Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidatin für Schönau am Königssee

18 Fragen an Sabine Kruis (Bündnis 90/Die Grünen)

Bürgermeisterkandidatin in Schönau: Sabine Kruis (Bündnis 90/Die Grünen).
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Bürgermeisterkandidatin in Schönau: Sabine Kruis (Bündnis 90/Die Grünen).

Schönau am Königssee -Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Schönau am Königssee wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Sabine Kruis (Bündnis 90/Die Grünen).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Sabine Kruis

2. Partei

Die Grünen/Bündnis 90

3. Alter

59 Jahre

4. Wohnort

Schönau am Königssee (seit Geburt / dann ca. 15 Jahre unterwegs / wieder da seit 1990)

5. Geburtsort

Berchtesgaden

6. Familienstand

alleinstehend

7. Kinder

eins (Leon, 21 Jahre)

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

2014 Kandidatur für den Gemeinderat Schönau am Königssee

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Ada Colau (Bürgermeisterin von Barcelona), Anne Hidalgo (Bürgermeisterin von Paris), Sadiq Khan (Bürgermeister von London), Bartl Wimmer (Landratskandidat Berchtesgadener Land)

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere an Ihrer Kommune?

Schönau am Königssee ist meine Heimat, mit der ich mich immer tiefer verwurzelt fühle. Es einfach ein wunderschöner Platz zum Leben und Glücklich sein. Für viele meiner Gäste ist er ein „Sehnsuchtsort“, ich selber bin jeden Tag aufs Neue dankbar, hier leben und arbeiten zu dürfen.

11. Warum sind Sie genau die Richtige?

Ich respektiere und anerkenne gewachsene Strukturen und Traditionen. Gleichzeitig habe ich Visionen eines neuen Miteinanders und Füreinanders, für eine Zukunft einer Gemeinwohlökonomie, in der jegliche Förderung unserer Wirtschaft nur unter den Aspekten der Nachhaltigkeit und Enkeltauglichkeit geschehen darf.

12. Was wurde in der vergangenen Amtszeit verpasst? Was wollen Sie besser machen?

Ich sehe keinen großen Sinn darin, jemanden etwas vorzuwerfen oder zu glauben, es besser machen zu können, in dessen Schuhen ich noch nicht gegangen bin.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Klimaschutz - siehe Punkt 16

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

  • Bezahlbaren Wohnraum für Einheimische schaffen, dabei auch neue Wohnformen wie Mehrgenerationenhäuser, gemeinschaftliches Wohnen und Genossenschaftswohnen fördern. 
  • Flächenfraß eindämmen 
  • Bürger und vor allen Dingen Frauen stärker in politische Entscheidungen einbinden. Käthe Strobels Ausspruch ist heute so wichtig wie 1959: „Politik ist eine viel zu ernste Sache, als dass man sie allein den      Männern überlassen könnte.“

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

In den letzten Jahre sind zu viel Zweitwohnungen entstanden, die die meiste Zeit des Jahres leer stehen. Dafür suchen Einheimische oft jahrelang geeignete und bezahlbare Wohnungen. Außerdem wird das Ferienwohnung-Angebot immer größer und im Gegenzug das Wohnungsangebot knapper. Gemeinde muss Grund an- bzw. darf keinen Grund mehr für Gewerbezwecke verkaufen. Förderprogramm „Mietwohnung statt Ferienwohnung“.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Das Thema ist für mich das Wichtigste aller Themen, da eine Zukunftsplanung nur möglich ist, wenn wir noch eine Zukunft haben. So soll bei jedem Projekt der Gemeinde der Klimaschutz Vorrang haben, sei es in Sachen Mobilität, Energie, Bauen oder Wertschöpfung. Dazu gehört z.B. die Regulation des Individualverkehrs und ein starker Ausbau des ÖPNV unter Einbeziehung von Car/Bike-Sharing Angeboten, Schaffung von Rad- und Fußgängerwegen.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Man kann nicht jahrelang fehlgeleitete Agrarpolitik, in der Flächenfraß und Massentierhaltung subventioniert wurde und die mitverantwortlich ist für das Höfe- und Insekten/Bienensterben, einfach unter den Tisch fallen lassen. Dass ein Richtungswechsel weh tut, ist klar. Betroffene Bauern müssen bestmöglich unterstützt werden. Wie ich handeln würde? - Mich mit den Bauern hier vor Ort zusammen setzen und gemeinsam erarbeiten, welcher Weg möglich ist. Doch dabei immer den Schutz unserer Umwelt im Blick haben.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Das Thema Flächenfraß und Ausverkauf der Heimat. Derzeit mache ich mich stark, dass das Hotelprojekt am Königssee nicht in der geplanten Dimension gebaut werden darf. Klar ist, dass die augenblicklich dort stehenden Hotelruinen weg müssen. Doch darf nicht ein Schandfleck mit einem noch größeren zugedeckt werden. So soll statt augenblicklich ca. 4000 qm bebauter Grundfläche nun insgesamt über 10.000 qm Grundfläche verdichtet werden (Flächenfraß!). Allein das Haupthaus mit 6000 qm soll fünf Stockwerke plus ausgebautem Dachgeschoß hoch werden und würde damit das gesamte Areal überschatten. Weder eine Tiefgarage noch Waldzimmer (für deren Bau der Wald zerstört wird) haben an einem so sensiblen Ort wie am Königssee nichts verloren. Und zum Thema bezahlbares Wohnen: Man rechnet mit ca. 300 Angestellten - in den Planungsunterlagen findet man nichts zum Thema Personalunterkünfte. Projektleiter und Investor sind nicht ortsansässig. Die Folgekosten dieses Projekts würden aber von den Bürgern getragen werden müssen, denen keinerlei Vorteile durch den Hotelbau entstehen. So hoffe ich auf einen kritischen Umgang der Bürger und Unterstützung im Falle einer Bürgerinitiative.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

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