15-Jährige filmt sexuelle Belästigung in Schulbus im Landkreis Altötting

Anwalt: "Zahlt er die 600 Euro, ist der Fall strafrechtlich beendet!

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Landkreis Altötting - Nachdem eine 15-Jährige von einem Afghanen sexuell belästigt wurde, schaltete ihre Oma die Polizei ein. Doch das Verfahren gegen den Mann wurde bald darauf eingestellt - und wieder aufgenommen.

UPDATE, 16.05 Uhr: Anwalt des Opfers äußert sich

Anwalt Karl-Heinz Merkl aus Burghausen vertritt die Interessen des Opfers in diesem Fall. Auf Nachfrage von innsalzach24.de erklärt er, dass, sollte der mutmaßliche Täter die 600 Euro zahlen, man strafrechtlich nichts weiter erreichen könne. Es bliebe aber noch die Möglichkeit, zivilrechtliche Schritte einzuleiten. Hier wolle der Anwalt in Vertretung des Opfers ein Kontaktverbot erwirken. Dann dürfe sich der Asylbewerber dem Opfer beispielsweise nicht mehr auf mehr als 50 oder 100 Meter nähern. Der mutmaßliche Täter sei bereits formlos darum gebeten worden, sich dem Opfer nicht mehr zu nähern, daran habe er sich bisher gehalten.

Auch eine Schmerzensgeldforderung werde angestrebt. Je nach Schwere der Folgeschäden könne deren Höhe ausfallen. Merkl bedaure, dass er erst kurz vor Weihnachten in den Fall eingeschaltet wurde, sonst hätte er vielleicht mehr erreichen können. Aktuell warte er immer noch auf Akteneinsicht.

Erstmeldung:

Im Sommer 2017 wurde eine 15-Jährige offenbar mehrfach von einem 22-jährigen afghanischen Asylbewerber sexuell belästigt. Der Mann habe sich im Schulbus jeweils in Sichtweite des Mädchens gesetzt und an seinem erigierten Geschlechtsteil gespielt. Die 15-Jährige aus dem Landkreis Altötting habe den Vorfall gefilmt und zuhause ihrer Oma davon erzählt, wie das Wochenblatt berichtet. Die Oma habe die Polizei alarmiert. Nur zwei Tage später sei der Asylbewerber verhaftet worden. 

Im Herbst dann der Schock für die Betroffenen: Weil der Angeschuldigte ein ärztliches Attest vorweisen habe können, welches ihm Kratzspuren nach einem Juckreiz in der Leistengegend bescheinigt, sei das Verfahren gegen ihn eingestampft worden - trotz Videobeweis, wie Günther Hammerdinger, Behördenleiter des Amtsgerichts Altötting, gegenüber innsalzach24.de bestätigt.

Der Fall wird neu aufgerollt

Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen! Im November habe die Staatsanwaltschaft laut Wochenblatt den Fall neu aufgerollt und einen erneuten Strafbefehl erlassen - wegen Exhibitionismus. "Es wurde ein Strafbefehl mit einer Geldstrafe von 600 Euro erlassen", äußert Hammerdinger gegenüber der innsalzach24.de-Redaktion. 

Der Fall wurde inzwischen von der Staatsanwaltschaft Traunstein an das Amtsgericht Altötting übergeben, die Unterlagen befänden sich derzeit auf dem Postweg nach Altötting, so Hammerdinger. 

Hier geht's zum Videobeweis, den die 15-Jährige auf ihrem Handy aufnahm.

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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