinweise sind bereits eingegangen: 

UPDATE, 15.40 Uhr - Pressemeldung Polizei:

In Zusammenhang mit der Fernsehsendung Aktenzeichen XY sind bei der Soko „Höfen“ knapp 20 Hinweise eingegangen, die für den weiteren Verlauf der Ermittlungen positive Ansätze bieten. In die komplexe Tatortarbeit wurde die Tatortgruppe des Bundeskriminalamts (BKA) mit eingebunden.

Seit dem Bekanntwerden des Gewaltverbrechens sind bei der Soko „Höfen“, inklusive der Telefonanrufe während und nach der Fernsehsendung Aktenzeichen XY, etwas mehr als 130 Hinweise eingegangen. Aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen ergaben sich zahlreiche Ansätze, die in die laufenden Ermittlungen einfließen. 

Am Tatort wird weiterhin die komplexe Spurenlage akribisch aufbereitet und gesichert. Zur Unterstützung vor Ort wurde seit Donnerstagmittag die Tatortgruppe des Bundeskriminalamts in die Arbeiten mit eingebunden. Zwischenzeitlich konnte die Auswertung der ersten gesicherten Spuren in enger Abstimmung mit dem Bayerischen Landeskriminalamt und dem Institut für Rechtsmedizin in München in die Wege geleitet werden.

Was ist die "Tatortgruppe BKA"?

Die Tatortgruppe des Bundeskriminalamtes wurde in den siebziger Jahren als Reaktion auf die Häufung terroristischer Anschläge gegründet. Heute überwiegen Einsätze in den Bereichen Rauschgift, Waffen, Falschgeld und Kapitaldelikte. Die Tatortgruppe sichert mit modernsten Methoden die Spuren an Tatorten. Zu den aktuellen Herausforderungen der Tatortgruppe zählen die heutigen Auswertemöglichkeiten von DNA-analysefähigen Körpersubstanzen und die damit einhergehende Notwendigkeit des Umgangs mit Trugspuren und Kontaminationsgefahren, sowie die Weiterentwicklung und Optimierung der Verfahren zur Sicherung daktyloskopischer Spuren.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Die Erstmeldung:

Am vergangenen Wochenende wurde ein schreckliches Gewaltverbrechen im kleinen Ort Höfen bei Königsdorf bekannt. Eine Polizeistreife fand in der Nacht auf Sonntag an einem Haus Einbruchsspuren und entdeckte beim Betreten des Hauses dann zwei Leichen und eine schwerverletzte Frau. Erste Untersuchungen ergaben, dass die beiden Toten mit stumpfer Gewalt erschlagen wurden. Auch die Schwerverletzte wurde brutal geschlagen und dabei schwerst verletzt. Sie ist nach wie vor nicht vernehmungsfähig.

Nun wurde dieser Fall am Mittwochabend in der bekannten ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst" behandelt. Die Polizei erhoffte sich davon neue Hinweise zur Gewalttat. Der Leiter der Soko "Höfen", Markus Deindl, war im Studio bei Moderator Rudi Cerne zu Gast und zeigte sich tief betroffen: "Diese Tat hat uns, auch sehr erfahrene Kriminalpolizisten, sehr erschüttert. Ein solches Verbrechen ist in der letzten Zeit einzigartig." 

Zurzeit ermittle die Soko mit 50 Beamten in alle Richtungen. Große Hoffnungen setzt Deindl in die Spurenauswertung des Tatorts. Noch sei auch der Hintergrund der Tat nicht eindeutig zu bestimmen. War es kaltblütiger Mord, eine Beziehungstat oder doch ein außer Kontrolle geratener Raubüberfall? 

Die Fernsehzuschauer wurden gebeten, sich bei der Krippo Weilheim zu melden, falls sie zwischen dem 22. Februar und 24. Februar unbekannte Personen oder Fahrzeuge im Raum Höfen wahrgenommen oder im Laufe der folgenden Tage Personen mit blutverschmierter Kleidung gesehen haben. 

Im Laufe der Sendung gingen in bei der Kripo Weilheim elf bis zwölf Hinweise ein. Der BR berichtet von 17 Hinweisanrufen. Allerdings kann man laut Alfred Hettmer, erster Kriminalhauptkommissar beim LKA Bayern, "noch nichts über die Qualität der Hinweise sagen". 

Die Leitungen für Tipps und Fingerzeige stehen weiter offen. Auch Menschen, welche ein engeres Verhältnis zur schwerverletzen Luise Strauch hatten oder diese kennen, werden gebeten sich zu melden, um Aussagen über ihren Lebenswandel zu tätigen.

mz

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