Heinz-Harald Frentzen im Interview:

"Schumacher könnte erneut zurückkehren"

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Sympathischer Auftritt am Rande des Bob- und Skeleton-Weltcups am Königssee: Ex-Formel 1-Star Heinz-Harald Frentzen.

Königssee - Heinz-Harald Frentzen, Formel 1-Vize-Weltmeister 1997, war Stargast beim Bob- und Skeleton-Weltcup am Königssee. **Lesen Sie dazu unser Interview**

Heinz-Harald Frentzen traute sich, mit einem Bob-Taxi in die Königsseer Bahn. 

Heinz-Harald Frentzen kam mit seinem Manager Axel Watter, der wiederum für Bob-Pilot Manuel Machata und Bundestrainer Christoph Langen tätig ist, an den Königssee. Der gebürtige Mönchengladbacher wohnte wie ein Teil des Weltcup-Trosses im Hotel Edelweiß im Markt Berchtesgaden. Dort wohnte der heute 45-Jährige auch der Ice Speed-Party mit allen Sportlern und Funktionären bei.

Lesen Sie zum Besuch des bekannten Motorsportlers im Berchtesgadener Land ein Interview:

Redaktion: Herr Frentzen, Sie sind mit Eric Dengler im Bob-Taxi mitgefahren. Was hatten sie für Eindrücke und war auch ein wenig Angst im Spiel?

Heinz-Harald Frentzen: Es war eine sehr schöne Erfahrung. Angst war nicht im Spiel, aber Respekt. Man weiß ja nie, ob der Pilot vorne alles im Griff hat. Das Problem bei solchen Aktionen ist, dass es völlig neue Eindrücke sind. Wenn jemand mit mir auf der Rennstrecke dabei ist, dann weiß er ja auch nicht, wann ich vor der Kurve bremse und einlenke. Man verliert halt völlig die Orientierung, das ist das eigentliche Problem. Wenn man ein paar Mal fahren würde, wäre das natürlich anders. Aber auf alle Fälle war die Fahrt spannend, zu so etwas kommt man ja normalerweise nicht.

Der Bobsport wird gern die Formel 1 des Wintersports genannt. Können Sie das nachvollziehen?

Da ist natürlich was dran, die Geschwindigkeit und die Herausforderung, der Schnellste zu sein. Beim Bobsport spielen auch die Anschieber noch eine große Rolle.

Sie wurden mit 30 Jahren Vize-Weltmeister und haben mit 36 aufgehört. War das zur rechten Zeit?

Ich bin ja erst mit 26 Jahren in die Formel 1 gekommen, mein Karriereende mit 36 Jahren kam gerade zur rechten Zeit. Zehn Jahre Formel 1 waren eine spannende Zeit. Heute kommen die Fahrer wie Vettel und andere bereits mit 20 Jahren zur Formel 1. Das ist ähnlich wie im Motorrad-Rennsport, wo die Fahrer auch schon sehr früh einsteigen.

Als Sie erstmals auf der Go-Kart-Bahn von Michael Schumacher aufgetaucht sind, waren Sie schneller als der spätere siebenmalige Weltmeister...

Ich kannte Michael Schumacher schon lange, er war dort Lokalmatador. Ich bin damals Deutsche Meisterschaften gefahren und kannte mich recht gut mit Go-Karts aus.

Sie sind nach dem tödlichen Unfall von Ayrton Senna 1994 in Imola Siebter geworden. Danach hatten sie ein Angebot von Frank Williams, in dessen Team zu kommen. Sie blieben aber bei Sauber-Mercedes.

Das ist eine längere Geschichte. Mein Teamchef Peter Sauber hatte mir beim Einstieg in die Formel 1 sehr geholfen, und so stand ich auch trotz eines tollen Angebots von Williams zu ihm. Grundsätzlich kam ich ja zusammen mit Karl Wendlinger und Michael Schumacher aus einem Mercedes-Nachwuchsteam. Die Chancen, Formel 1 zu fahren, sind begrenzt - und so muss man auch, wissen wohin man gehört.

Hätten Sie Schumacher nach dem Comeback mehr zugetraut oder war das Ereichte das Maximum?

Für mich war es keine Überraschung, als Michael Schumacher zurück in die Formel 1 gekommen ist. Es war dem Motorsport immer sehr verbunden und mich würde es nicht wundern, wenn er noch einmal als Motorradrennfahrer zurückkehren würde.

Wie sehen die Kräfteverhältnisse in der Formel 1 für 2013 aus?

Das kann man noch nicht beurteilen. Aber ich denke, die Favoriten aus dem letzten Jahr werden auch dieses Mal wieder vorne sein.

Christian Wechslinger/Hans-Joachim Bittner

Quelle: BGland24.de

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