Aus für kürzesten Bahn-Tunnel nach 140 Jahren

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Das "Felsentor" in Etterzhausen im Landkreis Regensburg

Etterzhausen - In der Oberpfalz geht am kommenden Montag ein Stück deutsche Bahn-Geschichte zu Ende: Nach 140 Jahren wird dann in Etterzhausen bei Regensburg der kürzeste Eisenbahn-Tunnel Deutschlands gesprengt.

Grund für die Sprengung des 16 Meter langen Tunnels ist der schlechte Zustand des Felsens. Bereits in den vergangenen Jahrzehnten habe der Tunnel mehrfach saniert und gesichert werden müssen, berichtete die Deutsche Bahn AG am Donnerstag in Berlin. Bislang musste der Tunnel mit Hilfe von Messtechnik permanent überwacht werden, um Schäden sofort feststellen zu können.

Insgesamt werden die Sprengexperten fast zwei Tonnen Sprengstoff brauchen, um das sogenannte Felstor zu zerstören. Dafür werden 240 Sprenglöcher mit einer Tiefe von bis zu 36 Metern gebohrt. Durch die Zündung werden etwa 11 000 Tonnen Gestein gelöst. Diese Menge muss anschließend abtransportiert werden, ab 7. Juni soll die Strecke Regensburg-Nürnberg wieder befahrbar sein. Bereits seit 22. Mai ist die Strecke gesperrt, auch um Gleise und Oberleitungen zu erneuern und den Neumarkter Bahnhof für die Erweiterung der Nürnberger S-Bahn auszubauen.

Der Mini-Tunnel bei Etterzhausen wurde 1870 fertiggestellt, die Bahnstrecke ging dann 1873 in Betrieb. Bei dem 20 Meter hohen Felsen befindet sich auch eine Steinzeithöhle, in der Archäologen vor knapp 100 Jahren mehr als 10.000 Jahre alte Werkzeuge entdeckten. Diese frühzeitliche Höhe wurde inzwischen wieder verschlossen. Durch die Sprengung soll sie möglichst nicht beschädigt werden.

dpa

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