Verhandlung gegen 42-jährigen Trostberger

"Ich hatte Todesangst": Junger Mann berichtet von Vergewaltigungen

Traunstein/Trostberg - Die Anklage klingt haarsträubend: Während sich seine Verlobte im Nebenzimmer aufhielt soll ein 42-Jähriger ihren Sohn vergewaltigt haben - nur einer von zwei Fällen, der nun verhandelt wird. 

Update, 15 Uhr: "Ich hatte Todesangst" - Junger Mann berichtet von Vergewaltigungen

"Mir ist das wirklich unangenehm", beginnt der heute 20 Jahre alte Geschädigte seine Zeugenaussage. Der junge Mann ist merklich verunsichert. Er muss dem Gericht nun von den zwei Vergewaltigungen berichten, die dem Angeklagten zur Last gelegt werden.

Schon die ersten Küsse, mit denen sich die Vergewaltigungen ankündigten, habe der 20-Jährige abgeblockt: "Aber das hat ihn nicht interessiert." Den Geschlechtsverkehr habe er dann über sich ergehen lassen: "Ich hatte Todesangst, dass er mir noch mehr antut, wenn ich seinen Bedürfnissen nicht nachkomme", so der Geschädigte.

"Ich hatte keine Chance, er ist auf mir gelegen", so der junge Mann vor Gericht, darum habe er sich auch nicht wehren können. Noch heute ist er in psychologischer Behandlung, nach den Vergewaltigungen sei er "innerlich kaputt" gewesen, hätte unter der Dusche nach dem erzwungenen Sex auch einen Nervenzusammenbruch erlitten. "Mir ging es richtig dreckig."

Den ersten Vorfall habe er noch in sich "hineingefressen", beim zweiten Mal erzählte er dann alles seiner Mutter, die mit dem Angeklagte aus Pakistan inzwischen verlobt ist. Zuerst habe sie ihm nicht geglaubt, den Mann dann aber doch aus der Wohnung geworfen. Aus Angst vor einer Aids-Infektion ging der heute 20-Jährige nach den mutmaßlichen Vergewaltigungen auch zum Arzt und ließ sich testen.

Dass es zwischen den beiden Männern Kontakt gab bestätigt auch ein Sachbearbeiter der Kriminalpolizei: DNA-Spuren des Geschädigten ließen sich in der Unterhose des Angeklagten finden, ein Anus-Abstrich beim Geschädigten zeigte darüber hinaus DNA-Spuren des Angeklagten.

Der Prozess wird für heute unterbrochen. Fortsetzungstermine um die Vergewaltigungen in Trostberg sind für den 11., 17 und 21. Februar angesetzt. Das Landgericht Traunstein will beim nächsten Mal den Vater des Geschädigten und Sachverständige vernehmen.

Update, 12.15 Uhr: "Ich will sie heiraten, auch wenn ich im Gefängnis sitzen sollte"

Ein 42-jähriger Pakistani soll im Mai und Juni vorigen Jahres einen damals 19-Jährigen zweimal in Trostberg vergewaltigt haben. Die Taten spielten sich laut Staatsanwaltschaft in der Wohnung der Mutter des 19-Jährigen ab - jener Frau, mit der der Angeklagte inzwischen verlobt ist.

Der Angeklagte will sich vor dem Landgericht Traunstein zu den Vorwürfen nicht äußern - doch die verstörende Konstellation ist trotzdem Thema. "Ich will sie heiraten, auch wenn ich im Gefängnis sitzen sollte", so der Angeklagte. Es gibt angeblich schon einen Termin: den 14. Februar. Das Gericht um den Vorsitzenden Richter Erich Fuchs wird hellhörig und fragt nach - die Duldung des Pakistani in Deutschland ist inzwischen abgelaufen.

Fuchs berichtet auch von einem Notizbuch, das die Polizei in der Zelle des Angeklagten beschlagnahmt hat. Gefunden hat man darin ein Schreiben an seine Verlobte: sie solle ihn vor Gericht entlasten, "sonst komm' ich nicht raus".

