Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidat für Piding

18 Fragen an Andreas Argstatter (parteilos)

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Will in Piding Bürgermeister werden: Andreas Argstatter (CSU).

Piding - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Piding wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Andreas Argstatter (parteilos).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Andreas Argstatter


2. Partei

parteifrei

3. Alter

55 Jahre

4. Wohnort

Ich wohne schon immer in Piding.

5. Geburtsort

Bad Reichenhall

6. Familienstand

Ich bin mit meiner Frau Andrea seit 30 Jahren glücklich verheiratet.

7. Kinder

Meine Zwillinge Andreas und Johannes sind heute 29 Jahre alt. Die Kinder mit ihren Partnerinnen unterstützen mich auf unserem Bauernhof, den ich als Vollerwerbsbetrieb bewirtschafte.

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

Ich bin seit vielen Jahren aktiv im politischen Ehrenamt für Piding und den Landkreis. So arbeite ich seit 18 Jahren für die CSU im Gemeinderat in Piding mit, bin seit 6 Jahren für die CSU im Kreisrat und dort u.a. im Umwelt- und Energie-Ausschuss. Seit 4 Jahren bekleide ich außerdem das Amt des 2. Bürgermeister in Piding. Am 15. März stelle ich mich bei der Kommunalwahl für die Wahl zum 1. Bürgermeister in Piding zur Verfügung.

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Alois Glück: Als Politiker aus unserer Region (er kommt aus unserem Nachbarlandkreis Traunstein) und als gelernter Landwirt fühle ich mich ihm verbunden. Seine hohe Fachkompetenz in Umwelt-, Landwirtschaft- und Sozialthemen hat er vielerorts erfolgreich einbringen können. Er genießt parteiübergreifend viel Respekt und zeichnete sich immer durch hohe Sozialkompetenz und politisches Verhandlungsgeschick aus.

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Ich wohne, arbeite und lebe schon immer in Piding mit meiner Familie. Piding ist vom Vereinsleben, aber auch von der Struktur der Ortsteile außerhalb sehr ländlich geprägt. Gleichzeitig hat Piding umfangreiches Gewerbe. Dadurch ergeben sich viele Spannungsfelder, die es auszugleichen gilt. Historisch bedingt ist Piding zweigeteilt; diese Trennung ist auch heute noch nicht überwunden. Es ist eine Herausforderung, alle Ortsteile zu einer Gemeinde zu vereinen.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Ich möchte als Bürgermeister Piding so führen, dass Piding eine noch lebenswertere Gemeinde wird. Dazu fühle ich mich geeignet, weil ich bereit bin Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und Projekte konsequent umzusetzen. Mein Ziel ist es Themen über Parteigrenzen hinweg sachlich und zielorientiert zu diskutieren. Eine faire Diskussionskultur im Gemeinderat ebenso wie mit den Bürgern sind mir dabei wichtig. Ich werde mich für transparente Entscheidungen einsetzen.

12. Was wurde in der vergangenen Amtszeit verpasst? Was wollen Sie besser machen? 

Ich will Projekte, die im Gemeinderat bzw. in der Gemeinde entwickelt wurden, schließlich auch erfolgreich abschließen und dementsprechend handeln. Diskussionen werde ich sachorientiert über Parteigrenzen hinweg führen.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Der Aufbau eines neuen Gemeindezentrums. Gemeinsam mit den Mitarbeitern der Gemeinde werden wir für die Bürger da sein – bürgernah, bürgerfreundlich und natürlich sachkompetent wollen wir die Geschicke von Piding leiten. 

Es heißt immer so schön: Kinder sind unsere Zukunft! Dementsprechend sollte uns ihre Entwicklung am Herzen liegen. Ein Kindergarten – seit Jahren im Container untergebracht - passt für mich nicht in dieses Bild! Ich werde mich dafür einsetzen, dass hier schnellstmöglich Abhilfe geschaffen wird.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

