Verschiebung in den Herbst?

Altöttinger Hofdult abgesagt: „Die Abwägung ist brutal“

Nach 2020 fällt auch heuer die Altöttinger Hofdult aus.
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Nach 2020 fällt auch heuer die Altöttinger Hofdult aus.

Zum zweiten Mal in Folge muss die Altöttinger Hofdult auch in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie pausieren. Dem städtischen Organisator Marco Ritter ist diese Entscheidung nicht nur aus persönlichen Gründen schwer gefallen. Er sieht die Existenzen vieler Schausteller und die Volksfestkultur gefährdet.  

Altötting - „Der ausschlaggebendste Punkt war die große Unsicherheit, was zu diesem Zeitpunkt erlaubt wäre“, erklärt Marco Ritter, Organisator der Hofdult im Altöttinger Rathaus, gegenüber innsalzach24.de. Die Altöttinger Hofdult hätte heuer vom 28. Mai bis zum 6. Juni stattfinden sollen. Noch vor vier Wochen hat er noch das Beste und auf eine Durchführung gehofft.

Absage der Altöttinger Hofdult: „Gesundheit geht vor“

„Die Abwägung ist brutal. Für mich persönlich ist es auch aus sentimentalen Gründen ein wichtiges Fest. Auch die Schausteller haben Existenznöte. Die Gesundheit geht aber natürlich vor“, schildert Ritter. Die Stadt habe um die 50 Vertragspartner, die alle etwas verdienen wollen. Daher wäre die Entscheidung sehr schwer gefallen.

„Wir hätten es natürlich wahnsinnig gern gemacht. Aber derzeit können wir es uns nicht vorstellen. Wenn es möglich wäre, dann vermutlich nur unter strikten Hygienemaßnahmen“, erklärt der Organisator. Dazu gehöre wahrscheinlich großflächige Desinfektion. Wer bezahlt dies? Wo müssen Spender aufgestellt werden? All diese Fragen müssten dann geklärt werden. Auch bei den Schaustellern wäre dies nicht gerade praktisch, wenn diese nach jeder Fahrt alles desinfizieren müssen. „Dafür bräuchte man sehr viel Desinfektionsmittel. Zudem würde es sehr viel Zeit kosten“, schildert Ritter mögliche Probleme.

Planungssicherheit für alle

Die Festwirte hätten zudem Ende Februar mit dem Bierbrauen angefangen. „Am Schluss bleiben sie auf großen Mengen sitzen. Das ist nicht in unserem Sinn“, so Ritter. Zudem müssten natürlich auch organisatorische Aufgaben für alle Beteiligten anlaufen. Außerdem hätte die Stadt demnächst die Verträge abschließen müssen wie beispielsweise mit dem Sicherheitsdienst.

Auch für die Schausteller wäre es eine große Unsicherheit, wenn das Fest erst zwei Wochen vorher abgesagt werden würde. Diese könnten jetzt vielleicht nach einer kleineren Alternative Ausschau halten. „Als Stadt wäre es einfacher gewesen kurzfristig abzusagen. Verträge können wegen höherer Macht aufgelöst werden. Aber das wäre keine schöne Geschäftspraxis“, so der Organisator.

Wie bereits heuer plant die Stadt auch nächstes Jahr niedrigere Platzgelder. Ritter hofft, dass dies dann noch ausreichend ist, um den Schaustellern zu helfen. „Diese bluten momentan sehr stark. Die Hilfen vom Staat sind nicht 100-prozentig zielgerichtet. Man kann nur hoffen, dass sie bald die benötigten Hilfe erhalten“, berichtet Ritter.

Verschiebung in den Herbst? - Ritter sieht Volksfestkultur in Gefahr

Auf eine mögliche Verschiebung in den Herbst erklärt Ritter: „Wir haben ja im Herbst den Altöttinger Kirta. Die Entscheidung obliegt da ganz alleine dem Wirtschaftsverband. Wenn es jedoch möglich wäre, werden wir das als Stadt auch unterstützen.“ In diesem Falle müsste aber auch noch die allgemeine Situation begutachtet werden: Unter welchen Voraussetzungen kann und darf man ein Volksfest stattfinden lassen?

Insgesamt sehe Ritter die Volksfestkultur derzeit in Gefahr, dennoch könne der Organisator die Maßnahmen nachvollziehen. Trotzdem: „Kultur ist ein schützenswertes Gut. Leider fahren wir diese momentan aber an die Wand“, so Ritter. Hoffnung ruhen hier natürlich auf den Impfstoff, um die Ausbreitung von Corona einzudämmen. Dann könnten möglichst bald Volksfeste wieder öffnen dürfen und die Schausteller wieder Geld in die Kasse bekommen. „Da müssen wir jetzt durch. So leicht es auch klingen mag, umso schwieriger ist es für die Betriebe, die daran hängen“, so Ritter abschließend.

jz

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