Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidatin für Übersee

18 Fragen an Margarete Winnicher (Bündnis 90/Die Grünen)

Übersee - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Übersee wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Margarete Winnicher (Bündnis 90/Die Grünen).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Margarete Winnicher

2. Partei

B90/Die Grünen

3. Alter

61 Jahre

4. Wohnort

Seit 1992 in Übersee

5. Geburtsort

Tann Ndb.

6. Familienstand

verheiratet

7. Kinder

keine

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

  • 1996-2002 Kreisrätin
  • seit 2008 Sprecherin OV Übersee 
  • 2014-2020 Gemeinderätin

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

  • Elisabeth Selbert (1896-1986) 
  • Jutta Limbach (1934-2016)

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Will in Übersee Bürgermeisterin werden: Margarete Winnicher (Bündnis 90/Die Grünen).

In Übersee gibt es viele Angebote von Kunst und Kultur. Es gibt den See und die Ache, viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Es gibt eine ausgewogene Verbindung zwischen Tradition und Moderne. Es gibt eine Menge Angebote an Vereinen, so daß jede/r welche/r das möchte, seine Wunschaktivitäten ausüben kann.

11. Warum sind Sie genau die Richtige?

Wichtig ist mir die Nähe zu den Bürger*innen; zuhören und aufeinander zugehen, nur so können gute Lösungen für die anstehenden Herausforderungen entwickelt werden, die konsensfähig sind. Wir brauchen eine parteienübergreifende Zusammenarbeit im Interesse der Gemeinde. Dazu braucht es eine Persönlichkeit, die verbindend und verbindlich ihr Amt ausführt. Es braucht Innovation im Bereich des Klimaschutzes, der Mobilität, zum Artenschutz und zur Digitalisierung. Als dies kann aus dem Amt der Bürgermeisterin heraus aktiv gestaltet werden.

12. Was wurde in der vergangenen Amtszeit verpasst? Was wollen Sie besser machen?

Die Bürger*innenbeteiligung wurde nicht in dem Maße umgesetzt wie erforderlich. Die Kommunikation mit den Bürger*innen hätte mehr sein können. Innovative Ansätze z.B. bei der Mobilität im ländlichen Bereich wurden nicht entwickelt; da braucht es dringend eine Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden. Es braucht ganz dringend eine Regelung für die Nutzung des Chiemseeufers – Feldwieser Bucht um den überbordenden Verkehr und die Nutzung dort in den Griff zu bekommen.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Die größte Herausforderung ist die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, Baugrund für Einheimische, der Erhalt der ortsbildprägenden Landschaft und der Gebäude. Es braucht Regularin um den Einfluß von Investoren zurück zudrängen. Zweitwohnungen sollen nur noch per Genehmigung gebaut werden. Bauträger die hier bauen wollen, müssen für das Gemeinwohl Gegenleistungen bringen. Die Innenentwicklung muss konsequent vor Außenbebauung umgesetzt werden. Grund und Boden sind nicht vermehrbar, daher braucht es ein Flächenmanagement, eine fundierte Bauleitplanung und die Verhinderung von Spekulation mit Grund, Boden und Wohnraum. D.h. für den Gemeinderat, dass er Satzungen erlassen muss, um dieser Herausforderung Herr zu werden. Ebenso muss der Artikel 161 (2) Bay. Verfassung zur Anwendung kommen. „Steigerungen des Bodenwerts, die ohne besonderen Arbeits- oder Kapitalaufwand für den Eigentümer entstehen, sind für die Allgemeinheit nutzbar zu machen.“

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

  1. Das Klima und somit die Zusammenarbeit im Gemeinderat wieder so zu gestalten,dass wir respektvoll miteinander umgehen, die unterschiedlichen Positionen ausdiskutieren ohne persönliche Verletzungen und so zu zukunftsfähigen Lösungen zu kommen. 
  2. Es geht mir um eine ökologisch ausgerichtete Gemeindepolitik; es geht um viele Aspekte im Rahmen des Klimaschutzes und des Artenschutzes, welche wir mit einem gemeindlichen Energiekonzept erzielen können. 
  3. Wir brauchen eine aktive Form der Bürger*innenbeteiligung und mehr Transparenz im politischen Handeln. Das kann u.a. durch eine Fragestunde zu Beginn jeder Gemeinderatssitzung erreicht werden. Bei der Entwicklung von gemeindlichen Projekten sollen die bereits bestehenden Arbeitskreise aktiv miteinbezogen werden.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Wir haben einen sehr hohen Druck von Außen dem dringend entgegen gesteuert werden muss. Wir brauchen mit der landkreiseigenen Wohnbaugesellschaft einen Kooperationspartner der bezahlbaren Wohnraum in der Gemeinde schafft.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Dazu siehe auch Punkt 14a. Es gibt eine Menge kleinteilige Möglichkeiten die auch in Zusammenarbeit mit z.B. dem Gartenbauverein oder dem LBV vor Ort realisiert werden können. (Blühstreifen, bienenfreundliche Bepflanzungen im öffentlichen Raum etc.) Dazu braucht es dann auch die Unterstützung der Gemeinde.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Trinkwasser ist ein hohes Gut und daher muss die Düngeverordnung umgesetzt werden. Von der Gemeinde her kann die Landwirtschaftspolitik wenig beeinflußt werden. Ich halte die Politik welche die Bauern dazu zwingt immer größer zu werden um existieren zu können für völlig verfehlt. Das Bauernsterben ist ein großes Problem welches auch unsere Landschaft und Kultur sehr negativ beeinflussen wird. Wir müssen dringend auch auf gemeindlicher Ebene die regionalen Wertschöpfungsketten nutzen und auch dafür sorgen dass das Verbraucherbewußtsein im Sinne der regionalen Produkte geschärft wird.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Bitte nutzen Sie alle Ihr demokratisches Grundrecht wählen zu gehen. Das Frauenwahlrecht gibt es ohnehin erst seit 1919.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

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