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Urteil nach Familiendrama in Markt Schwaben

Vater (†75) erdrosselt und Leiche geschändet: Ümit S. (39) hielt andere Personen für „Mafia-Mitglieder“

Landgericht I und II in München
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Das Gerichtsgebäude für das Landgericht I und II in München.

Markt Schwaben/München – Urteil im Prozess gegen Ümit S.: Der 39-Jährige hat - in schuldunfähigem Zustand - erst seinen Vater (†75) erdrosselt und anschließend dessen Leichnam geschändet.

Die 1. Strafkammer des Landgerichts München II hat in dieser Woche die Unterbringung des Beschuldigten Ümit S. (39) in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet. Nach den Feststellungen eines Sachverständigen leidet der Beschuldige jedoch an einer paranoiden Schizophrenie, weswegen eine Gefängnisstrafe für die Kammer nicht in Betracht kam. rosenheim24.de hatte über den Prozessauftakt bereits berichtet.

Nach Überzeugung des Gerichts war Ümit S. im Juni 2021 mit seinem Vater in dessen Wohnung in Markt Schwaben (Landkreis Ebersberg) in einen heftigen Streit geraten. Im Verlauf der Auseinandersetzung hat der Beschuldigte nach Auffassung der Kammer durch „einen spontan gefassten Tatentschluss“ seinen Papa getötet. Bei der Tat hat sich der mit seinem vollen Körpergewicht auf seinen am Boden liegenden Vater gesetzt und diesen erdrosselt, indem er ihm mit zwei Fingern gegen den Hals drückte. Auch einen weiteren schlimmen Vorwurf sah das Landgericht als erwiesen an, nämlich, dass der Beschuldigte nach der Erdrosselung die Leiche seines Vaters geschändet hat. Dabei hatte er auch in dessen Nähe einen Napf mit Hundefutter aufgestellt. Kurz vor der Ermordung seines Vaters kam es laut Gericht auch noch zu einer gefährlichen Körperverletzung durch Ümit S. – und zwar gegen eine Person, die S. einfach zufällig über den Weg gelaufen war.

S. hielt andere Personen für „Mafia-Mitglieder“

Der Kammervorsitzende hob in seiner Urteilsbegründung hervor, dass der Beschuldigte zum Zeitpunkt der Taten aufgrund seiner Erkrankung schuldunfähig war. Die Kammer ging aufgrund der Gesamtumstände der Taten davon aus, dass der Beschuldigte seine Aggressionstaten gegen andere Personen verübte, weil er diese „in seinem paranoid-schizophrenen Wahnerleben für Mitglieder der Mafia hielt, die ihm nach dem Leben trachteten“, hieß es dazu in einer entsprechenden Pressemitteilung des Landgerichts.

Wie auch der bestellte Gerichtssachverständige gelangte die Strafkammer zu der Überzeugung, dass von dem Beschuldigten aufgrund seiner Erkrankung weitere schwere Straftaten zu erwarten sind und dass er deswegen für die Allgemeinheit gefährlich ist. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Ümit S. kann noch Revision gegen das Urteil einlegen.

Die Tat ereignete sich damals in einer Hochhaussiedlung in der von-Kobell-Straße in Markt Schwaben (Landkreis Ebersberg). Die Polizei hatte kurz nach der Tat lediglich ein Familiendrama bestätigt und umfangreiche Ermittlungen eingeleitet. Unter anderem waren Beamte der Spurensicherung vor Ort. rosenheim24.de hatte damals bereits darüber berichtet (Plus-Artikel)Der 39-Jährige war noch am Tatort von der Polizei festgenommen worden. Zuvor hatte eine Nachbarin Schreie aus der Wohnung gehört und dann in den frühen Morgenstunden die Polizei verständigt.

mw

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