Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidat für Pittenhart

18 Fragen an Sepp Reithmeier (CSU)

Will sein Amt behalten: Pittenharts Bürgermeister Sepp Reithmeier (CSU).
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Will sein Amt behalten: Pittenharts Bürgermeister Sepp Reithmeier (CSU).

Pittenhart - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Pittenhart wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Sepp Reithmeier (CSU).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Sepp Reithmeier

2. Partei

CSU

3. Alter

62 Jahre

4. Wohnort

Pittenhart

5. Geburtsort

Seeon

6. Familienstand

Verheiratet

7. Kinder

Sechs erwachsene Kinder, drei Töchter, drei Söhne, drei Enkel.

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

Mein Engagement galt immer der Kommunalpolitik in meiner Heimatgemeinde. 1978 wurde ich im Alter von 21 Jahren in den Gemeinderat gewählt. Von 2008 bis 2014 war ich Zweiter Bürgermeister, 2014 wurde ich zum Ersten Bürgermeister gewählt. Zudem bin ich Vorsitzender der Leader LAG Chiemgauer Seenplatte mit 24 Mitgliedsgemeinden.

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

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10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Mit dem Zusammenleben in unserer Gemeinde verbinde ich drei Dinge: Menschlich zusammenhalten, füreinander einstehen und aktiv die Zukunft miteinander gestalten.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Weil mir unsere Heimatgemeinde am Herzen liegt, und ich mit ganzer Kraft und vollem Einsatz für ihr Wohl arbeite. Gemeinsam mit Gemeinderat und Bürgern will ich begonnene Projekte weiterführen und neue Zukunftsaufgaben entschlossen anpacken.

12. Was haben Sie in ihrer vergangenen Amtszeit erreicht?

  • Bauland für Einheimische und Familien
  • Ausbau des Radwegenetzes
  • Kreisverkehr Taxenberg
  • Modernisierung des Sport- und Freizeitgeländes
  • Ausbau der Kindertagesstätte
  • Verkehrsübungsplatz für unsere Schulkinder 
  • Erhalt der örtlichen Gastronomie
  • Handlungsfähigkeit durch Erwerb von Tauschflächen

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Die größte Herausforderung zu nennen, fällt mir schwer. Ich sehe mehrere große Zukunftsthemen:

  • Leben und Wohnen im Alter
  • Optimale Ausstattung unserer Feuerwehr
  • Weiterführung der soliden Finanzpolitik
  • Vorausschauende Gemeindeentwicklung und Ortsgestaltung mit dem Interkommunalen Entwicklungskonzept
  • Nahversorgung
  • Hochwasserschutz
  • Bauland für Wohnraum und Gewerbe

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

Pittenhart soll für alle Generationen eine lebenswerte Heimat sein. Ein zentraler Schwerpunkt wird für uns deshalb der Bereich „Wohnen und Leben im Alter“ sein. Die heutige Lebenserwartung hat uns in eine Gesellschaft der vier bis fünf Generationen hineinwachsen lassen. Ältere Menschen sind gesünder und fitter, aber auch engagierter und aktiver, als je zuvor. Und sie wollen möglichst lange und selbstbestimmt im gewohnten Umfeld bleiben. Wenn sie auf Hilfe angewiesen sind und ein eigenständiges Leben im eigenen Zuhause nicht mehr möglich ist, wollen sie in ihrem Heimatort bleiben können. Es ist deshalb eine unserer wichtigsten Zukunftsaufgaben, diesen Wunsch möglich zu machen und für ältere Menschen zeitgemäße Strukturen mit neuen Wohn- und Betreuungsformen zu verwirklichen. Ich bin fest davon überzeugt: Wir können auch in diesem Bereich viel bewegen und erreichen.

Zweitens unsere Feuerwehr. Wir investieren permanent eine moderne und zeitgemäße Ausrüstung für unsere Feuerwehr. Unabhängig davon ist für mich klar, dass wir mittelfristig einen neuen Standort für ein Feuerwehr-Gerätehaus brauchen. Der Platz ist am bestehenden Standort zu beengt. 

