LKA untersucht Sprengvorrichtung

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Mit dieser Sprengvorrichtung hat Josef Gerg die tödliche Explosion ausgelöst.
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Lenggries/Gaißach - Die technische Sondergruppe des Landeskriminalamts beschäftigte sich mit der selbstgebastelten Sprengvorrichtung, die den Cousin von Hilde Gerg an Silvester das Leben kostete.

Aus den restlichen beiden der insgesamt fünf Rohre seien die Sprengladungen entfernt worden, sagt Detlef Puchelt von der Pressestelle des LKA. Der Inhalt werde noch untersucht. „Wir gehen nach wie vor davon aus, dass es sich um Schwarzpulver handelt.“ Wo der Bruder von Ex-Skirennläuferin Annemarie Gerg dieses her hatte, wird ebenfalls nachgeprüft.

Am 1. Januar explodierte in Gaißach der selbstgebaute Sprengkörper des 33-Jährigen aus Lenggries auf offener Straße. Der Mann wollte seine eigenen Silvesterkracher zünden. Die Explosion war so heftig, dass er noch am Unfallort seinen schweren Kopfverletzungen erlag. Andere Personen wurden nicht verletzt.

Cousin von Hilde Gerg: Tod durch Böller

Sprengstoffexperten des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) übernahmen noch in der Nacht die Ermittlungen vor Ort. Die selbstgebaute Spreng- bzw. Zündvorrichtung bestand aus einer Metallplatte mit fünf senkrecht aufgeschweißten Metallrohren, die mit einer zündfähigen Treibladung gefüllt waren. Genauere Untersuchungen dazu werden in den kommenden Tagen im Kriminaltechnischen Institut des LKA durchgeführt.

Die Vorrichtung stand auf dem Gehweg, zwei Rohre waren bereits gezündet worden. Nach der Zündung des dritten Rohres zeigte sich jedoch keine Reaktion. Als sich der 33-Jährige über die Vorrichtung beugte um nachzusehen, explodierte der Sprengsatz. Fremdverschulden ist nach bisherigem Erkenntnisstand nicht erkennbar.

Der kurze Zeit nach dem Unfall eingetroffene Kriseninterventionsdienst des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen betreute die Angehörigen des Getöteten.

Immer wieder kommt es bei der Handhabung von selbstgebauten Spreng- oder Zündvorrichtungen zu erheblichen Sachschäden und Unfällen mit zum Teil schwersten Verletzungen, mit oft lebenslangen gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Das LKA warnt noch einmal ausdrücklich vor dem Bau oder der Handhabung solcher Vorrichtungen, auch vor dem Hintergrund, dass gerade jetzt nach Silvester, übriggebliebene Kracher und Raketen demontiert und die Treibladungen in derartige Vorrichtungen umgefüllt und verwendet werden.

Pressemeldung Landeskriminalamt

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