Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidatin für Bad Reichenhall

18 Fragen an Monika Tauber-Spring (Bürgerliste)

Oberbürgermeisterkanditatin in Bad Reichenhall: Monika Tauber-Spring (Bürgerliste).
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Oberbürgermeisterkanditatin in Bad Reichenhall: Monika Tauber-Spring (Bürgerliste).

Bad Reichenhall - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Bad Reichenhall wird der Oberbürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Monika Tauber-Spring (Bürgerliste).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Monika Tauber-Spring

2. Partei

Bürgerliste Reichenhall

3. Alter

57

4. Wohnort

Bad Reichenhall, seit 1962 mit Unterbrechung für Studium und Beruf von (1987 bis 1995 in dieser Zeit in Reichenhall Nebenwohnsitz)

5. Geburtsort

Bad Reichenhall

6. Familienstand

verheiratet

7. Kinder

3

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

Stadträtin seit 2014

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Martin Luther King und Mahatma Ghandi

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Ich bin hier geboren, aufgewachsen und nach Studium und Berufseinstieg wieder hierhergekommen. Die Stadt ist klein, aber mit vollständiger Infrastruktur, eingebettet in eine wunderschöne Landschaft – die es zu erhalten gilt – und hat ein hervorragendes kulturelles Angebot.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Ich kenne Bad Reichenhall über Jahrzehnte aus den unterschiedlichsten Perspektiven detailgenau: Mutter, Arbeitnehmerin, ehrenamtlich tätig, politisch tätig, in leitender Funktion tätig. Reichenhall krankt an einer Stagnation und daraus resultierend einer Frustration sowohl innerhalb der Verwaltung als auch in weiten Teilen der Bevölkerung. Als Insiderin mit jahrzehntelanger Ortskenntnis bin ich bereit, meine beruflich hinlänglich unter Beweis gestellten Fähigkeiten dazu zu verwenden, in Bad Reichenhall einen dringend notwendigen Wandel herbeizuführen. Dazu gehören Mediationsvermögen und die Bereitschaft, unterschiedlichste Blickwinkel einzunehmen genauso, wie die Bereitschaft und Fähigkeit, nach erfolgter gründlicher Analyse einer Situation auf einer möglichst breiten Basis fußende Ziele zu definieren und diese dann beharrlich und stets den Zwischenstand reflektierend in die Tat umzusetzen. Dabei helfen mir mein Durchsetzungsvermögen ebenso, wie meine

Fähigkeit, parteiübergreifend Mehrheiten zu organisieren. Klare Direktiven und das Umsetzen einmal gefasster Beschlüsse sind hierbei für mich ebenso selbstverständlich, wie das sukzessive Abarbeiten von Etappenzielen und gegebenenfalls notwendige Kurskorrekturen. Bei diesem Vorhaben helfen mir meine Unabhängigkeit von jedweder bundes- oder landespolitischer Parteidoktrin und meine Innensicht der Strukturen vor Ort. Ich bin seit 2001 in leitender Position tätig und habe in meiner Funktion zunächst als Konrektorin und dann als Rektorin Schulen mit über 40 Mitarbeitern geleitet. Seit 2017 bin ich in der Schuladministration tätig und damit Personal- und Budgetverantwortliche für die Hälfte der Schulen zunächst im Landkreis Traunstein und dann im Landkreis Berchtesgadener Land. In meiner Position als Schulrätin kann und muss ich immer wieder auch konträre Positionen anhören und zu einer für alle Seiten akzeptablen Lösung kommen. Personalführung gehört bereits jetzt zu meinen Kernaufgaben, und hier sehe in Bad Reichenhall eine sehr große Herausforderung

12.  Was wurde in der vergangenen Amtszeit verpasst? Was wollen Sie besser machen?

Die Stadt Bad Reichenhall hat in den letzten 12 Jahren ihre Stärken vernachlässigt, die Stadtpolitik hat sich auf ein Klein-Klein beschränkt, anstatt ein Gesamtkonzept zu erarbeiten und alle Entscheidungen daran zu orientieren. Darunter fällt das immer noch nicht begonnene Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) mit all seinen Bereichen wie Radwegenetz, Lärmschutz, Öffentlicher Nahverkehr inkl. besserer Anbindung an das Bundesbahn-Netz, der Klimaschutz, die Aktualisierung der Bebauungsplanung, die Ausrichtung der Bautätigkeiten an einem Gesamtkonzept genauso, wie die Verpflichtung zum Erhalt des charakteristischen Stadtbilds und eine kurortverträgliche Gewerbeansiedlung und sowie das intensive Bemühen um eine Ansiedlung neuer touristische Leitbetriebe. Die Verwaltungsstrukturen sind über lange Zeit nicht an moderne Erfordernisse angepasst worden, deshalb ist der Weg zu Entscheidungen zu lang, was potentielle Investoren und Bauwerber von einem Engagement in Bad Reichenhall abhält.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Die Attraktivität Bad Reichenhalls als Gesundheits- und Kulturstadt, sowie als Stadt in der alle Generationen arbeiten und leben können, muss gesteigert werden. ISEK: Gemeinsam mit der Bevölkerung den Ist-Stand erheben, Entwicklungsziele definieren und diese dann Schritt für Schritt mit größtmöglicher Transparenz weiterverfolgen. Gleichzeitig die neu strukturierte Verwaltung in die Erstellung dieser Agenda mit einbeziehen und die Arbeit aller Abteilungen an diesen Zielen ausrichten. Bürgernähe, größtmögliche Transparenz und der Dienstleistungsgedanke müssen Leitschnur der städtischen Verwaltungsarbeit sein. Dies umfasst die politischen Gremien genauso, wie die Stadtverwaltung und die kommunalen Unternehmen.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