Drittes zentrales Thema ist die Nahversorgung – auch wenn es einer der schwierigsten Bereiche ist. Die großen Einzelhandels-Ketten setzen auf deutlich höhere Einwohnerzahlen und konzentrieren ihre Ansiedlungen auf die zentralen Orte in einer Region. Wir geben aber nicht auf. Ideal wäre ein Standort in der Ortsmitte und unmittelbar neben der Kreisstraße. Wichtig wäre mir auch ein Schwerpunkt auf regionale Produkte und eine Poststelle. Vom Gemeinderat wurde bereits eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die u.a. zwei mögliche Standorte näher untersucht. Wenn deren Ergebnisse vorliegen, beraten wir im Gemeinderat das weitere Vorgehen. Wie gesagt, das Thema gehört zu den Schwierigsten, aber ich bin zuversichtlich, dass wir auch hier zu einer zufriedenstellenden und dauerhaften Lösung kommen werden.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Bauland für Einheimische und Familien steht in Pittenhart seit Jahrzehnten im Mittelpunkt und so soll es auch in Zukunft bleiben. In vielen Orten ist dieses Thema mittlerweile eines der größten Herausforderungen, weil viele Einheimische keine Chance mehr auf einen Baugrund haben bzw. ihn sich nicht mehr leisten können. Auch deshalb können wir auf unser aktuelles Baugebiet wirklich stolz sein, weil hier Einheimische und Familien die Möglichkeit haben, ihren Traum vom eigenen Zuhause zu verwirklichen. Meiner Überzeugung nach gibt es kein besseres Fundament für einen Ort mit Zukunft!

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Als Imker und naturverbundener Mensch liegt mir die Bewahrung unserer Schöpfung sehr am Herzen.

Entscheidend ist, dass man nicht abstrakt diskutiert, was andere tun sollten, sondern dass man selbst konkret in den Bereichen handelt, die man eigenständig beeinflussen kann. Und genau das tun wir als Gemeinde.

Wir haben in den letzten Jahren viele Flächen für unser Ökokonto und zur Verwirklichung ökologischer Maßnahmen erworben. Besonders Moorrenaturierungen bieten einen idealen Ansatz zur CO 2 – Reduzierung und zwar ohne der Landwirtschaft wertvolle und wichtige Flächen für die Erzeugung bester, eigener Lebensmittel zu entziehen.

Bereits 2015/16 wurde durch die Fachhochschule Kufstein ein Energienutzungsplan für die Gemeinde erstellt.

Im neuen Baugebiet Hinzinger Länder und unserer Sport- und Freizeitanlage haben wir bei der Beleuchtung auf energiesparende LED-Technik gesetzt – „nebenbei“ auch ein wichtiger Beitrag zum Insektenschutz.

Beim Projekt „ Biene und Natur“ der Gemeinde und des Imkerverein Obing-Pittenhart am Hilgerhof vermitteln wir Schulen und der Öffentlichkeit, praxisnah die Zusammenhänge in der Natur und ihrer komplexen Artenvielfalt.

Insgesamt greift mir das Wort „Klimaschutz“ alleine zu kurz. Es geht vielmehr um nachhaltiges, konkretes Handeln und gelebte Regionalität. Hier ist jeder Einzelne und die gesamte Gesellschaft gefragt.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Wie bereits erwähnt, liegt mir als Imker und naturverbundener Mensch die Bewahrung unserer Schöpfung sehr am Herzen. Artenvielfalt und reines Trinkwasser sind dafür elementare Grundlagen, die wir erhalten und schützen müssen. Gleichzeitig macht es mir als Bürgermeister einer Gemeinde, die besonders von ihrem Zusammenhalt lebt und in der die Landwirtschaft tief verwurzelt ist, große Sorgen, wie sehr diese Themen unsere Gesellschaft spalten. Das hat sich bei der Diskussion über das Volksbegehren besonders stark gezeigt. Auch deshalb habe ich mich beim vom Alois Glück geleiteten Runden Tisch „Artenvielfalt“ eingebracht. Wir müssen wieder mehr miteinander sprechen und weniger übereinander. Beim Thema Artenvielfalt ist nicht nur die Landwirtschaft gefragt, sondern die gesamte Gesellschaft. Und ich sage ganz klar: Auch die öffentliche Hand und die Kirchen können viel tun, um die Artenvielfalt auf den Flächen in ihrem Besitz zu fördern. Denn wenn man es ernst meint mit der Bewahrung der Schöpfung, dann ist auch auf diesen Grundstücken ein Umdenken notwendig. Wie bei Frage 16 bereits erwähnt, sind wir in Pittenhart in diesem Bereich sehr engagiert und handeln ganz konkret.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Freuen wir uns über das Erreichte, halten wir zusammen und packen wir miteinander die großen Zukunftsaufgaben an!

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

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