Corona stellt Behörden vor großen Herausforderungen

Kontaktverfolgung und Kontrolle der Quarantäne: So arbeiten die Gesundheitsämter

Immer mehr Soldaten helfen in den Gesundheitsämtern in den sogenannten Contact Tracing Teams aus.
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Immer mehr Soldaten helfen in den Gesundheitsämtern in den sogenannten Contact Tracing Teams (CTT) aus.

Landkreis – Die steigenden Corona-Neuinfektionen bedeuten für die Gesundheitsämter in der Region deutlich mehr Arbeit. Für die Kontaktverfolgung und die Einhaltung der Quarantäne haben die Ämter in der Region personelle Unterstützung erhalten.

„Das Contact Tracing ist eine sehr personalintensive Arbeit. Wenn es zum Beispiel Ausbrüche in größeren Gruppen, wie Schulklassen gibt, ist der Aufwand sehr hoch. Dann müssen viele Personen kontaktiert und deren Quarantäne überwacht werden“, berichtet Ina Krug, Pressestelle Landratsamt Rosenheim, gegenüber rosenheim24.de.

Kontaktverfolgung und Kontrolle der Quarantäne: So arbeiten die Gesundheitsämter

Heißt: Je höher die Zahl der Neuinfektionen, desto mehr Personen müssen auch kontaktiert werden. In Garmisch-Partenkirchen beispielsweise führten die aktuelle Entwicklungen zu einer Überlastung. „Aufgrund der stark gestiegenen Infektionszahlen ist es dem Gesundheitsamt derzeit nicht mehr möglich, Positivgetestete ohne zeitliche Verzögerung zu kontaktieren und zeitnah die Kontaktpersonen zu ermitteln“, heißt es auf der Seite des dortigen Landratsamtes.

Die Landratsämter aus den Kreisen Rosenheim, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Altötting hätten bislang aber noch keine Probleme mit der Abarbeitung der Fälle. „Wir benötigen zwar immer mehr Kräfte. Es gab sogar einen Aufruf an die Kommunen hier zu unterstützen. Noch reicht es aus, aber wir haben die Situation täglich im Auge“, schildert Dr. Robert Müller von der Pressestelle Landratsamt Altötting.

Bundeswehr stellt die meisten Hilfskräfte in der Region

In Altötting sind derzeit zwischen 50 und 60 Personen dafür verantwortlich. In Mühldorf sind es 51, im Berchtesgadener Land ca. 130. In Rosenheim sind aktuell 145 Mitarbeiter beim Gesundheitsamt angestellt, die größtenteils mit der Corona-Pandemie beschäftigt sind. Der Grundstock liegt eigentlich bei 46 Personen. Etwa 100 Personen sind dabei mit dem Kontaktpersonen-Management beschäftigt. Dabei kommt es auch zu zusätzlichen Kosten für den Landkreis, da die Regierung nur das Personal bezahlt, jedoch nicht die Ausstattung oder Raummiete.

Ohne personelle Hilfe der Regierung wäre es nicht möglich, all das zu bewerkstelligen. Viele externe Hilfskräfte sind derzeit für die Unterstützung der Gesundheitsämter abgestellt worden - Polizisten, Bundeswehrsoldaten oder Angestellten von anderen Ämtern (beispielsweise Finanzamt) werden sozusagen ausgeliehen. Die Bundeswehr übernimmt dabei einen Großteil. So helfen im Berchtesgadener Land 55 Soldaten aus, in Rosenheim elf und in Mühldorf fünf.

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Quarantäne wird unterschiedlich kontrolliert - 2.000-Euro Bußgeld bei Verstoß

Neben der Kontaktverfolgung und Kategorisierung gehört auch die Kontrolle einer Quarantänepflicht zu den Hauptaufgaben der Mitarbeiter. Dabei unterscheiden sich die Vorgehensweise je nach Landkreis. Im Berchtesgadener Land „erfolgen täglich Anrufe“. In Altötting wird versucht die Personen „regelmäßig“ telefonisch zu erreichen. „Die Einhaltung der Quarantäne wird durch gelegentliche Anrufe kontrolliert“, so die Antwort vom Landratsamt Mühldorf.

Komplett anders stellt sich die Situation in Rosenheim dar. Alle Personen, für die eine Quarantäne angeordnet wurde, haben die Verpflichtung, sich täglich beim Gesundheitsamt Rosenheim zu melden und ein kurzes Update über ihren Gesundheitszustand abzugeben. Dies können sie per E-Mail oder auch telefonisch tun. „Sollte sich eine Person an einem Tag nicht melden, versuchen wir Kontakt aufzunehmen“, erklärt Krug.

In den überwiegenden Fällen werde die angeordnete Quarantäne in Rosenheim auch eingehalten. Auch in Altötting berichtet das Landratsamt von „sehr disziplinierten Bevölkerung“. Sollte doch der Verdacht für einen Verstoß bestehen, wird in allen Landkreisen die Polizei verständigt. In Rosenheim sind bis zum 2. November 20 solcher Fälle bekannt. Der Regelsatz bei einem Verstoß gegen die angeordnete Quarantäne beläuft sich aktuell auf 2.000 Euro.

jz

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