LGS schwimmt auf die 1-Mio-Besucher-Marke zu

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Rosenheim - Das muss keiner durch die Blume sagen: Die Stadt Rosenheim ist mit dem Ergebnis der Landesgartenschau mehr als zufrieden. Zwei Wochen vor Schluss kam jetzt die erste Bilanz. **Video folgt**

Die Rosenheimer Sonderkonjunktur, die sich alle durch die Garten- und Blumenschau erhofft hatten, sei gekommen, betonte Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl. Selbst der an sich verregnete Sommer habe dem keinen Abbruch tun können.

Besucher-Ströme bei Sonne und Regen

Bis jetzt haben rund 920.000 Besucher die Landesgartenschau besucht. Die LGS-Verantwortlichen hoffen nun, in den letzten zwei Wochen die Ein-Millionen-Marke noch zu schaffen. Bugl: "Wir sind sehr zuversichtlich, zumal das Wetter mitzuspielen scheint." Die besucherstärksten Tage mit jeweils rund 15.000 Tagesgäste waren bis jetzt der Muttertag, Erntedank und der Tag des Drachenboot-Rennens.

Selbst das zum Teil schlechte Wetters des Sommers 2010 hätte die Besucherströme nicht sehr beeinträchtigt. Die Gäste hätten sich dann sehr stark an Ausweichmöglichkeiten wie die Gewürzaustellung im Lokschuppen oder die Gastro- und Shoppingangebote der Innenstadt gehalten.

Vorletzte Hallenschau:

Vorletzte Hallenschau auf der LGS

Frohlocken bei Gastronomie, Einzelhandel und Hotellerie

Das Konzept "Rundweg durch die Stadt" sei voll aufgegangen, sagte Helmut Cybulska, Prokurist der LGS. Den Gastro-Betrieben und dem Einzelhandel bescherte es Kunden in Massen. Genaue Zahlen liegen hierzu noch nicht vor.

Bei der Hotellerie ist die Bilanz da schon etwas konkreter. Peter Lutz von der Veranstaltungs und Kongress GmbH Rosenheim berichtete von teils zweistelligen Steigerung bei Hotels, die aktiv mit der LGS als Zugpferd gearbeitet hatten. Profitiert hätten vor allem auch Beherbergungsbetriebe mit Innenstadtlage. Lutz: "Ein Hotel hat so rund 2000 Gäste hinzugewonnen."

Auch das Umland habe profitiert. Vereinzelt hätten Busse sogar nach Österreich für Unterkünfte weitergeleitet werden müssen.

Im kalkulierten Defizit

Rund 12 Millionen Euro an Investition und Durchführungskosten mussten für die LGS aufgewendet werden. Nach Abzug von öffentlichen Förderungen und Eintrittsgeldern rechneten die Verantwortlichen von Anfnag an mit einem "kalkulierten Defizit" von 1 bis 1,5 Millionen Euro. Vorausgesetzt 800.000 Besucher hätten die Schau sehen wollen.

Wird nun die 1-Million-Besucher-Marke erreicht, wird sich dieses erwartete Defizit noch vermindern. Wie sehr, stünde erst Ende Oktober/Anfang November abschließend fest, so Helmut Cybulska. Denn erst dann seien eventuelle Karten-Rückläufe von Kontingentabnehmern abgewickelt. Erst dann stünde die defintive Zahl der verkauften Tages-Tickets fest.

Ab 4. Oktober wird zurückgebaut

Die Rückbauarbeiten der LGS werden nach dem 3. Oktober sehr zügig vonstatten gehen, verspricht die Stadt. So soll der Mangfall-Radweg spätestens im November wieder offen sein. Abgebaut werden auch die Ausstellungsgebäude im Mangfallpark Süd und Nord. Die Arche bleibt erhalten, allerdings nicht in Rosenheim sondern in Kiefersfelden. Dort wird sie nach ihrem Abbau in der Kreisstadt in einem Gemeindenzentrum wiederaufgebaut und weiter genutzt. Was bleiben wird, sind Bänke und Beleuchtungsanlagen.

Bestehen bleiben wird die Veranstaltungsfläche an der LGS-Bühne. Hier soll an einem Veranstaltungskonzept gearbeitet werden. Allerdings ohne die zurzeit dort stehenden Bühne. Diese wird weiterverkauft. Cybulska: "Das Problem ist, dass sie nicht für einen öfteren Auf- und Abbau konzipiert wurde. Das wäre zu kompliziert. Stehen lassen geht auch nicht, weil sie weder sturm- noch schneesicher ist." Sobald ein Veranstaltungskonzept steht, will sich die Stadt damit befassen, ob eine eigene Aufbau-Bühne angeschafft werden muss oder eine Leihbühne die kostengünstige Alternative ist.

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Schauflächen werden Freizeitflächen

Entspannen am Innspitz

Die Rasenflächen der LGS werden zum großen Teil zur öffentlichen Freizeitnutzung freigegeben werden. Das Grün sei dafür robust genug. Feste Widmungen wie etwa mit Bolzplätzen und festen Toren oder Ballnetzen soll es nicht geben. Cybulska: "Wir wollen keine einseitige Festlegung, sondern eine vielseitige Nutzung als Spielwiese.

"Dickes Ende" kommt 2012

Die LGS hat sich positiv für Rosenheim und die Region ausgewirkt - da sind sich die Verantwortlichen jetzt schon sicher. Wie das konkret aussehen wird, werde sich aber erst 2012 zeigen, sagt Wirtschaftsdezernet Bugl. Denn erst dann ließen sich mittels Brutto-Inlands-Produkt harte Zahlen auf den Tich legen. Bugl ist jedoch zuversichtlich: "Wir gehen von einem spürbaren Aufwärtstrend aus."

(ro24)

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