Pressemeldung PP Oberbayern Nord

Kripo ermittelt: Hat ein Unbekannter bei Freising auf einen Zug geschossen?

Freising - Schrecksekunde für die Fahrgäste eines Regionalzuges zwischen Freising und Marzling: Es waren deutlich Knallgeräusche zu hören. 

Freitagabend (8. März) gegen 20.45 Uhr meldete ein Zugpassagier auf der Zugstrecke zwischen Freising und Marzling dem Bahnpersonal Knallgeräusche und den Schaden einer beschädigten Zugscheibe. Der mit ca. 60 Personen besetzte Zug (RE 57936 wurde daraufhin in Landshut angehalten und mit Unterstützung von Kräften des Kriminaldauerdienstes Landshut nach Spuren abgesucht. Tatsächlich wurden Eindellungen im Blech des Zuges und Sprungbeschädigungen an den Zugscheiben des Regionalzuges festgestellt, die auf Einschüsse hinweisen. Die Kriminalpolizei Erding hat daraufhin die Ermittlungen übernommen und den Zug für weitere polizeiliche Untersuchungen sichergestellt. Die Fahrgäste mussten auf Schienenersatzverkehrsmittel ausweichen und konnten zum großen Teil mit anderen Zügen ihre Fahrt fortsetzten. Verletzt wurde durch den Vorfall niemand.

Kriminalpolizei Erding ermittelt und sucht nach Zeugen

Noch am Abend begannen Kräfte der Bundespolizei mit Unterstützung eines Polizeihubschraubers und Diensthunden den Streckenabschnitt nach Spuren abzusuchen.

Die sachleitende Staatsanwaltschaft Landshut beauftragte einen Gutachter des Bayerischen Landeskriminalamts mit Untersuchung der Schussbeschädigungen. Demnach gibt es bislang keine Hinweise auf Beschädigungen, die durch den Abschuss einer scharfen Schusswaffe entstanden sein könnten, denn die Projektile konnten weder die Außenhaut noch die Scheiben des Zuges durchdringen. Nach derzeitiger Einschätzung des beauftragten Waffensachverständigen dürfte es sich bei der Tatwaffe mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Druckluftwaffe handeln. Die Ermittlungen diesbezüglich dauern an.

Die Kriminalpolizei Erding bittet um sachdienliche Hinweise unter der Telefonnummer 08122-968-0.

Zeugen, die am vergangenen Freitagabend in der Zeit zwischen 20 Uhr und 0 Uhr verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, die in Verbindung mit dem Vorfall stehen könnten, werden gebeten sich bei der Polizei zu melden. Auch ein Fahrgast, der im ersten Wagon in der Nähe der beschädigten Scheibe saß und anschließend seinen Sitzplatz gewechselt hat, sollte sich dringend für eine Zeugenbefragung bei der Kriminalpolizei Erding zur Verfügung stellen. Gleiches gilt für weitere Zuginsassen, die ggf. Angaben zu dem Vorfall machen können.

Regionalexpress mit 200 Passagieren an Bord überfährt Betonplatte

Am Samstag überfuhr ein Regionalexpress zwischen Unter- und Oberschleißheim eine auf den Gleisen befindliche Betonplatte. Verletzt wurde niemand, es kam jedoch zu erheblichen Behinderungen auf der Bahnstrecke München–Regensburg, unter anderem auch im S-Bahn-Verkehr der S1. Nach ersten Erkenntnissen legte ein bislang unbekannter Täter die Abdeckplatte eines Kabelschachtes auf das Gleis. Bereits am 8. März hatte ein Zug gegen 15 Uhr an derselben Örtlichkeit eine Betonplatte überfahren. Der Zug wurde nicht beschädigt. Er konnte seine Fahrt fortsetzen. In beiden Fällen wurden Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet.

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Nord

Rubriklistenbild: © picture alliance / Stefan Sauer/

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