Ich habe 5 wichtige Anliegen: Das ISEK umfasst die richtungsweisenden Ziele für eine lebenswerte Stadt. Darüber hinaus muss die Stadt 

  • Soziale Verantwortung tragen, für Kinder und Jugend, für Familien und Senioren. Bezahlbaren Wohnraum anstreben, dabei auch alternative Wohnkonzepte ermöglichen, städtischen Wohnbestand weiterentwickeln. (siehe dazu Genaueres unter Ihrer Frage Punkt 15) Ehrenamtliche Arbeit und regionale Identität fördern, ehrenamtliches Engagement tatkräftig unterstützen. 
  • Transparenz walten lassen durch Frühzeitige Bürgerbeteiligung, Optimierung der Verwaltungsstrukturen, Nutzung von Einsparpotentialen, Verbesserung des internen und externen Informationsflusses, sowie durch Förderung von Ausbildung, Schulbildung und Weiterbildung, in Form von Weiterentwicklung des Bildungsangebots für unterschiedliche Zielgruppen, Intensivierung der Kooperation mit Bildungsträgern, Ausbau des Bildungsangebots für alle Altersgruppen auch in Form schulischer Ganztagsangebote, sowie einer Stärkung das Ausbildungsstandort Bad Reichenhall. Darüber hinaus wollen wir unsere Schulhäuser in Karlstein und Marzoll erhalten 
  • Richtungsweisende Ziele für eine lebenswerte Stadt umsetzen, nämlich (im Rahmen des ISEK endlich ein Stadtentwicklungskonzept mit der Bürgerschaft, der Wirtschaft den Vereinen und anderen wichtigen Akteuren erarbeiten, vertiefen und umsetzen, u.a. Verkehrskonzept (ÖPNV, Fahrrad, Fußgänger, Kfz), die kurortverträgliche Gewerbeansiedlung fördern, das charakteristisches Stadtbild erhalten und weiterentwickeln, sowie Umweltschutz und Nachhaltigkeit stärken. Schlussendlich ist ein verstärkter Einsatz für regionale Landwirtschaft und regionale Wertschöpfung notwendig. 
  • Kompetenzen stärker nutzen und ausbauen, und zwar in den Bereichen Gesundheit, Tourismus, Bildung und Kultur. Hier gilt es, die Interessen der Stadt in regionale/überregionale Netzwerke besser als bisher aktiv einzubringen (u.a. EUREGIO, ÖPNV, Biosphäre BGL, Alpine Perlen, Bayerischer Städtetag).

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Als Mitglied im Kirchenvorstand kenne ich die erschreckend große Anzahl von Familien und Alleinerziehenden mit Kindern, die in Reichenhall keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden. Deshalb setze ich mich vehement für genossenschaftlichen, sozialen Wohnungsbau und innovative Wohnkonzepte wie zum Beispiel Mehrgenerationenhäuser ein. Weitere Ideen zur Verbesserung der Situation auf dem Wohnungsmarkt wären: 

  • Veräußerungsverbot für die öffentliche Hand – nur noch Vergabe in Erbpacht 
  • Wertsteigerung von Grundstücken hoch besteuern (keine kommunale Entscheidung → Städtetag) 
  • Bei Umnutzung Boden in Gemeineigentum verwandeln 
  • Bodenpreis-Bremse statt Mietpreisbremse (keine kommunale Entscheidung → Städtetag)

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Auf kommunaler Ebene sind die Handlungsmöglichkeiten begrenzt. Nichtsdestotrotz will ich * bei der Energieversorgung neuer oder zu sanierender öffentlicher Gebäude und * bei allen Beschaffungsvorgängen auf möglichst klimaneutrale Beauftragungen dringen. Im Verkehrssektor gilt es darüber hinaus, durch eine Verbesserung des ÖPNV-Angebots und der Verkehrssituation von Radfahrern und Fußgängern zu verbessern und auf regionaler Ebene die Anzahl der Transportvorgänge im Kraftverkehr zu vermindern (siehe Beispiel UPS, München)

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Für jeden verantwortlichen Kommunalpolitiker muss der Schutz unserer Lebensgrundlagen und insbesondere unseres Trinkwassers an erster Stelle stehen. Der Kampf darum kann aber nicht auf dem Rücken unserer heimischen Landwirtschaft ausgetragen werden, die ja unsere Landschaft über Jahrhunderte geprägt hat. Umweltverträgliche Landwirtschaft ist aber unvereinbar mit den Dumpingpreisen, die den Bauern derzeit fast flächendeckend aufgezwungen werden. Deshalb bin ich besonders stolz auf die Molkerei Berchtesgadener Land, die ihren Abnehmern für Qualitätsware einen mindestens 20% über dem Mittelwert liegenden Preis zahlt.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Ich möchte alle Reichenhallerinnen und Reichenhaller dazu auffordern, die Kandidatinnen und Kandidaten Bad Reichenhalls auf den Listen aller demokratischen Parteien und Gruppierungen mit ihrer Stimme zu unterstützen, damit die Interessen der großen Kreisstadt Bad Reichenhall nicht nur wie bisher von zwei Kreisräten repräsentiert werden. Dem Bevölkerungsanteil würden 10 Kreisräte entsprechen!

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

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