Kommunalwahl Bayern 2020: Landratskandidat im Landkreis Traunstein

18 Fragen an Christian Schunck (FDP)

Der FDP-Landratskandidat für den Landkreis Traunstein: Christina Schunck.
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Der FDP-Landratskandidat für den Landkreis Traunstein: Christina Schunck.

Traunstein - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch im Landkreis Traunstein wird der Landrat gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Christian Schunck (FDP).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Christian Schunck

2. Partei

Freie Demokratische Partei – FDP (Liste 6)

3. Alter

47

4. Wohnort

Obing, seit 2007

5. Geburtsort

Köln

6. Familienstand

In Partnerschaft

7. Kinder

Eine Tochter (10)

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

  • FDP-Mitglied seit ca. 25 Jahren, derzeit Mitglied des Kreisvorstandes Traunstein, Vorsitzender des Ortsverbandes Obing und Delegierter des Landkreises Traunstein beim Bezirks- und Landesparteitag 
  • Spitzenkandidat im Wahlkreis Traunstein bei der Bezirkstagswahl 2018
  • Aktuell: Spitzenkandidat im Landkreis Traunstein bei der Kommunalwahl 2020 (Kreistag und Landrat)

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

  • Fritz Bauer 
  • Theodor Heuss

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Mich verbindet mit der Region, dass ich hier nicht nur lebe und arbeite, sondern fest hier verwurzelt bin – über Ehrenamt, Freunde und Familie. Das Besondere an unserem Landkreis? Das, was ihn so positiv prägt: Seine Menschen und seine Natur!

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Ich möchte Ihr Vertrauen gewinnen, weil unser Landkreis frische, liberale Impulse braucht, um auch in Zukunft gut da zu stehen. Als übergeordnete Leitbilder liegen mir dabei besonders am Herzen ein freiheitlich-demokratisches und tolerantes Gemeinwesen sowie die soziale Marktwirtschaft als Gesellschaftsordnung. Bevor ich in unseren schönen Landkreis kam, habe ich an mehreren Orten Deutschlands sowie in Belgien und in den USA gelebt. Die dort gesammelten Erfahrungen und Eindrücke – positive wie negative – werde ich zum Wohle unseres Landkreises einsetzen!

12. Was wurde in der vergangenen Amtszeit verpasst? Was wollen Sie besser machen?

Trotz hektischer Aktivität kurz vor der Wahl (z. B. Einstellung eines Nahverkehrsplaners) wurde im Landkreis Traunstein bisher versäumt, mit Nachdruck auf den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur hinzuwirken sowie einen bürgerfreundlichen öffentlichen Personen- Nahverkehr (ÖPNV) aus einem Guss (einheitliches Fahrplan- und Tarifsystem) anzubieten sowie ein leistungsstarkes „Park & Ride“-System zur Erschließung der Außenbereiche aufzubauen. Das werde ich besser machen, denn ich bin seit Jahren ehrenamtlich in diesem Thema unterwegs, aktuell z. B. als Mitglied im Kundenbeirat der Südostbayernbahn. 

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Wirtschaftlicher Erfolg sowie Beiträge zu Lebensqualität und Ressourcenschonung werden in Zukunft nur mit Digitalisierung möglich sein. Daher brauchen wir für unsere Menschen und Betriebe schnelles Internet sowie eine leistungsstarke Mobilfunkabdeckung. Diese Techniken müssen flächendeckend und mit ausreichender Kapazität auch für Spitzenlasten bereitstehen, zumindest in den bebauten Gebieten sowie entlang der Verkehrsachsen. Derzeit erfolgt die Vergabe von Mobilfunkfrequenzen per Auktion durch die Bundesnetzagentur. Dabei werden die Mobilfunkanbieter zwar verpflichtet, im Rahmen des wirtschaftlich Möglichen auch Randgebiete abzudecken. Diese Passage ist allerdings zahnlos, weswegen es nach wie vor auch in unserem Landkreis Gegenden ohne ausreichendes Mobilfunknetz gibt. Hier können „Lückenschluss-Auktionen“, auch und gerade auf Landkreisebene, helfen: Durch eine Rückwärtsversteigerung (welcher Anbieter schließt weiße Flecken zum geringstmöglichen Preis?) soll Mobilfunkempfang auch in entlegene Regionen kommen. Wichtige Randbedingungen dabei: Erstens soll die eigenwirtschaftliche Abdeckung für die Mobilfunkanbieter der Regelfall bleiben. Zweitens soll die per Rückwärtsversteigerung erreichte Netzabdeckung anbieterübergreifend gestaltet sein, z. B. durch Verpflichtung des bei der Auktion erfolgreichen Anbieters, auch Verbindungen konkurrierender Mobilfunkanbieter weiterzuleiten.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

