Kommunalwahl Bayern 2020: Oberbürgermeisterkandidat für Traunstein

18 Fragen an Christian Kegel (SPD)

Will sein Amt behalten: Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD).
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Will sein Amt behalten: Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD).

Traunstein - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Traunstein wird der Oberbürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Christian Kegel (SPD).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Christian Kegel

2. Partei

SPD

3. Alter

56

4. Wohnort

Traunstein (seit Sommer 2000)

5. Geburtsort

Abensberg (Niederbayern)

6. Familienstand

verheiratet

7. Kinder

1 Sohn (22)

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

2008 Eintritt in die SPD, 2011 1.Vorsitzender SPD Traunstein, 2013 Nominierung zum OB-Kandidaten, 30. März 2014 Wahl zum neuen Oberbürgermeister von Traunstein

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Hans-Jochen Vogel und Helmut Schmidt

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Ich habe in Traunstein sehr schnell meine neue Heimat gefunden. Traunstein ist eine perfekte Mischung aus groß genug und klein genug, aus Tradition und Fortschritt, aus perfekter Infrastruktur, wie sie nur in deutlich größeren Städten zu finden ist, und dennoch der Bereitschaft der Menschen miteinander zu reden. Es gibt keine Anonymität, die Menschen kennen sich und helfen sich. Das Ehrenamt hat eine große Bedeutung.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Ich hoffe in den letzten sechs Jahren als Oberbürgermeister genügend Beweise erbracht zu haben, warum ich ein guter OB bin. Ich bin sehr offen und transparent, gerecht und authentisch. Man kann sich auf mich verlassen, ich drehe das Fähnchen nicht nach dem Wind, auch wenn es mal unpopulärer Entscheidungen bedarf.

12. Was haben Sie in ihrer vergangenen Amtszeit erreicht? 

Wir haben alle Traunsteiner Schulen saniert und erweitert, haben eine neue KiTa gebaut, bezahlbaren Wohnraum geschaffen, den Salinenpark realisiert, zehntausende von Quadratmetern künftigen Baugrund erworben , die Barrierefreiheit extrem vorangetrieben (z.B. Bahnhof), Kulturforum Klosterkirche und neue AKG-Halle (vor meiner Zeit beschlossen) vollendet, die Mobilitätswende eingeleitet (e-Autos, Ladesäulen usw., Rufbus, Einheitstarif im ÖPNV), die Renaturierung der Pechschnait forciert, Niederschlagswassergebühr eingeführt, alle Straßenleuchten auf LED umgestellt, die Abwasseranlage mit hohem Millionenaufwand funktionsfähig erhalten, viele Feuerwehrfahrzeuge angeschafft, ein neues Feurwehrgerätehaus am Hochberg erstellt, das Isek mit großer Bürgerbeteiligung durchgeführt, ebenso das Dorfentwicklungskonzept in Kammer, neue Wanderwege konzipiert, Fahrradwege verbessert und in Teilen neu angelegt und,und,und.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Es gibt nicht nur eine größte Herausforderung, aber zu den größten zählen sicherlich die weitere Beschaffung bezahlbaren Wohnraums und die Mobilitätswende. Ich werde dem Stadtrat vorschlagen, weiterhin in Eigenregie Geschosswohnungsbau für Mietwohnungen zu erstellen. Bezüglich des Verkehrs strebe ich eine Neustrukturierung des Verkehrsraumes gerade im Stadtzentrum an. Also deutlich weniger Parkraum in den zentralen Innenstadtstraßen, dafür mehr Raum für Fahrradfahre und Fußgänger. Den notwendigen Ersatzparkraum möchte ich zum einen in einer Tiefgarage unter dem Karl-Theodor-Platz realisieren, zum zweiten auf dem Festplatz. Dazu ist aber eine Umsiedelung des Rinderzuchtverbandes Voraussetzung. Eine Herausforderung, die immer fortgeschrieben werden muss, betrifft unsere Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen. Diese werden wir auch in Zukunft immer auf dem notwendigen hohen Qualitätsstand halten.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

Das ergibt sich aus der vorherigen Antwort. Ich möchte das soziale Miteinander, die Ökologie und die Ökonomie als gleichberechtigte Anliegen der Menschen verankern. Nur so wird die Zukunft gelingen. Einzelprojekte haben sich diesem übergeordneten Ziel anzupassen.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Das ist auch bei uns in Traunstein ein großes Thema, trotz etwa 350 städtischer Wohnungen, trotz etwa 500 Wohnungen der Wohnungsbaugenossenschaft Haidforst, trotz etwa 150 Wohnungen des Landkreises, die allesamt Mieten zwischen 4 und 7 Euro anbieten können und damit weit unter dem sonstigen Niveau liegen. Hier müssen alle Beteiligten weiterhin aktiv bleiben. Wir brauchen noch viel mehr Wohnraum in diesem Preissegment. Das bedeutet vor allem eins: Selber bauen! Und selbstverständlich bedarf es großer Unterstützung von Bund und Land, die Kommunen allein können diese Last nicht schultern.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Eine der zentralsten Aufgaben. Wir können unseren Teil vor allem mit einer Verkehrswende in der Stadt beitragen. Dazu bedarf es aber auch der Bereitschaft jedes einzelnen, ein klein wenig seiner gewohnten Bequemlichkeit über Bord zu werfen und das eigene Mobilitätsverhalten zu überprüfen.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Wir haben in der Stadt Traunstein einen sehr hohen Grünanteil und bauen diesen weiter aus. Alle müssen ihren Teil zu einer Verbesserung der Situation beitragen. Von „oben“ kommende Verordnungen bilden einen Rahmen, die Umsetzung müssen wir, jeder einzelne Verbraucher, mittragen, indem wir z.B. den Wert eines Lebensmittels anders beurteilen als früher. Wir müssen, vor allem die, die es sich auch gut leisten können, mehr Geld für Lebensmittel ausgeben. Das nutzt unmittelbar unseren Bauern und in der Folge auch dem gesamten Artenschutz. Ein Beispiel: Ein Österreicher gibt im Schnitt 30 % seines Einkommens für Lebensmittel aus, in Deutschland sind es weniger als 10 %.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Ich würde mir wünschen, dass wir alle wieder mehr auf uns achten, dass wir das private Bedürfnis wieder mehr hinter das Allgemeinwohl stellen. Ich würde mir wünschen, dass die Verrohung der Sitten, die nicht zuletzt in den sozialen Netzwerken überhandnimmt, zurückgedrängt wird. Ich würde mir wünschen, dass man notwendige Veränderungen in der Zukunft, gerade auch auf dem Gebiet der Ökologie, auch als Chance begreift, die eigene Lebensqualität zu steigern. Ich wünsche mir ganz einfach Mut für die Zukunft. Wenn nicht wir, wer dann sollte die Kraft dazu aufbringen können. Positiv nach vorne schauen und die Herausforderungen kraftvoll angehen und umsetzen, das ist das Gebot der Stunde. Wir sind dazu auch in der Lage, ganz bestimmt.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

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