Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidat für Übersee

18 Fragen an Eberhard Bauerdick (GfÜ)

Bürgermeisterkandidat in Übersee: Eberhard Bauerdick (GfÜ).
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Bürgermeisterkandidat in Übersee: Eberhard Bauerdick (GfÜ).

Übersee - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Übersee wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Eberhard Bauerdick (GfÜ).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Eberhard Bauerdick

2. Partei

Gemeinsam für Übersee (GfÜ)

3. Alter

55 Jahre

4. Wohnort

seit 1995 in Übersee

5. Geburtsort

Balve NRW

6. Familienstand

verheiratet

7. Kinder

zwei Kinder

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

Einige Jahre habe ich mich im Ortsverband der CSU Übersee engagiert, empfand aber die dortige Diskussionskultur als nicht wirklich offen. Ähnliches beklagt auch die JU Übersee, wie auf deren Facebook-Seite nachzulesen ist. Im Kalenderjahr 2019 trat ich aus der CSU aus und rief mit einigen Überseer Gemeinderäten der bürgerlichen Mitte die Liste „Gemeinsam für Übersee – GfÜ“ ins Leben. Dort wollen wir eine sachgerechte, bürgernahe Politik umsetzen, ohne die ideologischen Barrieren, mit denen die etablierten Parteien teilweise zu kämpfen haben.

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Ich mag offene und gradlinige Persönlichkeiten, die es immer wieder schaffen, Brücken zwischen verschiedenen Meinungen zu bauen und eigene Ideen zu entwickeln.

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Die Vielfalt der Menschen, die hohe Orts-, Region- und Naturverbundenheit und der großartige und außergewöhnliche soziale Zusammenhalt, der sich auch im sehr gut funktionierenden Vereinsleben wiederspiegelt. Zudem gefällt mir die verkehrstechnische Anbindung des Ortes, die Vielzahl von Freizeitmöglichkeiten und die damit verbundene hohe Lebensqualität.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Meine Fähigkeiten Projekte zu steuern, Prozessabläufe vernünftig zu organisieren sowie meine umfangreiche Berufserfahrung im Bereich der freien Wirtschaft und der kommunalen Verwaltung, würde ich zum Nutzen der Gemeinde in das Amt des Bürgermeisters einbringen.

12.  Was wurde in der vergangenen Amtszeit verpasst? Was wollen Sie besser machen?

Man könnte hier einige Dinge nennen, ich möchte mich aber an dieser Stelle beispielhaft auf die Verkehrsprobleme entlang unseres Chiemseeufers beschränken. Hier wurde es versäumt, ein Verkehrskonzept zu entwickeln und mit dessen Hilfe dort den überbordenden Autoverkehr einzudämmen. Der Erhalt der natürlichen Schönheit unseres Chiemseeufers ist wichtig für die Erholung und die Lebensqualität unserer Bürger. Bestehende Ökosysteme sind zu schützen und zu erhalten. Ich möchte deshalb, unter Einbeziehung aller im Gemeinderat vertretenen Fraktionen einen Kompromiss herbeizuführen, der das Thema in der Sache voranbringt und den Willen der Mehrheit der Bevölkerung widerspiegelt.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Neben den kleinen und großen Bauprojekten ist die Ortsentwicklung für die Gemeinde Übersee von großer Bedeutung. Damit dieses bedeutende Projekt, z.B. im Detail die Gestaltung unserer Ortsmitte und oder die Schaffung eines Leitbildes für unsere Gemeinde wirtschaftlich, sozial, ökologisch und zum Schluss erfolgreich geplant werden und entstehen kann, braucht es unsere Bürger mit deren Vertrauen und Engagement. Es zu schaffen, immer wieder Menschen zum Mitmachen bei diesem uns alle betreffenden Prozess zu motivieren, sehe ich als große Herausforderung.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

Eine bedarfsgerechte Planung und Umsetzung eines Senioren- und Pflegeheims, die Lösung der Verkehrsprobleme am Seeufer und im Unterland sowie der Wohnungsbau, insbesondere auch der Sozialwohnungsbau.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Ich bewerte die derzeitige Wohnraumsituation in Übersee als kritisch. Ich würde beim Wohnungsbau und auch beim Sozialwohnungsbau prüfen, ob die Gemeinde z.B. mittels einer eigenen Wohnbaugesellschaft als Bauherr aktiv werden kann. Bezahlbare Mietwohnungen für Einheimische (z.B. junge Erwachsene) sind mir ein großes Anliegen, damit diese Menschen weiter in unserer Gemeinde bleiben können. Bauen wir dabei nachhaltig, vor allem unter dem Gesichtspunkt von sparsamem Flächenverbrauch und Ökologie.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Die Begrenzung der Erderwärmung ist ein Ziel der internationalen Gemeinschaft, für die auf internationaler und nationaler Ebene Maßnahmen beschlossen wurden. Meiner Meinung nach kann auch auf lokaler oder regionaler Ebene ein Beitrag für die Erreichung dieser Ziele geleistet werden. Ein Energiemanager, der Ausbau des ÖPNV zur echten Alternative zum privaten PKW oder die Senkung des Energieverbrauchs bei gleichzeitiger Erhöhung der Energiegewinnung (Photovoltaikanlagen) auf öffentlichen Liegenschaften, sind alles Beispiele hierfür, die meiner Meinung nach auch umsetzbar wären.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Das Volksbegehren Artenschutz hat viele Menschen in jeglicher Hinsicht aktiviert. Der Artenschutz und die Schaffung von Lebensraum hierfür, ist eine essentielle Maßnahme, die nur MIT den Landwirten und allen Bürgerinnen und Bürgern umgesetzt werden kann. Bei uns im Voralpengebiet, mit dem hohen Grünlandanteil gibt es schon langjährige bestehende Kulturlandschafts-Programme (KULAP), welche für die Artenvielfalt immer schon vorteilhaft waren und sind. Unsere überwiegend kleinbäuerlichen, landwirtschaftlichen Betriebe, gilt es zu schützen, denn diese erhalten seit Jahrhunderten die gewachsene Kulturlandschaft. Die Düngeverordnung werde ich als Bürgermeister nicht ändern können, aber mein Empfinden ist, dass man auch hier individuelle Lösungen suchen sollte. Ich verstehe die Proteste der Landwirte und kann das gut nachvollziehen. Wir alle als Verbraucher haben die Wahl mit unserem Einkaufsverhalten die heimischen Bauern zu unterstützen; hier sollte auch eine Gemeinde eine Vorreiterrolle einnehmen.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Bei allen Meinungsverschiedenheiten, die zwischen den politischen Parteien und Wählergruppen gerade in Zeiten des Wahlkampfes bestehen, ist es nach der Wahl umso wichtiger, Kompromisse und gemeinsame Lösungen für wichtige Themen oder Probleme in unserer Gemeinde zu finden.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

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