Nach dem Chaos um gekippte „Osterruhe“

Friseure, Handel, Ausflüge, Urlaub: Diese Corona-Regeln gelten nun an Ostern

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Ostern Corona
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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU/links).

Berlin/München - Die geplante Osterruhe hat in Deutschland in der vergangenen Woche einen „politischen Wirbelsturm“ ausgelöst. Schließlich kippten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder den Beschluss. Doch welche Regeln gelten denn jetzt am Osterwochenende nun eigentlich (noch)?

Bis zum Ende der Osterferien wird es in Bayern keine weiteren Öffnungsschritte geben“, hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach der jüngsten Kabinettssitzung in München angekündigt. „Corona liegt nach wie vor bleiern über unserem Land. Die Lage ist ernst und sie wird noch sehr viel ernster werden“, so Söder weiter. Man müsse nun alle Kräfte bündeln und sich gemeinsam dieser schweren Herausforderung stellen (News-Ticker Sonntag, 28. März).

Doch wegen des föderalen Systems und der unterschiedlichen Infektionslage fällt der Überblick über die aktuell gültigen Corona-Regeln den meisten Menschen inzwischen sehr schwer. rosenheim24.de hat nun in der Übersicht zusammengefasst, welche Vorschriften und Maßnahmen über die Feiertage gelten.

Lockdown:

Der Lockdown wird grundsätzlich bis zum 18. April verlängert. Dementsprechend wurde auch die 12. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung angepasst und verlängert.

„Osterruhe“ gekippt:

Die geplante „Osterruhe“ - eigentlich der wichtigste Beschluss beim vergangenen Bund-Länder-Gipfel - wurde von Kanzlerin Merkel gekippt (Zitat Merkel: „Ein Fehler muss als Fehler benannt werden und vor allem muss er korrigiert werden“). Das heißt, an den Feiertagen gibt es keine „erweiterte Ruhezeit zu Ostern“. An Gründonnerstag und Karsamstag können die Läden, dazu zählen neben Supermärkten jetzt unter anderem auch Bau- und Gartenmärkte, Blumenläden und Buchhandlungen, weiter je nach Infektionslage öffnen. Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag sind wie sonst auch Feiertage. rosenheim24.de hat die Regelungen in einem Extra-Artikel zusammengefasst.

Kontakte:

Die Verlängerung der bisher bestehenden Kontaktbeschränkungen bis zum 18. April heißt konkret: Private Treffen sind mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten möglich, wobei Kinder bis 14 Jahre nicht mitgezählt werden. In Bayern gilt außerdem: In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 verbleibt es bei der Kontaktbeschränkung auf Angehörige des eigenen Hausstands sowie zusätzlich eine weitere Person. Beim Einkaufen und im ÖPNV müssen - unabhängig von der Inzidenz - OP-Masken oder Masken der Standards KN95 oder FFP2 getragen werden.

Notbremse:

Die im Stufenplan vorgesehene Corona-Notbremse MUSS von den Städten/Landkreisen gegebenenfalls auch über Ostern konsequent angewandt werden. Darauf haben sich Bund und Länder beim letzten Gipfel verständigt. Heißt konkret: Steigt die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner an drei aufeinander folgenden Tagen in dem Land oder der Region auf über 100, treten per Verordnung die Regeln, die bis zum 7. März gegolten haben, wieder in Kraft.

Besondere Maßnahmen in „Hotspots“:

Auch diese Regeln bleiben weiter bestehen. Liegt die Inzidenz in einer Stadt/einem Landkreis über 100, gilt ab Montag, 29. März, unter anderem: Tagesaktuelle Schnelltests in Bereichen, in denen Abstandhalten oder Maske tragen nur schwer möglich ist. Zudem gibt es einer Tragepflicht für medizinische Masken für Mitfahrer in privaten Fahrzeugen, so weit diese nicht dem Hausstand des Fahrers angehören. Zudem greifen in Bayern in Hotspots verschärfte Kontaktbeschränkungen (s.o.) und ggf. auch nächtliche Ausgangssperren.

Gottesdienste:

Gläubige in Bayern müssen zu Ostern nicht auf den Besuch einer Kirche oder einer Synagoge verzichten. Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) stellte am Mittwoch nach einem Gespräch mit Vertretern der christlichen Kirchen und dem Landesverband der israelitischen Kultusgemeinden in München klar, „dass sich an der Möglichkeit der Präsenzgottesdienste nichts ändert“. Im Rahmen der geltenden Infektionsschutzbestimmungen könnten Ostergottesdienste stattfinden, sie sollen „weiterhin uneingeschränkt zulässig“ sein. Allerdings empfiehlt die Staatsregierung den Gemeinden, digitale Formate anzubieten und auszuweiten.

Friseure / körpernahe Dienstleistungen:

Seit dem 1. März dürfen Friseure unter strengen Corona-Auflagen wieder Kunden empfangen. Diese Regelung bleibt bestehen und gilt auch für weitere körpernahe Dienstleistungen (Kosmetikstudios etc.). Wie der Zentralverband des Deutschen Friseur Handwerks mitteilte, dürften Friseure über die Ostertage, also auch am Gründonnerstag und Karsamstag, regulär offen haben - entgegen des vorherigen Beschlusses der (gekippten) „Osterruhe“.

Reisen:

Es gilt weiterhin der Appell, auf nicht zwingende notwendige Reisen zu verzichten – auch über die Osterfeiertage. Explizite Verbote gibt es jedoch nicht, diese wären rechtlich auch nur schwer umsetzbar. Ab Dienstag, 30. März, 0 Uhr, gilt für Flugreisende jedoch eine Testpflicht. Vor dem Rückflug nach Deutschland muss der Fluglinie ein negativer Nachweis vorgelegt werden - und das unabhängig davon, ob das Reiseziel als Risikogebiet eingestuft ist oder nicht. Ohne negativen Test und/oder bei offensichtlich unrichtigen Angaben darf der Passagier nicht befördert werden. Die Tests müssen von den Reisenden selbst bezahlt werden. Hintergrund für den Beschluss war der Entschluss zahlreicher Bürger, Reisen nach Mallorca zu buchen, nachdem die Insel aus der Liste der Risikogebiete genommen worden war.

Tagesausflüge / Gastronomie:

Tagesausflüge bleiben grundsätzlich weiterhin erlaubt. Allerdings sind die Rahmenbedingungen erschwert: Restaurants und Cafés bleiben geschlossen (To-Go-Angebote bleiben wie bisher erlaubt). Die angedachten Lockerungen und Öffnungen der Außengastronomie werden in Bayern bis zum Ende der Osterferien ausgesetzt. Bislang unklar ist, ob es möglicherweise Einschränkungen für bestimmte „Hotspots“ gibt. Diese gab es zuletzt im Januar beispielsweise am Spitzingsee, Schliersee oder Tegernsee (Landkreis Miesbach).

Die Polizei will die Einhaltung der geltenden Regeln übrigens über Ostern verstärkt kontrollieren. Dabei geht es vor allem um Hygiene- und Abstandsregeln, überfüllte Parkplätze, Wildparken und Verkehrsbehinderungen auf Zufahrtsstraßen zu den Ausflugsgebieten. rosenheim24.de hatte darüber bereits gesondert berichtet.

mw/mh

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