Viele Wirte wegen Coronavirus vor ungewisser Zukunft

Gastro-Verband: „Aktuelle Zeit desaströs und schwierig wie noch nie“

Landkreis Altötting – Der Kreisvorsitzende Konrad Schwarz des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) spricht mit innsalzach24.de über die Auswirkungen der Corona-Krise auf seine Branche. 

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 „Die aktuelle Zeit ist desaströs und so schwierig wie noch nie. Wir haben geschlossene Betriebe, wo einfach kein Euro mehr erwirtschaftet wird. Es ist äußert schwer mit dieser Situation umzugehen“, so Konrad Schwarz gegenüber innsalzach24.de. Maßnahmen wie Kurzarbeit müssten ergriffen oder Soforthilfen aktiviert werden. In der Hoffnung, dass diese dann auch schnell kommen. Denn die laufenden Kosten haben die Besitzer auch ohne Gäste.

Einige Restaurants bieten aktuell Lieferdienste an. „Dies sind zwar Zusatzeinnahmen, aber damit kann man nicht den ganzen Betrieb finanzieren. Dennoch ist es eine Wertschätzung der Gäste, die damit die regionalen Gastronomen unterstützen. Das muss man den Gästen sehr positiv anrechnen“, berichtet Schwarz.

Prognose derzeit schwierig

Wie die Zukunft vieler Betriebe aussieht, das könne Schwarz selbst nicht vorhersagen. Dafür gibt es zu viele offene Punkte: „Die große Frage ist, wann und in welcher Situation können wir wieder öffnen? Wie viel Prozent vom Umsatz fällt letztendlich weg? Was kann man generieren? Wie nehmen das die Gäste an?“ Klaus Lebek, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands im Landkreis Traunstein, äußerte sich gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt etwas konkreter. Er befürchtet, dass rund 40 Prozent der Lokale und Gaststätten die aktuelle Krise nicht überstehen könnten.

Der DEHOGA-Kreisvorsitzende selbst geht anfangs von einer Lockerung der Ausgangsbeschränkung aus. Die Hoffnung ruht aber voll und ganz auf den Gästen. „Wenn die wieder heiß auf die Gastronomie sind, ist es eine Möglichkeit, dass man das übersteht“, so Schwarz. Die Existenz vieler Betriebe hänge aber auch an der Konjunktur in der Region sowie deutschlandweit.

Schwarz: „Auf einem gewissen Minus wird man sitzen bleiben“

Das Wichtigste sei zunächst, dass möglichst bald Gelder fließen. Die Zeit bis zu einer Öffnung müsse überstanden werden. „Auf einem gewissen Minus wird man sitzen bleiben“, so die Rechnung von Schwarz. Dennoch kann er die derzeitigen Maßnahmen nachvollziehen. Die Gesundheit liege einfach ganz vorn

Um die Zeit ohne Einnahmen zu überbrücken, könnten die Inhaber laut Schwarz Sofortmaßnahmen von bis zu 30.000 Euro beantragen – je nach Größe des Betriebes. Auch das Kurzarbeitergeld könnten die Betriebe entlasten. Auch ein KfW-Darlehen wäre eine Option, das man allerdings wieder zurückzahlen muss.

Unterschiedliche Situationen bei Betrieben

Gastwirte und Hoteliers müssen umdenken. Dabei trifft es große und kleine Betriebe in der Region völlig unterschiedlich. „Ich bin letzte Woche sehr oft angerufen worden. Es gibt viele unterschiedliche Fälle bei den Kollegen“, so Schwarz über Hilfestellungen der DEHOGA. Zwar hätten einige Betriebe beispielsweise eine Unterbrechungsversicherung, bei denen die Allerwenigsten aber für die derzeitige Corona-Krise haften.

Der Wunsch von Schwarz ist, dass sich alles wieder normalisiert. „Auch wenn derzeit alles verwaist ist, hoffe ich, dass man sich wieder austauschen mag. Das sei in allen Bereichen des menschlichen Lebens wichtig. Und dass sich die Gäste mit einem leckeren Essen belohnen und froh sind, wenn Sie mal nicht daheim kochen müssen“.

jz

Quelle: innsalzach24.de

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