Vor Gericht wird außerdem bekannt, dass der 42-jährige Angeklagte auch schon ein dreijähriges Kind mit einer anderen Frau aus dem Landkreis Traunstein hat. Er trinke täglich viele Liter Bier und habe vor der Untersuchungshaft mehrmals pro Woche Cannabis geraucht und manchmal auch Speed genommen. 

Nun sollen die Zeugen vernommen werden - darunter auch das mutmaßliche Opfer der Vergewaltigungen.

Update, 10.40 Uhr: Anklageschrift offenbart Details

Der seltene Fall von Vergewaltigungen zwischen zwei Männern beschäftigt nun das Landgericht Traunstein. In der Anklage, die von der Staatsanwältin gleich zu Beginn verlesen wird, kommen die Details ans Licht, die dem Pakistani zum Vorwurf gemacht werden. Es geht um zwei Vergewaltigungen, Ende Mai 2019 und am 6. Juni 2019. "Von Mann zu Mann" habe der Angeklagte Ende Mai 2019 mit dem 19-jährigen Sohn der Verlobten etwas besprechen wollen. Laut Staatsanwaltschaft befand man sich in der gemeinsamen Wohnung von Mutter und Sohn. Die beiden seien ins Badezimmer gegangen, dann habe der 42-jährige Angeklagte die Tür geschlossen und den Geschädigten geküsst.

Er sei nicht homosexuell habe der junge Mann daraufhin gleich gesagt. Die Reaktionen des Pakistani seien aggressiv gewesen, er habe ihm auch gedroht. "Er entkleidete den Geschädigten, drückte ihn zu Boden, hielt seine Hände fest und drang dort mit seinem erigierten Penis in den After des Geschädigten ein", so die Staatsanwältin.

Die zweite Vergewaltigung am Abend des 6. Juni soll ähnlich verlaufen sein - mit dem Unterschied, dass die Mutter des Geschädigten, die gleichzeitig die Verlobte des mutmaßlichen Täters ist, mit Gästen in anderen Zimmern der Wohnung war. Der 42-Jährige soll den Geschädigten dann im Wohnzimmer vergewaltigt haben, wieder anal und wieder bis zum Samenerguss.

Laut Kriminalpolizei soll die erste Vergewaltigung knapp zwei Minuten und die zweite Vergewaltigung rund acht Minuten gedauert haben. 

Nun geht es in die Beweisaufnahme: Was sagt der Angeklagte zu den Vorwürfen? Was können die Zeugen, darunter der mutmaßlich vergewaltigte junge Mann, zu den Taten sagen?

Vorbericht

Wegen Vergewaltigung in zwei Fällen steht am Donnerstag ein 42-jähriger Pakistani vor dem Traunsteiner Landgericht. Er soll den Sohn seiner inzwischen Verlobten zwei Mal vergewaltigt haben. Die Taten haben sich laut Anklage in der gemeinsamen Wohnung von Mutter und Sohn in Trostberg abgespielt, in der sich der mutmaßliche Täter wegen der Beziehung immer wieder aufhält.

Die erste Tat hat sich laut Staatsanwaltschaft Ende Mai 2019 ereignet: Der 42-Jährige soll den Geschädigten ins Badezimmer gelockt, geküsst und dort auf dem Boden anal vergewaltigt haben. Der Geschädigte soll dem Angeklagten davor noch eindeutig gesagt haben, nicht homosexuell zu sein

Am 6. Juni 2019 dann der zweite Fall, der vor Gericht verhandelt wird. Die nun Verlobte des Angeklagten habe sich mit Gästen in anderen Räumen der Trostberger Wohnung aufgehalten, während der 42-Jährige angeblich wieder übergriffig wurde: Küsse und erzwungener Sex auf dem Wohnzimmerboden, wie die Staatsanwaltschaft behauptet. 

Die Verhandlung vor dem Traunsteiner Landgericht beginnt um 9 Uhr. Auch ein Urteil soll am Donnerstag noch fallen.

chiemgau24.de berichtet aktuell aus dem Gerichtssaal.

xe

Quelle: chiemgau24.de

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