Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidat für Tacherting

18 Fragen an Hermann Schramm (CSU/Unabhängige)

Will in Tacherting Bürgermeister werden: Hermann Schramm (CSU/Unabhängige).
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Will in Tacherting Bürgermeister werden: Hermann Schramm (CSU/Unabhängige).

Tacherting - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Tacherting wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Hermann Schramm (CSU/Unabhängige).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Hermann Schramm

2. Partei

CSU/Unabhängige

3. Alter

57

4. Wohnort

Tacherting seit 1962

5. Geburtsort

München

6. Familienstand

verheiratet

7. Kinder

drei 

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

  • Seit 2014 Stv. Ortsvorsitzender CSU Ortsverband Tacherting 
  • Seit 2016 Geschäftsführender Ortsvorsitzender CSU Ortsverband Tacherting 
  • Seit 2017 bis heute Ortsvorsitzender CSU Ortsverband Tacherting 
  • Seit September 2019 Gemeinderat in der Fraktion CSU/Unabhängige

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Alois Glück

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Seit 56 Jahre lebe ich in Tacherting. Ich bin hier in die Schule gegangen. Ich habe mir hier ein Haus gebaut und lebe hier mit meiner Frau und den drei erwachsenen Kindern. Ich bin seit 43 Jahren in der Wasserwacht OG Tacherting. Ich habe in Tacherting viele Jahre ministriert und habe auch hier vor 30 Jahren geheiratet und bin auch in der Kirche. Tacherting, da bin ich dahoam!

11. Warum sind Sie genau die Richtige?

Ich habe ausreichend Lebenserfahrung, Leidenschaft, Menschlichkeit, Herz, Verstand, Engagement, Durchsetzungsstärke, Verlässlichkeit, besitze die Fähigkeit, mich selbst zurückzunehmen und kann weit auseinanderliegende Positionen zusammenführen, kann gut zuhören, bin teamfähig, stehe zu meinem Wort und habe Führungs- und Leitungskompetenzen. Ich bin in Tacherting dahoam und in vielen Vereinen verwurzelt. Ich sehe das Amt des Bürgermeisters als Dienstleister und Kümmerer der Bürgerinnen und Bürger.

12. Was wurde in der vergangenen Amtszeit verpasst? 

Die Frage impliziert, dass man den Vorgänger unterstellt, etwas falsch gemacht zu haben – was ich nicht so denke. Daher kann ich nur sagen, was ich mir vorgenommen habe: Ich habe mir vorgenommen, immer über den Tellerrand hinauszuschauen. Warum sollte es nicht möglich sein, auch in der Kommunalpolitik Visionen zuzulassen? Wenn wir die vielen Herausforderungen meistern und aktiv die Zukunft der Gemeinde gestalten möchten, darf es jedenfalls keine Denkverbote oder eine „das-wird-ja-doch-nicht-gehen-Einstellung“ geben. Alle Beteiligten müssen und können ihren Teil beitragen und dabei auch zusammen arbeiten: Bürger, Verbände, Initiativen und der Gemeinderat. Der Bürgermeister ist dabei nur EIN Beteiligter. Offenheit, Transparenz und ein sachbezogener Dialog untereinander sind dafür eine wichtige Voraussetzung.

Mein Ziel ist, kurz gesagt: Möglichst viel Agieren statt nur Reagieren. Nicht gegen die Bürger, sondern mit den Bürgern Gemeindepolitik machen. Transparent und vielleicht besser nachvollziehbar als bisher. Ein zweites mir wichtiges Thema ist meine Rolle als Chef der Gemeindemitarbeiter. Wertschätzung und Verständnis sind für mich wichtige Führungsgrundsätze, die ich auch in meinem bisherigen Verantwortungsbereich zu leben versucht habe. Das möchte ich auch hier tun. Einfach ein vorbildlicher „Rathauschef“ sein, der mit einem guten Team im Rücken möglichst viel für die Gmoa anschieben und erreichen kann. Miteinander – für de Gmoa ist tatsächlich auch hier der beste Weg.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Im Rahmen der Leistungsfähigkeit der Gemeinde zu agieren bei den vielen notwendigen Maßnahmen. Schulsanierung bzw. Schulneubau bei der Mittelschule Tacherting und die Dorfentwicklung in Tacherting, Emertsham und Peterskirchen im Rahmen ISEK.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