  1. Wenn ich zum Bürgermeister gewählt werde, dann werde ich mich mit all meiner Kraft dafür einsetzen, dass die Bürger sich als eine Gemeinde, als in einem Ort zusammengehörig fühlen.
  2. Vereine und Ehrenamt tragen ganz wesentlich zu einem guten Leben in einer Gemeinde bei. Die vielfältige Vereinsarbeit samt ihren ehrenamtlichen Unterstützern und Helfern ist dabei eine wichtige Basis, die vernetzt und unterstützt werden muss. Ein offenes Ohr für deren Belange will ich haben. 
  3. Ideen haben, Projekte entwickeln und schließlich mit Taten etwas bewirken und umsetzen.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Leider stehen derzeit kaum kommunale Flächen für neuen Wohnraum in Piding zur Verfügung. Nach einem Umzug der Gemeinde könnte evtl. ein Projekt angedacht werden. Bis dahin wäre das Ziel eine Verdichtung innerhalb des Ortes zu erreichen. Gut vorstellen könnte ich mir hierbei die Lockerung von Vorschriften um vorhandenen Raum zu Wohnraum umzuwidmen und z.B. bei der Zusage von Gauben großzügiger zu prüfen.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Als Vorstandsvorsitzender der Molkerei Berchtesgadener Land setze ich mich seit Jahren für eine nachhaltige Entwicklung der Molkerei ein. So wird am Standort inzwischen Strom aus Erdgas in einer Turbine erzeugt und die Abwärme für die vielfältigen Erhitzungsprozessen in der Produktion aber ebenso zu Heizzwecken genutzt. So konnte die Energieeffizienz deutlich verbessert werden. Sicher ein Grund, warum die Molkerei den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2019 erhalten hat. Durch energetische Gebäudesanierung könnte in Piding hinsichtlich Klimaschutz noch viel verbessert werden. Dabei sollte die Gemeinde mit gutem Beispiel vorangehen. Ich setze mir zum Ziel die gemeindlichen Gebäude energetisch zu überprüfen und dann ein Verbesserungskonzept zu erarbeiten und nach einem klaren Zeitplan umzusetzen.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Im Volksbegehren „Rettet die Bienen“ wird gefordert, dass 30% der landwirtschaftlich genutzten Fläche biologisch bewirtschaftet werden soll. Die Molkerei Berchtesgadener Land, deren Vorstandsvorsitzender ich seit 15 Jahren bin, ist die erste Biomolkerei in Bayern. Im Einzugsgebiet zwischen Watzmann und Zugspitze betreiben schon heute 33% der Betriebe ihren Hof als Bio-Betrieb. Seit Jahren setzen sich Vorstand, Aufsichtsrat und der Führungskreis der Molkerei für mehr Artenvielfalt ein und bearbeiten verschieden Biodiversitäts-Projekte erfolgreich. So gesehen sind unsere Landwirte hinsichtlich der Forderungen gut aufgestellt. Wir waren hier Vorreiter beim Thema „ohne Gentechnik“. Auch gilt bereits seit 2017 das Anwendungsverbot jeglicher Totalherbizide wie Glyphosat. 

Ich werde mich weiter dafür einsetzen, dass die Leistungen der Landwirtschaft für die Gesellschaft dort besser ankommen. Die Bundesregierung hat im Klimaschutzprogramm 2030 die Land- und Forstwirtschaft als einzige Branche benannt, die neben CO2 Ausstoß auch CO2 aktiv speichern kann. Denn einer der großen CO2 Speicher ist der Humus. So sind in einer zusätzlichen Tonne Humus 1,8 Tonnen CO2 gespeichert. Was vielen nicht bekannt ist: Grünland baut mehr Humus auf als Ackerflächen und Kühe auf der Weide fördern den Humusaufbau aktiv. So werden durch die Bisse und Tritte der Kühe das Graswachstumangeregt und durch die Unterstützung des Bodenlebens ein gesundes Boden-Tier-Luft- System gefördert. Letzteres ist die Grundlage für Aufbau von Humus. Futter, das nichtgemäht, geerntet und zum Hof gefahren werden muss sowie Mist und Jauche, die bereits auf der Wiese anfallen, sparen außerdem Transportenergie und die Böden werden nicht durch schwere Fahrzeuge verdichtet. Seit 2017 fördert die Molkerei Weide durch eine Prämie. Heute treiben über 1000 Landwirte ihre Kühe auf die Weide. 

In den Protesten wurde von den Landwirten vielfach moniert, dass sie zum Buhmann stilisiert werden und immer nur von den Landwirten Engagement gefordert wird. Ich möchte als Bürgermeister dort, wo Forderungen des Volksbegehrens auf Flächen der Kommune umgesetzt werden können, dies voranbringen. Das bedeutet aber gleichzeitig eine offene Aussprache über die Pflege der kommunalen Flächen – auch mit den Gastgebern und Touristikern. Mehr Artenvielfalt auf Gemeindeflächen wird dann auch heißen „unordentlicher“, dafür vielfältiger und bunter. 

Die neue Düngeverordnung ist EU-gesteuert und wird auch für unsere Landwirte eine Herausforderung, der sie sich stellen müssen. Da hat die Kommune keinen Handlungsspielraum.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Wir leben in einem freien Land. Unsere Demokratie ist aber nur so gut, wie Bürger die Rechte auch nutzen. Mit seiner Stimme ebenso wie beim täglichen Einkauf hat der Bürger Möglichkeiten der Gestaltung. Daher wünsche ich mir, dass möglichst viele unserer Bürger ihr Stimmrecht nutzen und zur Wahl gehen.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

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