  • Verkehrswende im Personen- und Güterverkehr; Reduzierung des straßengebundenen Durchgangs- und Transitverkehrs in Siedlungsgebieten 
  • Ausreichend Wohnraum, insbesondere für kleinere und mittlere Einkommensklassen 
  • Stärkung der Veterinäraufsicht des Landkreises bei Massentierhaltung und kommerziellen Tiertransporten

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Der Mietmarkt für Wohnungen im Landkreis ist in der Tat angespannt, insbesondere in den Städten und im Süden des Landkreises. So bedauerlich das ist, hat es doch zwei positive Hintergründe, nämlich die Attraktivität unseres Landkreises als Wohn- wie als Ferienort sowie der – im Vergleich zu machen anderen Teilen Deutschlands – hohe Wohlstand in unserer Region. Diese Hintergründe nehmen dem Thema jedoch nichts von seiner Bedeutung und Brisanz. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass das Thema „Wohnungsnot“ auch eine starke soziale Seite hat. Wer wirtschaftlich stark ist, hat in der Regel kein Problem, seine bestehende Wohnung zu halten oder eine neue Wohnung zu kaufen oder zu mieten. Die Herausforderungen des Wohnungsmarktes treffen vor allem diejenigen, die nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens stehen – Rentnerinnen und Rentner, die Grundsicherung beziehen, alleinerziehende Elternteile oder kinderreiche Familien, um nur einige Beispiele zu nennen. Zur Lösung tragen eine verstärkte Bauaktivität, insbesondere Nachverdichtung und Umbauten, eine Förderung von Wohngenossenschaften und Werkswohnungen sowie eine Regulierung von Leerständen sowie von Ferien- und Zweitwohnungen bei. Durch Enteignungen und enteignungsähnliche Maßnahmen nach dem Muster des Bundeslandes Berlin hingegen wird keine einzige zusätzliche Wohnung geschaffen!

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Der Klimaschutz ist zweifelsohne einer der großen Herausforderungen unserer Zeit. Natürlich werden wir im Landkreis Traunstein alleine nicht das Weltklima retten können – aber wir können, wollen, müssen und werden unseren Beitrag dazu leisten! Wie in allen Politikbereichen geht es aber auch beim Klimaschutz darum, verschiedene Interessen abzuwägen und miteinander zu vereinbaren. Ökologie und Ökonomie müssen dabei keine Gegensätze sein – vielmehr schafft nur eine erfolgreiche Wirtschaft die nötigen Freiräume, Klimaschutz ohne soziale Verwerfungen zu verwirklichen. Für uns Liberale sind dabei Bevormundungen und Verbote immer das letzte Mittel. Stattdessen sind für uns zielführend:

  • Anreize zu klimafreundlichem Verhalten 
  • Angebote, z. B. im Bereich Mobilität, die klimafreundliches Verhalten erleichtern bzw. erst ermöglichen 
  • Technologieoffenheit – es bringt nichts, von oben herab eine bestimmte Technologie als das Allheilmittel zu propagieren, ohne dafür offen zu sein, was andere Technologien oder deren Weiterentwicklungen beitragen können.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Bei nahezu jedem politischen Thema gilt es, die (berechtigten) Interessen verschiedener Gruppen gegeneinander abzuwägen. Insofern habe ich Verständnis für die Argumente und Forderungen, die derzeit von den Landwirtinnen und Landwirten vorgebracht werden. Ich stamme aus einem dörflichen Umfeld, in dem es (zu meiner Jugend) noch mehrere Ackerbau- und Viehzuchtbetriebe gab; das gibt mir ein gewisses Grundverständnis der Fragestellung. Dennoch wird der erste Schritt meines Handelns sein, die komplexen Themen auch in ihrer naturwissenschaftlichen Dimension sowie die Positionen und Argumente aller Seiten noch besser zu verstehen, um dann wirklich fundierte Entscheidungen zu treffen, die von allen Beteiligten mitgetragen werden.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Meine politischen Ziele möchte und kann ich nicht alleine umsetzen. Deshalb kandidiere ich nicht nur als Landrat, sondern stehe an der Spitze der FDP-Kreistagsliste – Liste 6. Diese meine Liste besteht aus motivierten und kompetenten Kandidatinnen und Kandidaten aus ganz unterschiedlichen Lebenssituationen. Sie eint, dass sie sich mit liberaler Grundhaltung für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger einsetzen wollen und daher gemeinsam mit mir um Ihr Vertrauen werben.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

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