Ein wirklich dringliches Thema sind die Feuerwehrhäuser in Peterskirchen und Emertsham. Wir haben maximal fünf Jahre Zeit, hier eine machbare Lösung zu finden. Und die muss mit den Wehren zusammen erarbeitet und umgesetzt werden. Auch die Behebung der wohl schon länger bekannten Mängel im Feuerwehrhaus Tacherting muss umgehend erfolgen. Zweiter aktuell dringlicher Punkt ist das Fehlen von Veranstaltungsräumen in Emertsham und Tacherting. Hier muss dringend mit allen Beteiligten gesprochen, eine machbare Lösung gefunden, und dann auch zügig umgesetzt werden. Es mag aus verschiedenen Gründen oder auch Entscheidungen in der Vergangenheit schwierig oder gar unmöglich aussehen – aber das glaube ich nicht. Die Gemeinde darf jedoch nicht abwarten. Sie muss aktiv das Gespräch und Lösungen suchen. Dritter Punkt ist die rasche Schaffung von ausreichenden Kinderkrippenplätzen und der langfristige Erhalt der der örtlichen Schulen in Peterskirchen und Tacherting.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Ich bin für eine dauerhafte Fortschreibung und Weiterentwicklung der „Richtlinie zur Gewährung von Zuschüssen der Gemeinde Tacherting an Familien zum Erwerb von Wohneigentum im Gemeindegebiet Tacherting“. Wir müssen allen Bevölkerungsschichten Heimat bieten und ihnen die Möglichkeit geben, von der Geburt bis zum Lebensabend „dahoam“ bleiben zu können. Das bedingt, dass nicht nur bei der Ausweisung von Bauland, sondern auch an Nachverdichtung und Beseitigung von Leerstand gedacht werden muss, und an kleine, bezahlbare Wohnungen für unsere Jungen, aber auch für Älteren. Mehrgenerationenhäuser oder -siedlungen sind denkbar, betreutes Wohnen oder Raum für Wohngemeinschaften. Jung und Alt gehören zusammen und bereichern sich gegenseitig. Dabei müssen Orte der Begegnung und zum Verweilen geschaffen werden mit verkehrsberuhigten Bereichen, an denen sich die Bevölkerung auch gerne aufhält und zusammenkommt. Ich sehe da in allen drei Ortsteilen großen Nachholbedarf. Generell gilt: Leben und Wohnen muss in der Gemeinde bezahlbar bleiben.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Wir müssen unsere Natur für die kommenden Generationen erhalten. Unsere Bauern sind schon die größten Umwelt- und Landschaftspfleger. Alle anderen, also auch wir, die Gemeinde und jeder Einzelne, müssen noch besser werden und umdenken. Auch auf kommunaler Ebene können wir hier noch viel tun. Sei es mit durch das Anlegen von Blühwiesen bei Gemeindegrundstücken, durch Bienen- und Insektenfreundliche Randstreifen bei Straßen, oder auch Aufforstungen oder CO2-Reduktion in gemeindlichen Einrichtungen. Öffentliche Gebäude könnten mit Blick auf eine CO2-Neutralität energetisch saniert werden. Es zeichnet sich ab, dass sich die Mobilität weiter verändern wird. Im Hinblick auf die Schaffung öffentlicher Ladestationen sind wir tatsächlich noch „Entwicklungsland-„ mit Blick auf das Thema E-Mobilität. Der Ausbau von Rad- und Gehwegen gehört dabei zeitgleich forciert. Den ÖPNV kann die Gemeinde nur positiv begleiten, nicht direkt beeinflussen. Aber in Abstimmung mit den Nachbargemeinden und dem gesamten Landkreises Traunstein im Verbund der Nachbarlandkreise brauchen wir einen neu gedachten und getakteten ÖPNV in einem „Verkehrsverbund ländlicher Raum“ zu attraktiven Preisen. Angebote für die letzten Meter von der Wohnung bis zum ÖPNV dürfen dabei nicht vergessen werden. Nur so wäre ein Umstieg vom Auto hin zum Rad, Bus und Bahn auch im ländlichen Bereich denkbar.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Die Bauern sind jetzt schon die größten Umwelt- und Landschaftspfleger, die wir haben. Ohne das Arbeiten auf dem Feld sähe unsere Landschaft anders aus und wäre vermutlich nicht mehr wiederzuerkennen. Die Proteste Bauern sind gerechtfertigt. Die Proteste richten sich gegen die Landwirtschaftspolitik in der EU und im Bund. Kommunalpolitik kann hier nur unterstützend tätig sein, da die Politik nicht auf kommunaler Ebene gemacht wird. Es muss generell ein Umdenken bei uns allen einsetzen. Die Last aktiven Naturschutz zu betreiben können nicht nur unsere kleinbäuerliche Landwirtschaft allein tragen. Wir brauchen ja gerade die Bauern, da sie für unser täglich Brot und nachgelagert für viele Arbeitsplätze im Handwerk, Einzelhandel und Industrie sorgen. Das Bauernbashing muss aufhören.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Geduld haben, Zeit geben und nicht alles auf die Goldwaage legen. Ein Bürgermeister ist auch nur ein Mensch. Kommen Sie zu mir und sprechen sie mich an. Ich will mich um Ihre Anliegen kümmern. Sie haben die besten Ideen und wissen, was Ihr Ortsteil braucht. Tacherting muss lebenswert und liebenswert bleiben. Gemeinsam können wir mit Herz und Verstand noch richtig was bewegen. „Mitanand. Für de Gmoa.“

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

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