13 Tote - Schleuser-Prozess in Traunstein

Burghauser Schleuser und Schlauchbootführer müssen ins Gefängnis

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Drei der mutmaßlichen Drahtzieher der tödlichen Schleusung von der Türkei auf die griechische Insel Lesbos: (Von links) Ammar R., Muataz J. (zuletzt wohnhaft in Burghausen), Mahmod M.
  • schließen

Traunstein/Burghausen - 13 Flüchtlinge sind auf der Überfahrt auf dem Mittelmeer gestorben. Am Freitag ist am Landgericht das Urteil gegen die drei Männer, darunter auch ein zuletzt in Burghausen gemeldeter Asylbewerber, gefallen.

UPDATE, 10.15 Uhr: Das Urteil ist gefallen

Der vorsitzende Richter Erich Fuchs verkündet das Urteil: Muataz J., der zuletzt in Burghausen gemeldete Asylbewerber, muss vier Jahre ins Gefängnis. Der Grund ist das gewerbsmäßige und bandenmäßige Einschleusen von Ausländern. 

Mahmod M., der die Schleusungsgelder verwaltete, bekommt aus dem selben Grund eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. 

Ammar R., der das Schlauchboot bei der Todesfahrt steuerte, muss wegen Einschleusen von Ausländern mit Todesfolge für zwei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. 

Alle drei Angeklagten nehmen das Urteil gefasst zur Kenntnis. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Verteidiger oder Staatsanwaltschaft können innerhalb einer Woche Revision gegen das Urteil einlegen.

Vorbericht: 

Das Plädoyer der Staatsanwaltschaft war deutlich: Alle drei Angeklagten sollen ohne Bewährung ins Gefängnis.

  • Muataz J., zuletzt wohnhaft in Burghausen, soll bei den Schleusungen in Izmir mitorganisiert haben. Für ihn fordert Staatsanwältin Pöschl zwölf Jahre und sechs Monate Haft, sein Verteidiger dagegen drei Jahre.
  • Mahmod M. soll Schleusungsgelder verwaltet und daran auch selbst verdient haben. Er ist vorbestraft. Die Staatsanwaltschaft fordert vier Jahre und sechs Monate Haft, sein Anwalt will einen Freispruch.
  • Ammar R. steuerte das Schlauchboot bei der Überfahrt im September 2015, bei der 13 Menschen ums Leben kamen. Auch ihn will die Staatsanwältin im Gefängnis sehen, fordert sechs Jahre und sechs Monate Haft - die Verteidigung will einen Freispruch.

Zum Nachlesen:

- 1. Prozesstag: Vernehmung der Angeklagten
- 2. Prozesstag: Überlebender schildert Horrorfahrt
- 3. Prozesstag: So laufen die Schleusungen wohl ab
- 4. Prozesstag: Aussage eines V-Mannes belastet Muataz J.
- 5. Prozesstag: Die Plädoyers

Die Anklage lautet auf "das Leben gefährdendes Einschleusen von Ausländern in das Hoheitsgebiet eines Mitgliedsstaates der Europäischen Union mit Todesfolge in 13 tateinheitlichen Fällen". Die drei Angeklagten leben allesamt als Asylbewerber in Deutschland. Insgesamt geht es um fünf Schlauchboot-Schleusungen von der Türkei nach Griechenland, bei der rund 200 Menschen nach Europa gebracht wurden. Pro Person seien etwa 1100 US-Dollar verlangt worden. Bei einer Überfahrt im September 2015 starben 13 Menschen, weil ihr Schlauchboot nachts von einem Frachter gerammt wurde. 

Das Urteil wird um 10 Uhr in Traunstein verkündet, innsalzach24.de berichtet aktuell aus dem Gericht.

xe

Quelle: chiemgau24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser